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Ökologische Investitionen verteuern das Bauen. Doch sie erlauben, Heiz- und Unterhaltskosten zu sparen, und man profitiert von Förderbeiträgen und Rabatten. So gewähren verschiedene Banken günstigere Hypotheken.
Ein gut gedämmtes Haus mit niedrigem Energiebedarf fürs Heizen, ausgeführt nach Minergie-Standard, kostet durchschnittlich 5 Prozent mehr als ein vergleichbarer konventioneller Bau. Einsparungen beim Betrieb machen das über die Jahre wett (siehe Box).
Wenn zusätzlich eine günstigere Hypothek möglich ist, fallen die Investitionen aber leichter. Einige Kantonalbanken sowie die Raiffeisenbanken bieten seit längerem solche Hypotheken mit Zinsreduktionen für Häuser mit Minergie-Zertifikat an (siehe Tabelle). Auch für Energiesparinvestitionen bei Renovationen gewähren viele Banken vergünstigte Kredite.
Neuerdings werden auch Bauherren belohnt, die kein Minergie-Zertifikat vorweisen können. Voraussetzung ist, dass es sich bei ihrem Haus um einen Bau mit hoher ökologischer Qualität und langfristiger Werterhaltung handelt.
Neu vergibt nämlich die Alternative Bank ABS in Olten eine Hypothek, die nachhaltiges Bauen belohnt. Als Beurteilungsgrundlage hat sie ein umfassendes Immobilienrating entwickelt. Denn ein Label, das energetische, baubiologische und andere werterhaltende Kriterien erfasst, gab es bisher nicht.
Ökologisch, sozial und wirtschaftlich
Gemäss ABS-Immobilienrating muss ein Haus sowohl ökologischen als auch sozialen und wirtschaftlichen Aspekten genügen. Konkret bedeutet das: Das Haus ist mit umweltgerechten Materialien erbaut und erfordert wenig Betriebsenergie. Es bietet einen hohen Wohnkomfort und lässt sich veränderten Wohnbedürfnissen leicht anpassen. Es ist gut gelegen und mit einem angemessenen finanziellen Aufwand realisiert worden.
In die Beurteilung fliessen damit sowohl neu erarbeitete Qualitätskriterien als auch die üblichen wirtschaftlichen Kriterien zur Bewertung einer Liegenschaft mit ein.
Aus den Antworten auf 50 Fragen und mit Hilfe der Baupläne errechnet die ABS, welche Punktzahl und damit Nachhaltigkeitsstufe das Objekt erreicht. Je nach Stufe winkt ein Rabatt auf den Hypothekarzins von 0,125 bis 0,625 Prozent.
Während die ABS ihre Vergünstigungen auf der ganzen Hypothek und während der ganzen Laufzeit gewährt, sind die Beträge bei den meisten Kantonalbanken und bei der Raiffeisenbank begrenzt. So sind beispielsweise bei der Zürcher Kantonalbank unabhängig von der Höhe der Hypothek über fünf Jahre maximal Fr. 5000.- Rabatt erhältlich.
Aber Vorsicht: Die Zinsangaben der Banken sind in der Regel nur Richtwerte, die im Einzelfall angepasst werden. Minergie- und Ökohypotheken sind deshalb nicht für alle Ökohäuser die ideale Finanzierung.
Minergie: Komfortables Wohnen
Das von einem Verein verliehene Minergie-Zertifikat steht für ein Haus, das dank besserer Dämmung höchstens die Hälfte nicht erneuerbare Heizenergie benötigt als ein herkömmlicher Neubau: nicht mehr als 4 Liter Heizöl pro Jahr und Quadratmeter beheizter Fläche. Wer Wärme mit Sonnenenergie und/oder Umgebungswärme gewinnt, kommt mit etwas geringerer Dämmung aus.
Damit die Atemluft trotz dichter Wände angenehm bleibt, ist ein Lüftungssystem vorgeschrieben. Die dichten Wände und der Schutz vor Lärm, Dreck und Pollen bringen mehr Wohnkomfort.
Baubiologische Kriterien gehören hingegen nicht zur Grundlage des Zertifikats. Diverse Kantone und Gemeinden geben für solche Bauten Förderbeiträge.
Infos: www.minergie.ch, www.e-kantone.ch
Kantone und Bund zahlen mit
Im Rahmen des Förderprogramms «Energie Schweiz» unterstützen Bund und Kantone das Energiesparen beratend und finanziell.
Für Hausbesitzer besonders interessant sind die von den Kantonen ausgerichteten Subventionen. Einige Beispiele:
- Minergie-Bauten
Fast alle Kantone unterstützen Neu- oder Umbauten nach dem Minergie-Standard mit finanziellen Beiträgen. Diese variieren für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fläche zwischen Fr. 2000.- (UR) und Fr. 7500.- (AG) bei Neubauten sowie zwischen Fr. 4000.- (GL) und Fr. 50 000.- (ZG) bei Umbauten.
- Wärmepumpen
Der Ersatz einer konventionellen Heizung durch eine Wärmepumpe wird in den Kantonen Aargau, Nidwalden, Solothurn und Uri gefördert. Die Beiträge für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern beheizter Fläche variieren zwischen Fr. 2000.- (NW, UR) und Fr. 3750.- (AG).
- Sonnenkollektoren
Kollektoren zur Warmwasseraufbereitung fördern fast alle Kantone. Einige vergeben nur Pauschalbeiträge (AR, BL, SH, SO, UR), andere bezahlen einen Grundbeitrag und zusätzlich eine Subvention pro Quadratmeter Kollektorfläche. Je nach Grösse der Anlage kann der Beitrag mehrere tausend Franken ausmachen.
- Holzheizungen
Holz als CO2-neutraler einheimischer Brennstoff wird von zahlreichen Kantonen gefördert. Die Beiträge dafür werden meist in Abhängigkeit von der Leistungsstärke der Anlage vergeben. Für ein 150 Quadratmeter grosses Einfamilienhaus variieren die Beiträge zwischen Fr. 2000.- (BE) und Fr. 4500.- (SH).
Detaillierte Infos zu den Subventionen in den einzelnen Kantonen finden sich unter www.e-kantone.ch.
Und schliesslich warten auch die Steuerämter mit Vorteilen für die Energiesparer unter den Liegenschaftsbesitzern auf: Investitionen in energiesparende Massnahmen bei Altbauten wie etwa eine bessere Isolation oder eine umweltschonende Heizanlage können von den Steuern abgezogen werden. Die Richtlinien kann man bei den Steuerämtern nachfragen.
02. Februar 2005 | Beatrix Mühlethaler
