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Artikel | saldo 12/2004

UV-Schutz nicht garantiert

Sonnenschirme spenden Schatten - aber nur jeder dritte schützt wirklich gut vor den schädlichen UV-Strahlen. Das zeigt ein Test von Kassensturz.

Wer sich vor den schädlichen UV-Strahlen der Sonne schützen will, cremt sich ein. Oder noch besser: Er bleibt im Schatten eines Sonnenschirms. Jedoch: Wie gut schützen Sonnenschirme wirklich? Kassensturz und das Westschweizer Konsumentenmagazin «A Bon Entendeur» haben erstmals Sonnenschirme auf ihren UV-Schutz hin testen lassen. Sie kauften bei acht Anbietern 15 Strandschirme, wie man sie ins Freibad oder an den Strand mitnimmt. Die Schirme kosteten zwischen 15 und 99 Franken.

Das Labor Testex in Zürich untersuchte die verschiedenen Stoffe. Jean-Pierre Haug von Testex: «Wir haben die Sonnenschirme einerseits nach internationalen Normen und andererseits gemäss dem UV Standard 801 geprüft - das heisst: Wir haben die Stoffe einer künstlichen Bewitterung ausgesetzt.» So wird der Tatsache Rechnung getragen, dass sich Sonnenschirme mit der Zeit abnützen. Aus den verschiedenen Messungen ergibt sich der sogenannte UV Protect Factor (UPF) nach UV Standard 801, der mit dem Schutzfaktor einer Sonnencreme vergleichbar ist.


Faktor 80: Ikea Flisö und Möbel Pfister Polyamid

Sonnenschirme mit einem UPF von 20 und mehr beurteilt Testleiter Haug als gut, Werte bis 10 sind noch genügend; was darunter liegt, taugt nichts.

Der Test zeigt: Viele Schirme schützen kaum oder sind nur knapp tauglich (siehe Tabelle). Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der blaue Polyamid-Schirm Ikea Flisö: Der mit Fr. 29.90 Drittbilligste im Test hat einen UPF von 80 - einen Wert, den nur noch der 79 Franken teure Polyamid-Schirm von Möbel Pfister erreicht.


Alle guten Schirme bestehen aus Kunstfasern

Nicht zu empfehlen sind der gelbe Strandschirm von Coop (Fr. 19.90), der beige Uni Sol von Interio (Fr. 39.-) und der bunte Baumwollschirm von der Landi (Fr. 39.-). Mit einem UPF von 2 bieten diese Schirme praktisch keinen Schutz vor UV-Strahlen.

Die Landi war von dem schlechten Abschneiden ihres Produkts völlig überrascht: «Bis anhin sind wir fälschlicherweise davon ausgegangen, dass Stoffe jeglicher Art vor UV-Strahlen schützen», schreibt Urs Götschi, Leiter Einkauf bei der Landi Schweiz AG.
Er verspricht, dem UV-Schutz künftig «grösste Beachtung» zu schenken. Und Interio will ab nächster Sommersaison den Schutzfaktor der Schirme deklarieren.

Auffallend am Testresultat: Alle Schirme mit der Note «gut» sind aus Kunstfasern; und mit einer Ausnahme sind alle Produkte, die schlechte oder noch knapp akzeptable Werte erzielten, aus Baumwolle und haben eine helle Farbe.

Eine Deklaration des Schutzfaktors wie bei Sonnencremes gibt es für Sonnenschirme nicht. Deshalb empfiehlt Ruth Barbezat, Hautschutz-Verantwortliche bei der Krebsliga: «Keinen weissen oder pastellfarbenen Stoff wählen, sondern einen intensiv gefärbten, der dicht gewoben ist. Den Sonnenschirm sollte man gegen das Licht halten: Ist der Stoff durchscheinend, bietet er einen ungenügenden Schutz.»

23. Juni 2004 | Bennie Koprio, Ueli Schmezer


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