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Artikel | Gesundheits-Tipp 10/2003

Dem Fastfood gehts ans Fett

Gerade mal 5 Gramm Fett hat das neue Sandwich von Burger King. Es enthält auch nur 350 Kilokalorien. Im Gegensatz dazu bringt es der Whopper Burger mit Käse - eines der Zugpferde des Fastfood-Anbieters - auf 45 Gramm Fett und 717 Kilokalorien. Burger King will damit einen Beitrag leisten gegen die dramatische Ausbreitung von Übergewicht. Auch McDonald's führt seit neuestem vermehrt Salate im Sortiment. Und Kraft, einer der weltweit grössten Nahrungsmittelhersteller, verspricht, seine fetten Snacks künftig in kleinere Portionen abzupacken.

Weniger Fett, kleinere Portionen statt Multipacks - die Fastfood-Industrie sorgt sich plötzlich rührend um die Gesundheit ihrer Kunden. Doch dies geschieht nicht aus purer Menschenliebe: In den USA drohen Klagen in Milliardenhöhe. Denn die fettreichen Produkte stehen im Verdacht, erheblich zur Fettleibigkeit beizutragen - und damit zu gesundheitlichen Schäden wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Betroffene wollen nun die Fastfood-Ketten zur Rechenschaft ziehen - wie Lungenkrebs-Kranke die Tabakindustrie.

Fettleibigkeit ist ein schweres Leiden. Wer einmal übergewichtig ist, kämpft oft ein Leben lang dagegen an. Diäten helfen wenig. Betroffene müssen ihr Leben radikal umstellen: mehr Bewegung, gesünderes Essen. Das schaffen nur wenige. Wer immer dicker wird, dem droht gar ein chirurgisches Magenband (siehe Bericht auf Seite 16). Auch hier ist der Erfolg ungewiss. Deshalb sind sich Experten einig: Menschen muss man vor Übergewicht schützen.

Kalorienarmes Fastfood ist ein erster Schritt. Mehr nicht. Noch immer sind Burgers & Co. in den Regalen - und verlocken die Konsumenten. Dies haben auch Behörden und Gesundheitsorganisationen erkannt - und erhöhen den Druck auf die Anbieter. Eine weltweite Task-Force will sie nun zwingen, ihre Fastfood-Produkte zu kennzeichnen: Grün bedeutet unbedenklich. Rot heisst: Zu viel davon gefährdet die Gesundheit. Dank solchen Warnhinweisen werden Konsumenten ungesunde Produkte meiden. Und erst dies wird ein echter Durchbruch sein im Kampf gegen die Fettleibigkeit.

08. Oktober 2003 | Tobias Frey


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