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Test | Haus & Garten 3/2005

Pulsuhren

Ob eine Pulsuhr überzeugt, hängt nicht vom Preis ab. Das zeigt der SPEZIAL-Test von acht Modellen. Unter den «guten» finden sich zwei günstige Produkte. Klarer Sieger ist eine Polar-Uhr.

Für viele Jogger, Velofahrer und andere Ausdauersportler ist die Pulsuhr ein unverzichtbares Hilfsmittel für ein effizientes Training. Die Faustregel für die Berechnung des so genannten Basispulses ist einfach: 170 Schläge pro Minute minus das halbe Lebensalter. Mit etwa diesem Puls sollte man trainieren.

Ausgeklügelte Pulsuhren bieten hier als Alternative eine individuelle Berechnung an. Durch Eingabe von Alter, Geschlecht und Gewicht bestimmt der Mini-Computer den idealen Puls.

Wie überzeugend überwachen Pulsmesser das Training? SPEZIAL hat acht Pulsuhren eingekauft und ins Prüflabor gegeben. Untersucht wurden: Kontakt zwischen Haut und Sensor, Tragekomfort, Bedienung, Präzision, Vielseitigkeit, Störanfälligkeit und ob die Uhr wasserfest und die Batterie einfach zu ersetzen ist. Die Preisspanne betrug 50 bis 250 Franken. Berücksichtigt wurden bekannte Marken wie Polar, Suunto, Ciclosport und Sigma. Weiter im Test waren Timex, deren Uhren vor allem in spezialisierten Jogging-Läden erhältlich sind, zudem die noch junge Schweizer Marke Irox und ein Tiefpreis-Pulsmesser vom Versandhändler Conrad.ch.

Am besten schnitt der Marktleader ab: Polar F11 für 239 Franken ist klarer Testsieger. Mit 86 von 100 möglichen Punkten verpasste diese Uhr das bestmögliche Gesamturteil «sehr gut» nur knapp. Im Tragekomfort gaben ihr alle Testläufer die maximale Punktzahl: Sie empfanden das Stoffband mit Sensor, der bei dieser Pulsuhr mitgeliefert wird, gegenüber dem üblichen harten Gurt als echte Verbesserung.

In keinem der Kriterien lag die F11 unter 80 Punkten. «Bedienung und Ablesbarkeit sind erstklassig», befand einer der Prüfer. Die F11 ist auch die Uhr mit der umfangreichsten Ausstattung. Trotz codierter Funkübertragung kam es allerdings einmal zu einer Störung, als ein anderes Mitglied der Tester-Gruppe den Timex- Herzfrequenz-Messer trug.


Einige Uhren sind «nicht teamfähig»

Noch etwas teurer als die Polar ist die Suunto X3HR. Sie erhielt ebenfalls ein «gutes» Gesamturteil, schneidet in den wichtigsten Kriterien aber weniger gut ab als der Testsieger. Dafür hat sie als einzige Uhr im Test eine Funktion zur Anzeige der Höhe über Meer, des Luftdrucks und der Temperatur.

Ebenfalls «gute» Noten bekommen zwei der günstigsten Modelle: Timex Fitness Herzfrequenz-Messer und Sigma Fit Watch kosten je 99 Franken und sind die Preis-Leistungs-Sieger des Tests.

Die Timex-Uhr ist in fast allen Kriterien «gut». Ein gewichtiger Nachteil dieses Pulsmessers ist jedoch seine Störanfälligkeit. Bei zwei der vier Testpersonen geriet das Timex-Modell aus dem Takt. Besonders ungünstig ist, dass es ausgerechnet durch die weit verbreiteten Polar-Uhren zu Störungen kam. Kurz: Wer in der Gruppe trainiert, muss bei dieser Uhr mit Problemen rechnen.
Auch die Sigma Fit Watch lässt sich von anderen Pulsuhren stören. Wenigstens erfindet sie keine Fantasiezahlen, sondern zeigt den letzten Puls so lange an, bis die Verbindung zum Sender am Brustgurt wieder hergestellt ist. Wahrscheinlich deshalb wurde die Anzeige im Praxistest als «träge» empfunden.

Nur ganz knapp hat Irox Phantom Spin Black das Urteil «gut» verpasst. Störend ist laut den Prüfpersonen, dass der Gurt nach unten rutscht und die Darstellung der Ziffern «gewöhnungsbedürftig» ist.


Zweifelhafte Messwerte des Kalorienverbrauchs

Nur halbwegs zufrieden waren die Tester mit dem Pulsmesser von Nike, der auch als Damenmodell erhältlich ist. Die Uhr taugt als sehr einfache Uhr, wenn man keine Extras will. Für eine einfache Uhr ist der Kaufpreis von 199 Franken allerdings reichlich hoch.

Als «nicht empfehlenswert» stuften die Tester die Pulsuhren Ciclosport CP 23 und das Noname-Produkt HR 309 von Conrad.ch ein. Bei der CP 23 kam es zu Aussetzern, der Kontakt schien immer wieder abzubrechen - dies, obwohl die Uhr dank Kodierung resistent gegen Störungen sein sollte. Die Angaben auf dem Display erschienen den Testern deshalb als «nicht ganz vertrauenswürdig». Störend sei das ständige Blinken der Anzeige. Und: «Einige Funktionen müssen mit gleichzeitigem Drücken zweier Tasten bedient werden - das ist schlecht gelöst.» Ciclosport-Importeur Uvex schrieb SPEZIAL nur, dass es sich bei der CP 23 um ein Auslaufmodell handle - obwohl die Uhr im aktuellen Katalog angeboten wird.

Bei der HR 309 überwiegen ebenfalls die negativen Punkte: Der Gurt rutscht nach unten, die Ziffern sind nicht gut lesbar und die Pulsuhr ist wegen zu grosser Störungsanfälligkeit «nicht teamfähig». Conrad.ch bezog dazu keine Stellung.

Wer vor allem Pfunde loswerden möchte, muss noch Folgendes wissen: Ausser Suunto X3HR geben alle Pulsuhren den Kalorien- und/oder Fettverbrauch an. Doch die Verlässlichkeit ist beschränkt: Während Polar F11, Ciclosport CP 23, Timex Herzfrequenz-Messer und Conrad HR 309 ähnliche Werte anzeigten, ermittelten Sigma Fit Watch und Nike Triax C6 massiv höhere Werte, Irox Phantom Spin Black eher zu tiefe Resultate. Vielleicht lässt man diese Funktion besser gleich ausgeschaltet.

29. Juni 2005 | Rolf Muntwyler


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Richtiges Timing fürs sportliche Training
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