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Der tiefe Dollarkurs schlägt sich auf die Preise für Ferien nieder: Reisen in die USA sind so günstig wie nie zuvor.
Reisen in die Vereinigten Staaten kosten im Vergleich zum Vorjahr 5 bis 10 Prozent weniger, Leistungen vor Ort rund 15 Prozent.
In Dollar gerechnet sind die Preise für Flüge und Hotelleistungen auf dem Vorjahresniveau. Die äusserst günstigen Preise in den aktuellen USA-Katalogen basieren einzig auf dem tieferen Wechselkurs. Der Dollar kostete Ende Januar nur noch Fr. 1.25 gegenüber rund Fr. 1.40 vor Jahresfrist.
Die auf die USA spezialisierten Reiseveranstalter hoffen nun auf die Rückkehr ihrer Kunden. Die einstige Übersee-Lieblingsdestination der Schweizerinnen und Schweizer wird seit dem 11. September 2001 deutlich weniger gebucht. Letztes Jahr reisten 215000 Schweizer in die Vereinigten Staaten - 1999 waren es noch 415 000.
Die USA-Veranstalter gehen nun von einem Nachholbedarf aus - verstärkt durch den tiefen Dollarkurs. Die Buchungen haben bereits deutlich angezogen. Kuoni und Hotelplan bieten diesen Sommer gar USA-Charterflüge mit der Route Zürich-Las Vegas- San Francisco-Zürich an.
Kanada und die Karibik sind teurer geworden
Doch nicht nur bei der Buchung kann man sparen. Speziell beim Shopping schlägt sich der tiefe Kurs nieder, wie auch beim Benzin und den Eintrittspreisen für die Vergnügungsparks.
Umgekehrt verhält sich die Preisentwicklung für Kanada, eine Destination, die bei Schweizern im letzten Jahr sehr beliebt war. Der kanadische Dollar hat gegenüber dem Schweizer Franken um gut zehn Prozent an Wert zugelegt und die Hoteliers und Anbieter von Motorhomes haben wegen der grossen Nachfrage im vergangenen Jahr das Preisniveau vereinzelt sogar leicht angehoben.
Wegen des tieferen US-Dollars müssten Schweizer eigentlich auch mit Einsparungen bei Karibik-Reisen rechnen können. Doch dem ist nicht so: Weil viele amerikanische Touristen letztes Jahr statt nach Europa in die Karibik gereist sind, haben die Hoteliers die Preise erhöht. Deshalb kosten Reisen in die Karibik unter dem Strich fünf Prozent mehr.
Weiterhin sehr attraktiv sind Ferien in Südostasien. Vor allem Reisende, die Erstklass- und Luxushotels buchen, können profitieren. Denn die meisten asiatischen Währungen sind an den US-Dollar gekoppelt.
Genau entgegengesetzt verhält sich die Preisentwicklung bei Trips nach Australien und Neuseeland: Die Währungen beider Länder haben sich innert zwölf Monaten gegenüber dem Schweizer Franken um 15 Prozent verteuert. Auch Reisen in die Südsee und nach Südafrika sind leicht teurer geworden.
Wer Ferien in Europa plant, kann trotz gestiegenem Eurokurs bei den gängigen Badeferien-Zielen mit Preisen auf Vorjahresniveau rechnen. Zwar gilt es, bei den Nebenkosten vor Ort wegen des höheren Wechselkurses etwas mehr zu berappen - doch der Vergleich der aktuellen Badeferien-Kataloge zeigt, dass sich vereinzelt sogar deutlich billiger als im Vorjahr verreisen lässt.
Zwei Beispiele: Flug und Viersterne-Hotel Pikes auf Ibiza kosten Mitte Juni für eine Woche 6,4 Prozent weniger als im Vorjahr (Kuoni-Katalog). Flug und Viersterne-Hotel Kastelli auf Santorini kosten Ende Juli für zwei Wochen 10,6 Prozent weniger (Helvetic Tours). Der Mittelmeerraum ist aber nicht durchs Band weg günstiger geworden, einzelne Hotels haben auf diese Saison hin auch aufgeschlagen.
Reiseveranstalter lancieren Charter nach Kroatien
Auf ein weiterhin generell tiefes Preisniveau trifft man bei Angeboten ans Schwarze Meer. Bulgarien hat sich in den letzten beiden Jahren als der Überraschungserfolg in den Schweizer Reisebüros erwiesen. Auf den gleichen Verkaufserfolg hoffen dieses Jahr die Reiseveranstalter mit der Lancierung von Charter-Flügen nach Kroatien. Um das Sommergeschäft anzukurbeln, gewähren zudem alle grossen Reiseveranstalter verstärkt Frühbuchungsrabatte (siehe Kasten).
04. Februar 2004 | Gregor Waser
