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Artikel | saldo 11/2003

Nur für Hobbyköche mit grossem Budget

Garen im Dampf mit dem Steamer ist im Kommen. Aber Kochen wie die Profis bleibt vorerst den Gutbetuchten vorbehalten.

Der Steamer ist in Restaurants und Kantinen ein unentbehrliches Gerät: Er wärmt vorgekochte Menüs so auf, dass sie frisch wirken, und er gart grosse Mengen Fleisch und Beilagen ohne Verkochen.

Bisher sparte der gute alte Dampfkochtopf über die Hälfte der Garzeit und der Energie. Nun wirbt die Elektrobranche dafür, im Einbaugerät Dampf zu machen. Der moderne Dampfgarer, in den man Wasser einfüllt, kocht bei 100 Grad bis zu drei flache Platten - Reis, Gemüse, Fleisch -, und auch Backen ist möglich. Diese Einbaugeräte sind ab 1600 bis 2000 Franken zu haben.


Die Verkaufszahlen nahmen letztes Jahr um 50 Prozent zu

Die teureren Druck-Steamer brauchen einen separaten Wasseranschluss, garen mit Druck und Dampf von 120 Grad blitzschnell auch grosse Mengen. Solche Geräte finden sich im Laden für etwa 3600 Franken. Beliebt sind Dampfgarer als Kombigerät mit einem herkömmlichen Backofen. Mehrere Hersteller bieten solche Profi- oder Kombi-Steamer zwischen 3000 und 4000 Franken an.

«Wer jetzt ein Haus baut, schaut sich Steamer gründlich an. Vorführungen stossen auf viel Interesse. Der einzige Nachteil des Gerätes ist sein Preis», fasst eine Elektrofachverkäuferin zusammen. Ein Kombi-Steamer kostet doppelt so viel wie ein herkömmlicher Backofen. Dennoch boomt der Markt. Letztes Jahr nahmen die Verkäufe in der Schweiz um 53 Prozent zu: 17 000 Steamer wurden neu angeschafft. Das sind nur dreimal weniger verkaufte Geräte als Backöfen und siebenmal weniger als Mikrowellenöfen.

Wer nur ein Kombigerät hat, sehnt sich bald nach zwei Öfen: dem Steamer für Gemüse und Beilagen sowie dem Backofen für den Braten. Deshalb preist Miele - im Gegensatz etwa zu Electrolux und V-Zug - kein Kombigerät, sondern reine Steamer als Zweitgeräte an. Denn der Steamer ersetzt eher den Dampfkochtopf und die Mikrowelle: Er trocknet Speisen beim Aufwärmen nicht aus wie die Mikrowelle, und dank guter Sichtkontrolle und weniger Druck gibts keine verkochten Kartoffeln.


Viele Hausbesitzer warten, bis die Preise purzeln

Von sieben befragten Familien, die eine neue Küche installiert haben, verzichteten sechs - vorläufig - auf den Kauf. Biologieprofessor und Hobbykoch Fritz Müller aber griff zu und ist begeistert: «Das Gemüse ist nie verkocht und Aufgewärmtes wird wie frisch.» Er bäckt auch den Sonntagszopf damit und möchte das Gerät nicht mehr missen.

Weitblickend handelte Familie K.: «Wir haben beim Bau den Wasseranschluss vorgesehen. Bis die Steamer billiger werden, steht dort halt noch die Mikrowelle.» Die Gerätehersteller reagieren darauf, dass ihre Kundschaft Dampfgaren «toll, aber zu teuer» findet: Neu kommen kleine, günstigere Tischgeräte auf den Markt.



Stromfresser werden genügsam

Der traditionelle Backofen bleibt ein grosser Stromfresser. Erst ab 2004 muss der Energieverbrauch angeschrieben werden, aber die ersten Geräte mit Energieetikette sind jetzt auf dem Markt. Die Strom sparende «A»-Klasse verbraucht weniger als ein Kilowatt Strom pro Stunde. Informationen über die besten Backöfen und die am meisten Energie sparenden Steamer sind im Internet unter www. topten.ch zu finden.

Aufgeführt sind Geräte der Marken Bauknecht (Steam SPC 3035), V-Zug (Combi-Steam SL CST-SL), Gaggenau (ED 220/221), AEG (B8924-m), Electrolux (EB SL TC.3) und Therma (BO D.2 steam). Die Ladenpreise der Geräte liegen bis zu 35 Prozent unter dem Richtpreis des Herstellers.

11. Juni 2003 | Christa Mutter


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