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Grosse Nachfrage - kleines Angebot: Vermittler von Heimarbeit nutzen die Situation für krumme Geschäfte.
Die Enttäuschung beginnt bereits am Telefon: Nachmittags seien die Mitarbeiter stets erreichbar, verspricht der automatische Beantworter der Firma Heimarbeit-Index den Stellensuchenden. Schön wärs: Zehn Versuche an fünf Tagen brachten keinen Erfolg.
Erfolgreich scheint hingegen das Konzept des Unternehmens zu sein: Heimarbeit-Index schaltet Inserate und garantiert Arbeitsvermittlung gegen eine Gebühr von 120 Franken. Doch wer zahlt, hat nur eine Garantie: dass er so gut wie sicher kein Angebot erhält und dass ohne seinen schriftlichen Gegenbericht nach sechs Monaten weitere 120 Franken fällig werden.
Heimarbeit-Index operierte früher von Luzern aus - bis die kantonalen Justizbehörden eine Strafuntersuchung einleiteten. Heute gehört die Firma der Global Work Connection in Vaduz (FL), doch die alte Masche mit der vorgetäuschten Stellenvermittlung wurde beibehalten.
Die Firmen gelten in der Branche als einschlägig bekannt
«Das Unternehmen ist uns leider bekannt», sagt Roland Ronchi von der Schweizerischen Zentralstelle für Heimarbeit (SZH). «Regelmässig melden sich bei uns enttäuschte Stellensuchende, die trotz Bezahlung keine Arbeit gefunden haben.» Heimarbeit-Index profitiert dabei laut Ronchi vom Missverhältnis auf dem Markt: «Die Nachfrage nach Heimarbeit übersteigt das Angebot bei weitem.»
Auch eine deutsche Firma versucht mit Arbeitswilligen in der Schweiz Geschäfte zu machen. Der Meiba Service, der im aargauischen Nussbaumen ein Postfach unterhält, lockt in seinem Versand, mit «einem lukrativen Nebenverdienst etwas gegen Geldknappheit zu tun». Stellenangebote gebe es gegenwärtig zu einem «Sonderpreis» von 30 Franken.
Ausser Spesen nichts gewesen. Meiba steht bei SZH-Geschäftsführer Ronchi ebenfalls auf der Liste der schwarzen Schafe: «Das ist ein Missbrauch der Situation auf dem Arbeitsmarkt.»
ro
10. September 2003
