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Sabine Roos hatte alles Mögliche versucht, ihre vielen Körperhaare loszuwerden. Nichts half - bis sie eine Lasertherapie machte.
Haare an den Beinen, an den Armen, in den Achselhöhlen - aber auch am Kinn: Sabine Roos (Name geändert) hat jahrelang darunter gelitten. «Am schlimmsten war es jeweils im Sommer», erzählt die 33-Jährige. «Wenn ich mir am Morgen für die Badi die Beine rasierte, sprossen die Haare am Abend schon wieder.» Kein Wunder: Der Rasierer schneidet das Haar lediglich ab, die Wurzel aber bleibt intakt.
Auch chemische Enthaarungsmittel brachten nichts. Die Haare wuchsen blitzschnell wieder nach. Bei den meisten Frauen geschieht das nach ein paar Tagen, bei der brünetten Sabine Roos jedoch bereits nach ein paar Stunden: «Ich kam mir vor wie ein Mann und trug nur Hosen, nie einen Rock.»
Eine Hormonkrankheit lag nicht vor, das hatte Roos ärztlich abklären lassen. So versuchte sie, ihr Haarproblem mittels Epilation und Wachs im wörtlichen Sinn an der Wurzel zu packen. Doch diese Methoden eigneten sich für Roos mit ih-rer starken Behaarung auch nicht. Zudem waren die Behandlungen vor allem in der Bikinizone zu schmerzhaft.
Schliesslich entschied sie sich für eine Lasertherapie beim Arzt. Dabei dringt der Laserstrahl in die Haut ein, erhitzt die Haarwurzel und zerstört sie. Nach drei Sitzungen zeigte sich erstmals ein Erfolg: «Der Haarbestand begann sich endlich zu lichten.»
Sabine Roos hat sich noch zwei weitere Male behandeln lassen und für die Lasertherapie während zweier Jahre insgesamt rund 6000 Franken ausgegeben. «Das ist zwar sehr viel Geld», sagt sie. «Dafür aber ist meine Körperbehaarung heute auf ein erträgliches Mass reduziert und mein Körpergefühl wieder intakt.»
Shaba-Zuckergel bringt mehr als Wachs
Das sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden:
Rasieren mit Klinge oder elektrisch
- Vorteil: sehr günstig. Man kann diese Methode an allen erreichbaren Körperstellen selber anwenden.
- Nachteil: Haar wächst schnell wieder nach.
- Kosten: Klinge ab 20 Rappen pro Stück; Damenelek-trorasierer Fr. 80.- bis 150.-.
Chemische Enthaarungsmittel
Creme trägt man selber auf, lässt sie einwirken und entfernt Haare und Creme anschliessend mit einem Schaber. Für Beine, Arme, und Achselhöhlen geeignet.
- Vorteil: Selbstanwendung.
- Nachteil: Haar wächst wie beim Rasieren rasch wieder nach. Produkte enthalten
Thioglykolsäure, möglich sind Hautrötungen.
- Kosten: Fr. 4.- bis 10.- pro 100 ml.
Kalt- und Warmwachs
Beim Abziehen der Wachsschicht werden Haare meist samt Wurzel ausgerissen. Für den ganzen Körper geeignet.
- Vorteil: Die Haare wachsen zwar nach ein paar Wochen wieder nach, «oft allerdings spärlicher und feiner», so Ronelle Iten, Vizepräsidentin der Gesellschaft für medizinische Kosmetik.
- Nachteil: relativ schmerzhaft.
- Kosten: Kaltwachs, pro Doppelstreifen bis zu Fr. 3.-. Warmwachsbehandlung bei der Kosmetikerin: Fr. 75.- bis 100.- pro Stunde.
Shaba-Zuckergel
Ist in der Anwendung ähnlich wie Wachs, jedoch nachhaltiger. Für ganzen Körper geeignet. Kosten bei der Kosmetikerin: Fr. 40.- bis 80.-.
Epilieren
Nur durch die Kosmetikerin. Dabei wird die Haarwurze- verätzt oder verschmort. Geeignet bei dicken Haaren und für kleine Flächen - zum Beispiel im Gesicht.
- Vorteil: Alte Haarwurzel wächst nicht mehr nach.
- Nachteil: aufwändig, relativ schmerzhaft. «Wenn man die Methode nicht fachgerecht ausführt, kann es zu Narben kommen», sagt Ronelle Iten. Kosten pro Stunde: Fr. 100.- bis 125.-.
Laser
Behandlung nur durch einen Facharzt möglich. Der Lichtstrahl des Lasers dringt in die Haut ein, erhitzt die Haarwurzel je nach Pigment und zerstört Haar und Wachstumszone.
«Die besten Resultate erzielen wir bei dunkelhaarigen Menschen mit heller Haut, die mindestens zwei Monate vorher die Sonne gemieden haben», sagt Dermatologe Erich Küng.
- Vorteil: nachhaltige Enthaarung möglich. Anwendbar am ganzen Körper.
- Nachteil: teuer. Tiefer liegende, junge Wurzeln erreicht der Laser nicht, deshalb sind mehrere Sitzungen nötig. Kann schmerzhaft sein. Langzeiterfahrungen fehlen.
Kosten pro Sitzung: Fr. 100.- bis 900.-, je nach Fläche.
01. Januar 2003 | Pia Seiler
