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Die schlechten Arbeitsbedingungen und Löhne der Textilbranche in Asien wurde von vielen Unternehmen lange Zeit bestritten. Überraschend nun: Nach jahrelangen Auseinandersetzungen, die sogar vor Gericht geführt wurden, bestätigt Sportartikelhersteller Nike die Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften.
Der US-Konzern nahm rund zwei Drittel der Lieferanten unter die Lupe. Das ernüchternde Ergebnis: In bis zu 60 Prozent der Betriebe in Südasien ist für die Arbeiterinnen der Zugang zu Toiletten und Trinkwasser beschränkt. In mehr als der Hälfte der Fabriken arbeitet die Belegschaft mehr als 60 Stunden pro Woche. Auch sexuelle Übergriffe in den Fabriken, in denen meist 19- bis 25-jährige Frauen beschäftigt werden, gibt der firmeneigene Report zu.
«Die neue Transparenz von Nike freut uns», sagt Stefan Indermühle, Koordinator der schweizerischen «Clean Clothes Campaign» (CCC). Er betont aber auch, dass von Nike mit einem Jahresgewinn von gegen einer Millarde Franken auch existenzsichernde Löhne erwartet werden dürfen.
Bei einem Basketball-Shirt von Nike mit Verkaufspreis 66 Franken beträgt der Lohnanteil heute gerade mal 25 Franken (saldo 7/05).
db
27. April 2005
