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Artikel | K-Tipp 3/2003

So haben Sie den Schnitt im Griff

Eine gute Schere allein garantiert noch keinen blühenden Garten. Aber sie erleichtert es massgeblich, diesem Ziel Schnitt für Schnitt näher zu kommen.

Spüren Sie schon den Frühling? Nein? Macht nichts, Sie haben ja noch ein wenig Zeit.

Es sei denn, Sie besitzen einen Garten. Dann nämlich müssen Sie sich bald schon die Arbeitshandschuhe überziehen und zur Gartenschere greifen. «Laubgehölze schneidet man idealerweise im Februar oder Anfang März, wenn die grösste Winterkälte vorbei ist», sagt Edmond Manhart, Leiter der Abteilung Baumschule des Garten-Centers Hauenstein in Zürich.

Grund: Noch verharren die meisten Pflanzen in der Winterruhe, ihr Saft befindet sich in den Wurzeln. Wenn man jetzt Äste und Zweige zurückschneidet, trocknen die Bäume und Sträucher nicht aus. Und der bald einsetzende Saftstrom unterstützt ihre Regeneration.

Vor dem ersten Schnitt sollten Sie sich aber überlegen, was Sie erreichen wollen. Möchten Sie die Blütendichte der Pflanze steigern oder das Gewächs in eine bestimmte Form schneiden? Geht es primär darum, das Verwildern zu verhüten, abgestorbenes Geäst zu entfernen und Luft und Licht eintreten zu lassen? Wollen Sie Bäume oder Sträucher dazu bringen, viele neue Triebe zu entwickeln, buschiger zu werden und mehr in die Breite statt nur in die Höhe zu wachsen?

«Es gibt diverse Motive, Gehölze zurückzuschneiden, auszulichten oder zu stutzen», erklärt Manhart. Und stets sei es auch eine philosophische Frage, wie stark man den natürlichen Wuchs beeinflussen wolle. «Ein Muss jedenfalls ist es nicht, jedes Jahr zur Schere zu greifen», stellt der Fachmann klar. «Die meisten Pflanzen kann man auch zwei, drei Jahre sich selber überlassen, sofern Platz vorhanden ist - einige können dann recht voluminös werden.»

Doch wie schneiden Sie Bäume und Sträucher richtig? Dieses Thema füllt ganze Bücher. Klar ist, dass Sie Zweige und Äste niemals quetschen, brechen oder abdrehen sollten. Im Übrigen aber kann das adäquate Vorgehen je nach Pflanze, Standort, Zeitpunkt und Ziel, das man mit dem Schnitt anstrebt, stark variieren. Edmond Manhart und Garten-Center-Leiterin Therese Meier empfehlen deshalb, sich von einem Gärtner einführen zu lassen oder Schnittkurse zu besuchen. Solche Kurse bieten Gartenbauvereine und -fachgeschäfte an.

Auf jeden Fall aber sollten Sie mit gutem, optimal in der Hand liegendem Gerät arbeiten. Qualitativ hochwertige Einhandscheren gibts laut Therese Meier ab zirka 40 Franken. Ob Sie sich für ein Modell mit Schneid- und Gegenklinge oder eines mit Schneidklinge und Amboss entscheiden, ist Geschmacksache. Klare Vor- oder Nachteile habe weder der eine noch der andere Scherentyp, so Meier.

Wichtig ist bei allen Modellen, die Pflege nicht zu vernachlässigen. Meier empfiehlt: Reinigen Sie Ihre Gartenschere nach jedem Gebrauch. Und schmieren Sie sie gelegentlich mit einigen Tropfen Nähmaschinenöl.

Doch selbst die beste Schere taugt nichts mehr, wenn sie stumpf ist. Daher sollten Sie die Klinge öfters wechseln. Eine neue Klinge kostet etwa 10 bis 15 Franken. Nicht unbedingt günstiger, aber etwas weniger verschwenderisch ist es, die Schere in einer mechanischen Werkstatt schleifen zu lassen. Sie können mit einem Keramikschleifstein auch selber Hand anlegen; bei Rundklingen ist das allerdings nicht ganz einfach.

12. Februar 2003 | Gery Schwager - gschwager@ktipp.ch


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