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Still und leise hat die Credit Suisse ihre Kreditkarten-Kommission bei den Wechselkursen erh?ht. So macht sie auf die Schnelle ein Millionengesch?ft.
Pech f?r Visa- und Eurocard-Besitzer, die ihre Gesch?fte ?ber die Credit Suisse abwickeln. Wer mit einer Kreditkarte der CS im Ausland bezahlt, dem verrechnet die Grossbank seit Anfang Jahr vielfach eine Bearbeitungsgeb?hr von 1,5 Prozent. Zuvor war es nur 1 Prozent.
Besonders ?rgerlich ist die Situation f?r die Kunden, die ihre Eurocard/Mastercard fr?her bei Europay bezogen haben. Diese stellte ihnen bis Ende 1999 nur gerade 0,5 Prozent Kommission in Rechnung. Doch per 1. Januar 2000 ?bernahm die Credit Suisse von der Europay 340 000 Karten, darunter die Qualiflyer-Karten sowie die TCS- und Firmenkarten. Neu bei der CS ist auch Franziska Hunziker aus dem Glarner Netstal. Im Februar reiste sie auf die Malediven und bezahlte mit Eurocard.
Den Betrag von 2450 US-Dollar rechnete die CS mit dem Devisenkurs in Franken um. Dann schlug sie noch 1,5 Prozent Kommission drauf. Zum Schluss verrechnete die CS 4205 Franken. Bei einer Kommission von 0,5 Prozent w?ren es nur 4162 Franken gewesen. Die Differenz: 43 Franken.
Geb?hren: Auch Kleinvieh macht Mist
Ein kleiner Betrag f?r Franziska Hunziker, doch ergeben sich Millionengewinne f?r die Grossbank. Besonders st?rend: Die CS hat ihre Kunden nicht dar?ber informiert, dass sie die Kommission erh?ht. Auch auf der Kreditkarten-Abrechnung steht weder die H?he der Kommission noch der konkrete Umrechnungskurs. Ein Affront gegen?ber den Konsumentinnen und Konsumenten. Die CS best?tigte, dass die Geb?hren zwischen 0,5 und 1,5 Prozent liegen – je nach Risiko. Sie argumentiert mit h?heren Kosten bei Kartentransaktionen.
Drei Millionen Kreditkarten sind in der Schweiz im Umlauf. Jahresumsatz: 17 Milliarden Franken, mehr als ein Drittel davon im Ausland. Ein immenser Betrag, bei dem die Banken schon mit kleinsten Buchhaltertricks ihren Gewinn steigern k?nnen.
Wie die CS macht auch die UBS bei den Wechselkursen ein Geheimnis aus den Geb?hren . In den allgemeinen Gesch?ftsbedingungen muss der Kunde den «Umrechnungskurs inklusive eines Bearbeitungszuschlags» anerkennen. Ein Blanko-Scheck. Die UBS teilte mit, die Angabe sei nicht relevant. Wichtig sei der effektive Wechselkurs. ?ber die Hotline machten die Kundenberater unterschiedliche Angaben. Mehrheitlich best?tigten sie eine Kommission von 1 Prozent.
Bank Corn?r verlangt keine Kommission
Nebst CS und UBS geben in der Schweiz noch die Bank Corn?r und die Viseca Visa- und Eurocards heraus. In der Viseca sind die Kantonal- und Regionalbanken, die Raiffeisenkassen, die Migros und die Coop Bank zusammengeschlossen. Viseca offeriert auch die Eurocard f?r Postkunden. Viseca-Kunden haben gut lachen. Hier betr?gt die Geb?hr nur 0,5 Prozent.
Gar keine Kommission verlangt die Bank Corn?r, die nebst der eigenen Visacard auch diejenige der Post herausgibt. Zu beachten: Viseca und vor allem Corn?r offerieren tendenziell schlechtere Wechselkurse als die Grossbanken, was den Vorteil von geringeren Kommissionen teilweise aufheben kann.
Reto Gerber
25. April 2001
