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Meine Frau und ich wollen im Frühling eine zweiwöchige Badekur in einem tschechischen Radonbad machen. Das soll gut gegen Rücken- und Schulterschmerzen sein. Nun hat uns ein Bekannter gesagt, dass Radondämpfe schädlich seien. Stimmt das?
Das ist umstritten. Bei diesen Badekuren nutzt man die Wirkung von radonhaltigen Quellen, die meist uranhaltigem Gestein entspringen. Radon ist ein Edelgas mit radioaktiver Strahlung. Geringe Dosen radioakiver Strahlung - vor allem Alphastrahlen wie beim Radon - können Entzündungen und Schmerzen lindern und die Muskeln entspannen. Wie gravierend die Nebenwirkungen sind, ist allerdings umstritten.
Radon bindet sich an Staubpartikel in der Luft und wird mit diesen zusammen eingeatmet. In den Bronchien zerfällt das Radon und setzt eine geringe Strahlung ab. Das Bundesamt für Strahlenschutz in Deutschland hat das in einer Studie untersucht. Es kommt zum Schluss, dass eine vierwöchige Radon-Inhalationskur die Gefahr, an Lungenkrebs zu erkranken, um nur 0,1 Prozent erhöht. Und eine Radon-Badetherapie sei mit einem noch geringeren Risiko verbunden.
Trotzdem sollte man aber zwischen Risiken und Nutzen einer Radon-Badekur gut abwägen. Insbesondere Menschen mit Schilddrüsen-Krankheiten, akuten Infektionen oder Krebserkrankungen sowie Schwangere und Kinder sollten sich nicht einer solchen Kur aussetzen.
(Sch)
18. Februar 2004
