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Ich habe gehört, dass eine Biopsie zur Früherkennung von Prostatakrebs umstritten sei. Würden Sie mir dazu raten?
Eher nein. Gewebsentnahmen wie etwa eine Biopsie gehören nicht zur Vorsorge-routine. Für die Früherkennung des Prostatakrebses steht das Abtasten der Prostata im Mittelpunkt. Zudem wird das PSA (Prostata-spezifisches Antigen) im Blut bestimmt. Eine Gewebsentnahme muss man erst dann in Betracht ziehen, wenn ein handfester Verdacht vorliegt, d.h. wenn der Arzt krebsverdächtige Verhärtungen ertastet oder wiederholt erhöhte PSA-Werte gemessen hat.
Eine Biopsie bedingt immer eine kleine Verletzung des Körpers. Als seltene Komplikationen kann es dort zu einer Blutung oder Infektion kommen. Insgesamt ist die Methode kaum umstritten, weil sie bei handfestem Verdacht auf Krebs mit grosser Zuverlässigkeit die Unterscheidung «gutartig» oder «bösartig» erlaubt und nur sehr selten zu bedrohlichen Komplikationen führt.
Sehr umstritten ist dagegen die radikale operative Entfernung der Prostata, falls ein Krebs im Frühstadium entdeckt wird. Kritiker weisen darauf hin, dass beim Prostatakrebs immer noch nicht bewiesen ist, dass früh Operierte länger leben. Zudem werden früh operierte Männer praktisch immer impotent und teilweise auch inkontinent.
(Ma)
12. Mai 2004
