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Test | K-Tipp 18/2009

Fieberthermometer

Die meisten getesteten Fieberthermometer messen schnell und zuverlässig. Einige haben aber Schwächen: Fünf sind nicht wasserdicht, eines zerbrach beim Falltest.

Seit die Glas-Thermometer mit dem giftigen Quecksilber vor drei Jahren verboten wurden, finden sich in den Haushalten mehrheitlich digitale Geräte: Allein letztes Jahr wurden über 4 Millionen Fiebermesser verkauft. Davon waren 3,7 Millionen mit der digitalen Technik ausgestattet. Nur gerade 300’000 quecksilberfreie Glas-Thermometer gingen über den Ladentisch.

K-Tipp und «Kassensturz» wollten wissen, wie präzise die Fiebermesser sind, und prüfte 14 Geräte zwischen Fr. 5.50 und Fr. 79.90: Ein Glas-Thermometer, neun digitale Stab-Thermometer, drei Infrarot-Ohr- oder -Stirn-Thermometer sowie ein Profi-Ohr-Gerät für Fr. 325.20. Die Resultate des Profi-Fiebermessers gelten nur als Vergleichswerte. In einem Praxis- und einem Labortest mussten die Geräte ihre Messgenauigkeit unter Beweis stellen. Zusätzlich bewertet wurden Handhabung und Robustheit (siehe unten «So wurde getestet»). Fazit: Die meisten Fiebermesser sind präzise und schnell, einfach zu bedienen und robust. Nur drei fielen leicht ab – und erhielten die Note «genügend». Es zeigte sich: Ein gutes Thermometer muss nicht teuer sein. Und dies sind die Ergebnisse im Detail:

  • Genauigkeit: Mit jedem Gerät wurden 36 Messungen an Erwachsenen und Kindern durchgeführt. Experten prüften zusätzlich im Labor, wie lange es dauert, bis das Resultat feststeht, und ob die Temperatur korrekt angezeigt wird. Abgesehen von wenigen Ausnahmen zeigten sich im Praxistest keine grossen Unterschiede. Die Abweichungen betrugen zwischen 0,1 und 0,3 Grad. Bei den Modellen Sanor, Geratherm Duotemp und Classic hingegen gab es Differenzen von bis zu 0,7 Grad.

    Im Labor schnitt hier ein Thermometer von Omron am schlechtesten ab: Bei zwei der vier Temperaturmessungen gab es eine Abweichung von über 0,5 Grad – erlaubt sind bei Infrarot-Thermometern maximal 0,2 Grad. Bei der Messdauer fielen das günstigere Thermometer der Migros sowie das digitale Geratherm-Produkt negativ auf. Das gab Abzüge bei der Note zum Labortest, denn: Es dauerte 28 bzw. 38 Sekunden, bis das akustische Signal ertönte, die Messung also abgeschlossen war. Bei den restlichen Geräten hatte dies nur wenige Sekunden gedauert.
  • Handhabung: Zwei digitale Fiebermesser sind nicht sehr bedienungsfreundlich: das günstigere Migros-Gerät sowie jenes von Coop. Die Temperatur ist schwer abzulesen, die Signaltöne sind zu leise. Erschwerend kommt beim Coop-Produkt hinzu, dass nicht angezeigt wird, wann der Batteriewechsel nötig ist. Für Coop sind die Resultate nicht nachvollziehbar. Die Firma betont, ihr Produkt für Fr. 5.50 biete ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

    Ein «ungenügend» bei der Handhabung erhält das Glas-Thermometer, weil es weniger praktisch ist als die anderen Geräte. Diese Kritik lässt der Hersteller nicht gelten: Die Anzeigesäule sei im Gegensatz zu anderen Glas-Thermometern sehr gut ablesbar. Zudem brauche es keine Batterien, sei «daher uneingeschränkt anwendbar», schreibt die Geratherm Medical AG. Weil es beim Messen von Fieber einiges zu beachten gilt (siehe unten «Richtig Fieber messen»), ist eine verständliche und vollständige Gebrauchsanweisung wichtig. Hier geht Braun mit gutem Beispiel voran.
  • Robustheit: Fiebermesser müssen auch etwas aushalten können. Aus hygienischen Gründen müssen sie zudem leicht zu reinigen sein, am besten mit Wasser. Die meisten Thermometer sind robust, wie der Falltest zeigt. Nur das letztplatzierte Gerät (Geratherm Classic) bestand diese Prüfung nicht. Es fiel auseinander. Geratherm kritisiert das Prüfverfahren bei diesem Modell. Zur Bestimmung der Bruchfestigkeit von Glas-Thermometern würde eine andere Norm gelten als bei digitalen Fiebermessern. Übrigens: Fünf der getesteten Thermometer sind nicht abwaschbar und erhielten deshalb ungenügende Noten.



Richtig Fieber messen

Wer das Thermometer falsch benutzt, erhält Messwerte, die um mehrere Zehntelgrad von der effektiven Körpertemperatur abweichen können.

  • Im Ohr lässt sich die Temperatur gut ermitteln, sofern der Sensor des Ohrthermometers korrekt im Gehörgang platziert ist. Dazu zieht man das Ohr leicht nach hinten und oben, dann ist der Gehörgang gerade.
  • Kontaktthermometer liefern im Mund zuverlässige Messwerte, wenn die Messspitze unterhalb der Zunge in eine der Wärmetaschen rechts oder links neben der Zungenwurzel gesteckt wird. Im After liefern diese Geräte die genauesten Werte – die ungenauesten unter der Achsel.



So wurde getestet

Das technische Prüflabor PZT in Wilhelmshaven (D) untersuchte die Fiebermesser auf folgende Punkte:

  • Fiebermessungen:
    Praxistest: Fünf gesunde Erwachsene massen mit jedem Gerät dreimal hintereinander ihre Körpertemperatur. Zusätzlich führte instruiertes Personal an fünf Testpersonen Messungen durch, Eltern an Kindern. Mit Infrarot-Thermometern wurde im Ohr gemessen, mit Digital- und Glas-Thermometern unter der Zunge. Das Labor bewertete die durchschnittliche Abweichung.

    Labortest: In Anlehnung an die in der Schweiz gültige Norm EN12470 wurde die Messgenauigkeit bei 36, 38, 40 und 42 Grad Celsius gemessen. Digitale Geräte dürfen ein Zehntelgrad von der tatsächlichen Temperatur abweichen, Stirn- und Ohrthermometer zwei Zehntel, Flüssigkeits-Glas-Thermometer +0,1 bis –0,15 Grad. Ausserdem prüften die Fachleute, wie lange es dauert, bis das Messresultat vorliegt.
  • Handhabung: Fachleute und Laien bewerteten zum Beispiel, wie gut sich die Resultate ablesen lassen und wie einfach die Bedienung ist. Die Experten benoteten die Anleitung.
  • Robustheit:
    Falltest: Das Labor überprüfte, ob die Thermometer genau messen, nachdem sie aus 1 m Höhe zu Boden gefallen waren.
  • Wasserdichtigkeit: Getestet wurde, ob die Geräte ein Wasserbad überstehen. Steht in der Gebrauchsanleitung, dass der Fiebermesser nicht wasserdicht ist, wurde auf den Test verzichtet. Dafür gabs ein «ungenügend».
  • Verarbeitung: Experten beurteilten die Verarbeitungsqualität sowie die Bedienelemente.

26. Oktober 2009 | Susanne Rufer, Redaktion K-Tipp


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Genaue Messwerte für heisse Köpfe
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