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Wo Schinken draufsteht, ist nicht immer Schinken drin

Es sieht wie Schinken aus, besteht aber nur zu rund zwei Dritteln aus Schweinefleisch: «Schweinefleischerzeugnis gekocht». Dennoch wird das Produkt oft als Schinken verkauft.

Wo Schinken draufsteht, ist nicht immer Schinken drin

Nach der Aufregung über Käse-Imitat ist der Schinken dran: Im deutschen Bundesland Hessen haben Lebensmittelkontrolleure hunderte Restaurants kontrolliert. Ernüchterndes Fazit: Fast jeder dritte Betrieb servierte statt Schinken ein billiges Imitat, das nur rund 70 Prozent Schweinefleisch enthält. Der Rest ist Wasser und Bindemittel. «Mogelschinken» nennen deutsche Medien das Produkt.

Auch für Schweizer Lebensmittelkontrolleure ist das Thema ein «Dauerbrenner»: Regelmässig finden sie in Restaurants und bei Detailhändlern Schinken, der zu viel Wasser enthält. Zum gleichen Resultat kamen Stichproben von Saldo und Bon à savoir.

Als Schinken dürfen laut Vorschrift nur Produkte aus dem hinteren Stotzen des Schweins bezeichnet werden. Vorderschinken muss von der Schulter des Schweins stammen. Bei der Herstellung zugegebenes Wasser muss beim Kochen wieder abgeführt werden. Ist der Wasseranteil zu hoch, heisst das Produkt «Schweinefleischerzeugnis gekocht». So sollte es auch in der Menükarte, auf Verpackungen und in Take-Aways angepriesen werden.

Wer wissen will, wie Schinken aussehen sollte und wie Schinken-Imitat zu erkennen ist, findet bei der Verbraucherzentrale Bayern, beim Bayerischen Landesamt für Lebensmittelsicherheit und beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz die Bilder.

 

08. Juli 2009 | Beat Camenzind, Redaktion Online


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