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Mit einem Gratis-Eintrag in ein Branchenverzeichnis lockt die Firma Nova Channel Gewerbler. Wer unterschreibt, erhält saftige Rechnungen. Der K-Tipp rät: Nicht bezahlen.
Seit 2005 ermittelt die Luzerner Justiz gegen Nova Channel und weitere Firmen. Der Vorwurf: Mit Massensendungen wenden sich die mutmasslichen Betrüger weltweit an tausende von Unternehmen. Im Schreiben locken sie mit einem «Gratis»-Eintrag in ein Branchenverzeichnis. Wer das Formular ausfüllt und unterschrieben zurücksendet, schliesst einen mehrjährigen Vertrag ab. Denn im Kleingedruckten sind die hohen Kosten für den Eintrag versteckt. Wer nicht bezahlt, wird von Inkasso-Firmen massiv unter Druck gesetzt.
Die Sendungen stammen von der Luzerner Nova Channel AG und der Hünenberger Intercable Verlag AG. Personell sind die beiden Firmen mit der Ovag International AG (Meggen), der Premium Recovery AG (Cham) und der Maiwolf Holding AG (Appenzell) verflochten. Der K-Tipp rät: Rechnungen dieser Firmen nicht bezahlen, sondern ihnen per Einschreiben mitteilen, dass sie den Vertrag wegen absichtlicher Täuschung anfechten.
Die Masche ist nicht neu und es gibt Varianten davon: K-Tipp hat eine Liste solcher Firmen veröffentlicht. Details über das Vorgehen der Betrüger sind im Artikel «Falle für Gewerbler» zu lesen.
Die Polizei hat im Juni bei den Firmen Hausdurchsuchungen durchgeführt und mehrere Unmengen an Beweismaterial sichergestellt. Neun Personen wurden verhaftet, inzwischen sind sie wieder frei. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Firmen ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Schon 2005 gab es Hausdurchsuchungen, was die Firmen nicht davon abhielt, unter gleichem Namen weiter zu «geschäften».
Die Ermittlungen gegen die Firmen dauern an, verurteilt ist noch niemand. Laut dem Sprecher des Luzerner Untersuchungsrichteramtes gibt es wenig Aussichten auf eine Rückvergütung von schon bezahlten Rechnungen. Geschädigte sollen sich dennoch bei der örtlichen Polizei melden.
16. Juli 2009 | Beat Camenzind, Redaktion Online
