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Ich bin seit kurzem pensioniert und Witwer. Mein Versicherungsberater hat mir vorgeschlagen, 100’000 Franken in eine Leibrente zu investieren. Was ist eine Leibrente und was muss ich dabei beachten?
Leibrente heisst: Sie vertrauen eine bestimmte Summe einer Versicherung an. Diese zahlt Ihnen im Gegenzug eine lebenslange Rente – auch wenn das von Ihnen einbezahlte Geld längst aufgebraucht ist. Für eine einmalige Einzahlung von 100’000 Franken erhält ein 65-jähriger Mann zurzeit eine garantierte Rente von rund 4500 Franken pro Jahr. Bei einem guten Geschäftsverlauf der Versicherung kommen Überschussgutschriften dazu. Bei schlechter Ertragslage dürfen Versicherungen diesen Bonus aber kürzen.
Ob sich die Investition lohnt, hängt von der Lebenserwartung ab. Nur wer sehr lange lebt, bekommt so viele Renten ausbezahlt, dass die Versicherungspolice eine gute Rendite abwirft. Vom angeblichen Steuervorteil sollten Sie sich nicht blenden lassen: Die Renten sind zwar nur zu 40 Prozent steuerpflichtig. Eine Leibrente wird aber meist mit Vermögen finanziert, das bereits als Einkommen versteuert worden ist. Steuerliche Nachteile entstehen zudem bei einer vorzeitigen Auflösung der Police.
Leibrenten werden mehrheitlich mit einer sogenannten Rückgewähr verkauft. Das bedeutet, dass Erben den allenfalls vorhandenen Rest des Kapitals erhalten. Falls Sie keine Erben haben, sollten Sie sich eine Leibrente ohne Rückgewähr offerieren lassen: Sie erhalten dann eine höhere Rente, dafür bliebe das nicht verbrauchte Kapital nach Ihrem Tod bei der Versicherung. Hinzu kommt, dass die Leibrente ohne Rückgewähr von der Stempelsteuer befreit ist und die Vermögenssteuer darauf wegfällt.
Falls Sie eine Leibrente kaufen möchten, sollten Sie folgende Punkte beachten:
18. Oktober 2009 | Bernhard Bircher, Redaktor K-Geld