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Artikel | Haus & Garten 2/2001

Geschenke erhalten die Freundschaft

Die Mobilfunkbetreiber locken Neukunden im hart umkämpften Markt mit attraktiven Angeboten. Wie sieht es aber mit Zückerli für treue Kunden aus? Orange läuft der Konkurrenz den Rang ab.

Die drei Mobilfunkbetreiber haben inzwischen gemerkt, dass «kleine Geschenke» auch die Freundschaft zu treuen Kunden erhalten. Mit dem Treueprogramm «Thanks» setzt Orange als erster Anbieter diese Erkenntnis um. Das Programm läuft seit Mitte letzten Jahres.

Orange schreibt der Kundschaft auf den Gesamtbetrag jeder Monatsrechnung (ohne Mehrwertsteuer) so genannte Treuefranken gut. Während der ersten zwei Jahre Abonnementsdauer beträgt der Bonus 5 Prozent. Danach sind es 10 Prozent bis vier Jahre Abo-Treue. Wer noch länger bei Orange bleibt, erhält gar einen Bonus von 15 Prozent. Dabei gilt der höhere Bonussatz jeweils rückwirkend auf die gesamte Vertragsdauer. Das Bonusguthaben eines Orange-Kunden mit Monatsrechnungen von rund 100 Franken wächst innert Jahresfrist auf 60 Franken, nach zwei Jahren sind es 240 Franken. Kontoguthaben ab 60 Franken können Kunden einsetzen, um eine Monatsrechnung zu reduzieren. Ab 250 Treuefranken kann man einen Gutschein an ein neues Handy anfordern.

Orange-Kunden erhalten alle drei Monate einen Kontoauszug mit dem Bonusstand. Alle Informationen hat Orange in einer Broschüre zum Treueprogramm festgehalten. In den allgemeinen Bedingungen behält sich Orange vor, «das Programm jederzeit abzuändern, zu ergänzen oder einzustellen».

Kundinnen und Kunden, die ihren Vertrag verlängern, profitieren von zusätzlichen Vergünstigungen.

Tipp: Beim Kundendienst nachfragen kann sich lohnen.


Swisscom: Bindet Angebote niemandem auf die Nase

Ähnlich wie bei «Thanks» sammelten die Swisscom-Kunden mit dem Bonusprogramm «Joker» Punkte. Wer daran teilnehmen wollte, musste sich allerdings erst anmelden. Per Ende März stellt Swisscom das Programm ein.

Das soll nicht heissen, dass treue Swisscom-Kunden ab April im Regen stehen. Auf die Nase binden mag die Mobilnetzbetreiberin dies ihrer Kundschaft allerdings nicht.

Nur auf Anfrage unterbreitet die Swisscom Natel-Kunden, die seit mindestens einem Jahr einen Vertrag mit ihr haben, ein Angebot für ein vergünstigtes Handy. Und dies auch nur dann, wenn der Kunde die Rechnungen immer pünktlich bezahlt hat und es nie zu einem Vertragsunterbruch kam. Wer profitieren will, muss sich zudem für weitere 12 Monate verpflichten.

Wie hoch die Vergünstigung ist, hängt davon ab, wie viel der Kunde telefoniert. Aber: «Über die genauen Konditionen will die Swisscom aus Konkurrenzgründen keine Auskunft geben», sagt Sprecher Sepp Huber. Nur so viel: Der aktuell tiefste Preis, den treue Kunden zum Beispiel für ein Nokia 8210 bezahlen müssen, liegt bei 156 Franken. Einen Swisscom-Neukunden kostet dasselbe Gerät 198 Franken (plus 40 Franken für die SIM-Karte).

Tipp: Swisscom-Kunden sollten im Swisscom-Shop hin und wieder nachfragen, wie viel Rabatt man ihnen aktuell gewährt.

Am meisten darben müssen derzeit die treuen Kundinnen und Kunden der Nummer drei im Schweizer Markt, Diax. Zwar hat die Firma gemäss eigenen Angaben «ein umfassendes Kundenloyalitätsprogramm erarbeitet». Dieses habe man aufgrund der Fusion mit Sunrise aber gestoppt. Unterdessen hätten trotzdem rund 12000 gute Kundinnen und Kunden bei der Vertragsverlängerung um ein Jahr kostenlos oder vergünstigt ein neues Handy erhalten. Diax habe die Kunden «nach Kriterien wie Abonnementsdauer, Umsatz und Zahlungsmoral ausgewählt».

Tipp: Bonusprogramme hin oder her: Der Wechsel zu einem anderen Netzbetreiber ist vor allem für Wenig-Telefonierer häufig die beste Möglichkeit, günstig zum neuen Handy zu kommen. Bedingung: ein 12-Monats-Vertrag. Sie können sogar die ursprüngliche Handy-Nummer behalten. Vor einem allfälligen Wechsel sollten sich Handy-Nutzer immer beim Kundendienst ihrer aktuellen Gesellschaft nach Vergünstigungen bei Vertragsverlängerung erkundigen.

Übrigens: Bei sämtlichen Gesellschaften gelten die Vergünstigungen nur für Abo-Kunden. Wer mit einer Prepaid-Karte telefoniert, bleibt auf der Strecke.

Patrick Gut

01. März 2001


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