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Artikel | Haus & Garten 2/2004

Die Stars leben von den Fans

Das gleiche Trikot wie Yakin, Nuñez oder Chapuisat - genau das wollen junge Fussballfans haben. Die Klubverantwortlichen reiben sich die Hände.

Vier Millionen Franken nimmt der FC Basel jährlich mit dem Verkauf von Fanartikeln ein. Einen grossen Teil davon machen die Fussballtrikots aus: Denn der FC Basel verkauft jedes Jahr rund 10 000 Stück - zu einem stolzen Preis: 143 Franken (inklusive Spielername und Rückennummer) für Erwachsene. Kindertrikots sind mit 93 Franken zwar billiger, doch entsprechen sie nicht in allen Details dem Original. So fehlt zum Beispiel das Logo des Ausrüsters Nike. Kein Wunder, dass junge Fans aufs «echte» Trikot speziell scharf sind.

Wie die Ausrüster und die Klubs kalkulieren, bleibt ihr Geheimnis. Präzise Antworten gaben sie auf entsprechende Fragen von SPEZIAL keine. Klar scheint indessen, dass die Produktionskosten inklusive Druck nur etwa einen Drittel des Verkaufspreises ausmachen. Der Rest sind Margen von Herstellern, Druckern, Zwischenhändlern und Verkaufsläden. Und natürlich Lizenzgebühren, welche die Klubs kassieren.

Sportlich steht der FC Basel zwar an der Spitze, doch beim Geschäftemachen haben die Zürcher Grasshoppers die Nase klar vorn. Sie verlangen für ein Erwachsenentrikot mit Spielername und Rückennummer 149 Franken, für ein Kindertrikot 125 Franken. Beim FC Zürich zahlen Erwachsene rund 145 Franken, Kinder 134 Franken.


Ausrüster beharren auf dem Copyright für Fussballtrikots

Manche Klubs machen die Fans allerdings schon auf ihrer Homepage darauf aufmerksam, dass die Kindertrikots sehr klein bemessen sind. So brauchen bereits 12-Jährige oft Erwachsenengrössen. Der FC Thun bietet Trikots à 140 Franken sogar ausschliesslich für «grosse» Fans an.

Das Geschäft mit den Leibchen ist übrigens so lukrativ, dass es sich die Ausrüster auf keinen Fall vermiesen lassen wollen. Das bekamen letzten Sommer einige YB-Fans zu spüren. In Holland liessen sie baumwollene Retro-Trikots ohne Werbeaufdruck herstellen. Die Schweizer Gems GmbH, die YB-Sportartikel-Herstellerin, hatte zunächst eingewilligt. Doch als das Retro-Trikot in den Fankreisen reissenden Absatz fand, legte Gems, welche die alleinigen Rechte an den YB-Leibchen besitzt, ihr Veto ein.

05. Mai 2004 | Marco Diener


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