|
(0) |
Ein guter Veloreifen soll vor Glasscherben, Reissnägeln und Konsorten schützen und erst noch langlebig sein. Im K-Tipp-Test schaffte das nur ein Modell mit der Note «sehr gut».
Für Velofahrerinnen und Velofahrer gibt es nichts Ärgerliches, als einen Plattfuss einzufangen. Wer sorgenfrei unterwegs sein möchte, wählt deshalb mit Vorteil einen möglichst pannenfesten Veloreifen. K-Tipp, «Velojournal» und «Kassensturz» testeten, welchen Reifen Scherben, Reissnägel und Dornen nichts anhaben. Weitere Kriterien im Test waren die Abnützung (Abriebfestigkeit) und das Gewicht.
Für den Test ausgewählt wurden elf Reifen der Grösse 37-622, passend auf 28-Zoll-Felgen, wie sie bei Alltags- und Tourenvelos zum Einsatz kommen. Ziel des Tests war auch, herauszufinden, ob es sich lohnt, einen teuren Reifen mit speziellem Pannenschutz zu kaufen, oder ob günstige Reifen ihren Dienst genauso tun. Deshalb wurden bei der Auswahl vielverkaufte Pneus berücksichtigt, unabhängig davon, ob sie sich durch eine spezielle Pannenfestigkeit auszeichnen oder nicht.
Das Gesamturteil «sehr gut» erreichte nur ein Reifen: der Vittoria Randonneur Cross. Er erzielte das beste Ergebnis bei der Pannenfestigkeit. Auch bei der Abriebfestigkeit und beim Gewicht erreichte der Vittoria-Reifen gute Noten. Und sein Preis kann sich sehen lassen: Mit 34 Franken bewegt er sich im Mittelfeld aller Pneus im Test. Deren Preise liegen zwischen 10 und knapp 60 Franken.
Der häufigste Grund für einen Plattfuss sind scharfkantige Glasscherben. Vier Reifen bieten sehr guten Schutz dagegen: Vittoria, Vredestein, Schwalbe Marathon und DuroTire. Zu den Pannen-Klassikern gehören auch Reissnägel oder andere feine Nägel. Sie haben beim Schwalbe Marathon Plus aufgrund seiner dicken Pannenschutzeinlage keine Chance. Auch Testsieger Vittoria hat damit keine Mühe. Neben einem guten Pannenschutz sollte ein Reifen auch langlebig sein. Der «Velojournal»-Experte hat geprüft, ob die Reifen schnell ihr Profil verlieren oder nicht. «Gut» punkto Abriebfestigkeit sind Testsieger Vittoria, Vredestein, Schwalbe Marathon Plus, Michelin und CST.
Pannenfeste Reifen sind oft schwerer
Häufig erkauft man sich die Pannenfestigkeit mit einem höheren Gewicht des Reifens. Denn die Hersteller bauen zum Teil sehr aufwendige Pannenschutzeinlagen ein. CST, der leichteste Reifen im Test, bringt gerade mal 610 Gramm auf die Waage, während der Schwalbe Marathon Plus 840 Gramm wiegt. Das beste Gewicht-Pannenschutz-Verhältnis hat der Vittoria: Dieser Reifen verfügt trotz seiner nur 650 Gramm über eine sehr gute Pannenfestigkeit.
Drei Reifen schnitten mit dem Gesamturteil «ungenügend» ab: Bike Equipment Scylla von der Migros, der über den Fachhandel vertriebene Reifen Hutchinson Globetrotter Protect-Air und der Coop-Reifen Fortune. Sowohl bei der Pannenfestigkeit wie auch beim Abrieb können sie nicht mit den übrigen Reifen im Test mithalten.
Migros will Qualität des Reifens überprüfen
Migros-Sprecherin Monika Weibel zeigte sich erstaunt über die schwachen Werte bei der Pannen- und Abriebfestigkeit. Man werde die Ergebnisse überprüfen und allenfalls die Qualität des Pneus überarbeiten oder ihn durch ein Alternativprodukt ersetzen. Allerdings gelte es den mit Fr. 14.90 günstigen Preis des Reifens zu beachten. Martin Brych, Product Manager bei Velok, welche die Hutchinson-Produkte in der Schweiz vertreibt, schreibt, dass sich dieser Reifen sehr gut bewährt habe. Dennoch werde Velok das Sortiment mit besseren Reifen erweitern.
Ähnlich tönt es bei Coop: Das getestete Modell habe keinen Pannenschutz und man werde das Sortiment mit entsprechenden Reifen erweitern. Continental schreibt, dass es sich bei Contact-Reifen um ein Allroundprodukt handle. Wer Wert auf Pannenschutz lege, sei mit dem Touring Plus besser bedient.
Pannen: Nicht immer ist der Reifen schuld
Tipps des «Velojournals», wie man sich vor einem Platten schützen kann:
So wurde getestet
19. Mai 2009 | Jeannette Büchel, Redaktion K-Tipp/saldo
