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«Der Gewinn ist zu hoch und kann von der Zahlstelle nicht ausbezahlt werden», beschied mir der Lottocomputer, als ich kürzlich den Schein zur Kontrolle brachte. Die Kioskfrau gratulierte mir, ich schluckte leer.
Nervenflattern unterdrückend schickte ich den Schein sofort an die Lottogesellschaft. Eingeschrieben! Es sollen ja schon Millionen auf dem Postweg verloren gegangen sein. Gelassen informierte ich anschliessend meine Partnerin: «So zwei-, drei-, vielleicht fünftausend Franken werdens sicher sein», mutmasste ich verhalten. Mehr zu erwarten hielt ich für ungesund.
Letzte Woche kam der heiss ersehnte Brief der Lottogesellschaft. Ich fetzte ihn auf. Auf der Rückseite stand die Gewinnsumme. Ich las die Ziffern...und las sie ungläubig nochmals, in der Hoffnung, die Kommastelle würde sich wie von Zauberhand doch noch nach hinten verschieben. Es nützte nichts. Dort stand unveränderbar die nackte Wahrheit: 100 Franken abzüglich 35 Prozent Verrechnungssteuer ergibt den Auszahlungsbetrag von 65 Franken. Die Verrechnungssteuer könne ich beim Steueramt zurückfordern, stand da noch.
Die vom Steueramt sollen mit den 35 Stutz ein Fest machen. Denn: Lotto kann zwar mein Leben verändern - aber geizig werde ich wegen dem bisschen Spielglück noch lange nicht.
06. Juni 2001
