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Artikel | K-Tipp 12/2002

Zwei Mobiliar-Agenten verkauften dubiose Anlage

Rund 80 Kunden der Mobiliar bangen um ihre Ersparnisse.
Die Sunvest AG versprach Anlegern traumhafte Gewinne - doch die Gelder sind verschwunden. Zwei Mobiliar-Agenten wurden entlassen, weil sie das dubiose Produkt ebenfalls verkauft hatten.

Enthüllt hat die brisante Geschichte das K-Tipp-Schwesterblatt K-Geld. In Ausgabe 6/2001 ist nachzulesen, dass ein gewisser xy (Name der Redaktion bekannt) von seinen Kunden rund 2 Millionen Franken einkassierte. Er könne das Geld innert kurzer Zeit verdoppeln, versprach er den Anlegern.

Inzwischen ist diese Luftblase geplatzt. Xy sitzt wegen Verdachts auf Betrug und eventuell weiterer Delikte in Untersuchungshaft. Etliche Kundinnen und Kunden der Mobiliar bangen um ihr ganzes investiertes Geld. Vermutlich hat xy (ein gelernter Spengler und Dachdecker) das Geld für sich selber abgezweigt.



Einer, der sich für Sunvest mächtig ins Zeug gelegt hat, ist Bernhard Berger. Er war bei der Mobiliar-Agentur in Burgdorf BE als so genannter «Lebenspezialist» angestellt, war also zuständig für den Verkauf von Vorsorgeprodukten (zum Beispiel Lebensversicherungen).



Berger liess sich gleichzeitig auch zum Verwaltungsrat bei der Sunvest AG wählen. Nach seinen Angaben hat er die hochriskante Anlage bei rund «70 bis 90Mobiliar-Kunden» platziert - und in dieser Zeit natürlich auch mitverdient. Tatkräftigunterstützt wurde er dabei von Reinhard Lorenz, der bei der Mobiliar-Agentur Burgdorf als Verkaufsleiter fungierte.





«Wir waren naiv, dumm und geldgierig»



K-Tipp-Leser erinnern sich: Ein Burgdorfer Mobiliar-Agent war es auch, der einem invaliden Rentner einen massiven Geldverlust «bescherte», weil er ihn schlecht beraten hatte.



Die beiden Agenten sind inzwischen entlassen worden. Ihr Treiben kam den Mobiliar-Oberen auch deswegen zu Ohren, weil Kunden bei der Direktion klagten, die Sunvest zahle das Geld nicht zurück.



Den Ex-Mobiliar-Agenten Berger und Lorenz tut die Sache heute Leid. Sie seien «naiv und dumm» gewesen und auch «geldgierig»; sie seien xy auf den Leim gekrochen und von ihm ebenfalls geprellt worden.



Und: «Wir waren als Angestellte der Mobiliar Vertrauenspersonen für unsere Kunden. Wir hätten ihnen keine dermassen riskante Geldanlage vermitteln dürfen.»



Die Mobiliar-Generaldirektion sagt dazu, die beiden Entlassenen hätten die Sunvest-Geldanlage nicht in ihrer Funktion als Mitarbeiter der Generalagentur Burgdorf verkauft. Diese Geldanlage stehe in keiner Beziehung zur Mobiliar, deshalb werde die Mobiliar die geprellten Kunden auch nicht entschädigen. Weder der zuständige Agenturleiter in Burgdorf noch die Generaldirektion in Bern hätte von den unerlaubten Aktivitäten gewusst.



Laut der Zeitschrift K-Geld haben rund 40 Leute Sunvest verkauft und damit Provisionen kassiert. Es ist anzunehmen, dass sich auch vereinzelte Angestellte von anderen Versicherungsgesellschaften auf diese Weise ein Zubrot verdient haben.







Fondsspar-Produkt Bestinvest - Die Bank Pictet zieht sich zurück



Anleger sind verunsichert: Was bedeutet der Rückzug der Bank Pictet vom Produkt Bestinvest?



Der K-Tipp hat in Nummer 9/02 unter dem Titel «Der Mobiliar-Agent hat mich reingelegt» über das Fondsspar-Produkt Bestinvest der BFW-Group und der Genfer Privatbank Pictet berichtet. Die Gelder werden von der Firma BFW Vermögensverwaltungs AG in Zürich verwaltet, Pictet fungiert als Depotbank.



Jetzt hat Pictet dieses Mandat an die AIG Privat Bank in Zürich weitergegeben. Aus internen Quellen heisst es, das Produkt habe für Pictet nicht genügend Rendite abgeworfen. Pictet selber begründet den Schritt offiziell mit strategischen Überlegungen.



Für die Kunden ergeben sich dadurch keine Änderungen. Die AIG verlangt die gleichen Spesen wie Pictet. Allerdings bleiben auch die Provisionsansätze für die Verkäufer gleich. Das bedeutet, dass von Neuinvestitionen in Bestinvest eher abzuraten ist, weil der Vermittler im Normalfall 5 Prozent der investierten Summe kassiert.

12. Juni 2002


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