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An Landwirtschaftsprodukten verdient niemand Geld, wird neuerdings behauptet. Da-gegen spricht der Gewinn von Bell.
Niemand verdient an unverarbeiteten Agrarprodukten wie Fleisch, Milch oder Kartoffeln - weder Bauern und Zwischenhandel noch Detailgeschäfte oder Grossverteiler.» Das behauptet die auf Initiative der Migros gegründete so genannte Agrarplattform, welche die Zusammensetzung der Preise für Landwirtschaftsprodukte untersucht hat. «Damit ist die Hypothese unangemessen hoher Margen der Fleischverarbeiter endgültig vom Tisch», frohlockt der Metzgermeisterverband.
Dies steht im Widerspruch zur Jahresrechnung des grössten Schweizer Fleischkonzerns, der Bell-Gruppe. Ihr Reingewinn stieg zwischen den Jahren 2000 und 2002 um die Hälfte auf über 45 Millionen Franken. Der Cashflow (Gewinn vor Abschreibungen) wuchs in diesem Zeitraum gar um 89 Prozent.
Liegt es daran, dass Bell schon mehr als die Hälfte des Frischfleischumsatzes mit teuren Label-Produkten macht? Bell-Sprecher Davide Elia winkt ab: «Beim LabelFleisch zahlen wir den Bauern mehr. Zudem sind die Verarbeitungskosten höher.» Die Gewinne sind laut Elia vielmehr bei Geflügel und Fisch sowie bei Fertigprodukten gestiegen.
Forderung: Gewinnbeteiligung für Rohstofflieferanten
Die Preise für Fertigprodukte werden von der Agrarplattform aber nicht untersucht. «Das lenkt die Diskussion in die falsche Richtung», kritisiert René Bucher, Sprecher der Bauernorganisation Lobag. Er fordert vielmehr gerechte Preise für Schwein, Kalb und Rind: «Die Bauern müssen am Gewinn aus den verarbeiteten Fleischprodukten teilhaben - sie liefern schliesslich den Rohstoff.»
mw
14. Mai 2003
