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Test | K-Tipp 13/2009

Haarglätter

Acht von zehn Haarglättern schneiden gut ab, zwei sind genügend. Grosse Unterschiede zeigen sich vor allem beim Preis. Der Testsieger kostet dreimal so viel wie der Drittplatzierte.

Viele Frauen mit gekraustem – aber auch mit leicht gewelltem – Haar wünschen sich eine völlig glatte Mähne. Wer seine Haare nicht dauerhaft durch eine chemische Behandlung beim Friseur glätten lassen will, kauft sich ein Haarglätteisen.

K-Tipp wollte wissen, was solche Geräte taugen, und testete zehn häufig verkaufte Modelle zwischen 30 und 129 Franken. Erst untersuchten die Fachleute des deutschen Instituts für Produktforschung (ipi) die Temperaturverteilung auf den Glättflächen und die Temperatur der Griffe. Beim praktischen Test wurden die Handhabung und das Glättergebnis beurteilt.

Das Schlussresultat: Acht Modelle erhielten die Note «gut», zwei ein «genügend». Der Testsieger von Braun distanzierte die anderen Geräte vor allem bei der Handhabung. Beim Glättergebnis – Hauptkriterium des Tests – gab es keine gravierenden Unterschiede (siehe Tabelle im pdf-Artikel).

Abzüge gabs für die Glätter von Babyliss, Primotecq und Rowenta: Die Temperatur auf den Glättflächen ist ungleichmässig verteilt, das Glättergebnis deshalb nicht immer optimal. Viel zu heiss wird das Produkt von Remington. Je nach Haarstruktur besteht bei diesem Gerät sogar die Gefahr einer Haarschädigung. Remington weiss um das Problem: Ab Oktober soll ein verbessertes Modell erhältlich sein, wie der Schweizer Vertreiber von Remington als Reaktion auf die Testresultate schreibt.


Praxistest: Kritik an zwei Geräten

Ungenügende Noten erhielten fünf der zehn Geräte wegen hoher Temperaturen an den Griffflächen. Beim Handgriff der Glätter von Babyliss und Mio Star mass das Labor gar 66 bzw. 58 Grad Celcius. Noch heisser wurde bei vielen Haarglättern das Gehäuse der Heizplatten – 70 bis 98 Grad. Laut Herstellern wird dieser Teil des Geräts beim Anwenden selten oder nur kurz mit der Hand berührt. Unangenehm sei es dennoch, sagen einige Testpersonen.

Wenig Schwächen zeigten die Geräte bei der praktischen Prüfung: Zwölf Frauen sowie Laborfachleute beurteilten Glätte, Glanz, Geschmeidigkeit, Kämmbarkeit und statische Aufladung der Haare. Am wenigsten überzeugten die Testgeräte von Primotecq und Babyliss. Mit dem Gerät von Fust wird das Haar im Vergleich weniger glatt und glänzend. Babyliss kam bei allen Kriterien schlechter weg als die Konkurrenz.

Zu den Resultaten schreibt die Firma Cerjo, Schweizer Vertrieb der Marke Babyliss: «Beim getesteten Produkt handelt es sich um ein Mittelklassegerät. Die teureren Geräte erzeugen bessere Glättergebnisse.» Ein guter Haarglätter sollte auch schnell einsatzbereit sein, dazu einfach zu bedienen und leicht. Punkto «Handhabung» bildet Mio Star das Schlusslicht – u.a. wegen der langen Aufwärmzeit und des unpräzise beschrifteten Temperaturreglers. Beim Flat Keramik von Satrap fehlt er ganz.

Alle anderen Glätteisen verfügen über verstellbare Heizstufen. Beim Philips-Gerät bemängeln die Testpersonen das Gewicht:  Mit 495 Gramm ist er einer der schwersten Haarglätter. Für ein ermüdungsfreies Stylen ist das Gewicht laut Labor ein wichtiges Kriterium.

Fazit: Die grössten Unterschiede zeigen sich beim Preis: Der Testsieger kostet Fr. 129.–, der Drittplatzierte gerade mal Fr. 39.–.


Glatt bis in die Spitzen: Die Styling-Tipps

Wer sich die Haare selber glättet, sollte einiges beachten. René Sommer, Chef der Coiffina AG in Glattbrugg, gibt Tipps:
Haare in trockenem Zustand glätten.

  • Zuerst einen Haarschutzspray benützen, das schützt vor dem Austrocknen.
  • Feines und dünnes Haar reagiert schneller auf die Behandlung als normales oder dickes Haar. Temperatur anpassen.
  • Haarglätter langsam vom Haaransatz ausgehend bis zu den Spitzen durchziehen. Nie länger als zwei Sekunden an einer Stelle verweilen.
  • Haarglätter sind nichts für synthetische Haarteile und Perücken.
  • Regelmässiges Glätten schadet  nur bei falscher Anwendung des Gerätes. Bei häufigem Gebrauch: Nach dem Haarewaschen  zusätzlich ein Haarpflegemittel verwenden.
  • Geräte aus Keramik gleiten am besten. Modelle mit schmalen Zangen sind einfacher zu bedienen als solche mit breiten.

15. August 2009 | Susanne Rufer, Redaktion K-Tipp


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Keine Angst vor heissen Eisen
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