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Artikel | Haus & Garten 2/2000

Wer früh bucht, kann sparen - Gewinnen mit First Minute

Schnäppchenjäger dürfen sich freuen. Wer seine Ferien frühzeitig bucht, kann Geld sparen. Aber sind First-Minute-Angebote tatsächlich günstiger als Last-Minute-Aktionen?

Was Trekking-Anbieter längst kennen, ist jetzt auch für Badeferien möglich. Helvetic Tours beispielsweise bietet dieses Jahr früh buchenden Kunden bei sämtlichen Charter-Destinationen Aktionspreise an. Auch FTI-Reisen gewähren entsprechende Rabatte - für die Karibik zum Beispiel von bis zu 170 Franken pro Person.

Von First-Minute-Angeboten ist zurzeit allenthalben die Rede. Die Vorteile liegen auf der Hand.

- Die Ferien-Auswahl ist schier grenzenlos.

- Der Kunde kann die Reise besser auf seine individuellen Wünsche abstimmen.

- Für Reiselustige, die an fixe Feriendaten gebunden sind, ist das Frühbuchen geradezu ideal (Schulferien, Geschäft, Familie).

- Ebenso für solche, die gezielt an eine bestimmte Destination reisen möchten.

- Und nicht unwesentlich: Es bleibt viel Zeit fürs Vorbereiten. Man kann sich gründlich ins Reiseland einlesen und sich lange auf seine Ferien freuen.

- Last but not least kann man die erzielten Einsparungen im Jahres-Budget einkalkulieren.


Kundenfeindliche Preis-Aufschläge

Um Kunden zu einer Frühbuchung zu motivieren, erhebt Kuoni-Tochter Helvetic Tours bei reger Nachfrage sogar «zünftige» Aufschläge auf die Last-Minute-Angebote.

Diese kundenfeindliche Art der Preisgestaltung dürfte, wie Walter Kunz, Geschäftsführer beim Schweizerischen Reisebüro-Verband (SRV), glaubt, in der ganzen Branche schnell Nachahmer finden.

Trotz dieser First-Minute-Offensive gilt: Für alle stressresistenten Reiselustigen, die ihren Koffer immer gepackt parat haben und ganz einfach irgendwo unter der Sonne flach liegen möchten, bleibt das Last-Minute-Buchen weiterhin das A und O.


Bestpreisjäger warten noch immer ab

Erstens winken noch längst nicht bei allen Veranstaltern Rabatte für Schnellentschlossene. Und: Die Preisermässigungen bei Frühbuchungen liegen im Schnitt zwischen 10 und 20 Prozent - damit sparen Sie weniger als bei Spätbuchungen.

Bestpreisjäger dürfen also vorderhand geruhsam abwarten. Die Faustregel für Last-Minute-Angebote bleibt unangetastet.

Das beste Schnäppchen winkt, wenn die Nachfrage nach der gewünschten Destination gering ist. Das ist am ehesten in den Zwischensaisons der Fall: in der ersten Dezemberhälfte, im Januar, Mai, Juni und - in den Wochen nach den Schulferien.

In der Hochsaison finden Sie kaum Angebote mit spürbaren Reduktionen.

Hanspeter Nehmer, Pressesprecher bei Hotelplan, schränkt für die Hochsaison ein: «Wenn sich das Feriengeschäft an so genannten guten Daten nicht nach Wunsch entwickelt, werden auch künftig in der Hochsaison interessante Schnäppchen vorliegen.» Wer bei L'tur - Europas grösstem Reise-Restverwerter - die Hotline mit den Preishits abruft, findet immer wieder Tiefstpreisangebote.

Mit First und Last Minute sind die Möglichkeiten für Bestpreisjäger aber noch nicht ausgeschöpft. Günstige Ferien locken übers ganze Jahr - bei Sonderaktionen.

Für preisbewusste Leute lohnt sich zudem der Gang zu jenen Reisebüros, die sich klar im unteren Segment positioniert haben: Da wären zum Beispiel Helvetic Tours oder M-travel - die Günstigmarken von Hotelplan und von Kuoni, Qualitours, Jetreisen oder L'tur.


So vermeiden Sie Schnäppchen-Fallen

Nicht überall, wo mit fetten Zahlen für eine Last-Minute-Reise geworben wird, findet der Spätentschlossene tatsächlich ein Schnäppchen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sämtliche Details auflisten und mit dem Katalogpreis vergleichen, auf Zuschläge und Extras achten, etwa ob die SBB-Tickets im Preis inbegriffen sind.

Und auch bei Last-Minute-Angeboten sollte der Hotelname oder zumindest der -standard bei der Buchung klar sein. Ramsch muss auch bei dieser Art des Buchens niemand hinnehmen.

Als generelle Vorsichtsmassnahme gilt: Nur bei Reiseanbietern buchen, die eine Kundengeld-Versicherung abgeschlossen haben, wie das der SRV von seinen Mitgliedern verlangt. Dies garantiert, dass der Kunde sein Geld zurückerhält, falls ein Veranstalter in der Zeit zwischen Buchung und Reise Konkurs geht.

Pirmin Schilliger

01. März 2000


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