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Greenpeace Deutschland warnt vor dem hoch giftigen Stoff TBT in Babywindeln. Nun geben Experten Entwarnung.
Die Meldung sorgte bei zahlreichen Eltern für Aufregung: Greenpeace warnte eindringlich vor Tributylzinn (TBT) in Wegwerfwindeln. Die Umweltorganisation liess zehn Windeln überprüfen. Resultat: Sechs Sorten enthalten Spuren von Organozinnverbindungen, zu denen das hoch giftige TBT gehört. Die höchste TBT-Konzentration fand sich in den Pampers Baby Dry von Marktführer Procter & Gamble. Frei von TBT war die Windel Moltex Öko.
Das hoch giftige TBT gelangt über die Haut in den Körper
Im Bündchen der Pampers Baby Dry Mini fanden die Tester den höchsten TBT-Gehalt. Doch die gemessene Belastung der Pampers und anderer Papierwindeln ist so niedrig, dass sie die von der Weltgesundheitsorganisation tolerierte Tagesdosis von 0,25 Mikrogramm TBT pro Kilo Körpergewicht weit unterschreitet. Grund: Damit TBT über die Haut in den Körper gelangt, muss es erst einmal aus dem Kunststoffbündchen herausgelöst werden. Dazu tragen die Babys die Windeln aber nicht lange genug: Rund fünfmal pro Tag werden einem Kind die Windeln gewechselt.
Jürg Zarn von der Fachstelle Toxikologie des Bundesamtes für Gesundheit kommt zum Schluss: "Nach heutigem Wissensstand ist eine Gesundheitsgefährdung durch Organozinnverbindungen in Windeln nicht gegeben." Diese Ansicht teilen das deutsche Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin und das Magazin "Öko-Test".
saldo wollte vom Hersteller Procter & Gamble wissen, wie das TBT in die Windeln gelangte. "Wir setzen für die Herstellung der Pampers keine Organozinnverbindungen ein", erklärt Pressesprecherin Michèle Grégory. TBT wird bei der Herstellung von Kunststoff verwendet - ein möglicher Grund dafür, dass der Stoff in den Babywindeln nachgewiesen wurde.
Sicher ist jedoch: TBT hat in Windeln nichts verloren. Deshalb sind die Hersteller aufgefordert, die Ursachen zu suchen und Verunreinigungen zu vermeiden.
Jeannette Büchel
07. Juni 2000
