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Aktien mit Rabatt kaufen: Das geht mit Discount-Zertifikaten. Diese Anlagen federn leichte Verluste ab und bringen höhere Renditechancen als Anleihen.
Wer sich überlegt, in Aktien zu investieren, sollte sich von seiner Bank auch über eine gute Ergänzung informieren lassen: Aktien-Discount-Zertifikate. Das sind Wertpapiere, die an eine bestimmte Aktie gebunden sind. Discount-Zertifikate werden von Banken herausgegeben und verfallen zu einem vorbestimmten Zeitpunkt.
Discount-Zertifikat: Bank legt einen Maximalkurs fest
Steigt der Kurs der Aktie, so steigt auch der Kurs des Zertifikats. Mit einem Unterschied: Die Aktie kann beliebig an Wert zulegen, beim Zertifikat ist eine Obergrenze festgelegt. Der Käufer akzeptiert also einen beschränkten Gewinn. Im Gegenzug kauft er das Wertpapier mit Rabatt - quasi zum Discountpreis. So ist der Name dieser Zertifikate entstanden.
Konkret: Die Aktie der Firma Muster AG kostet an der Börse 100 Franken. Sie kaufen bei Ihrer Bank ein Discount-Zertifikat zur Muster-AG-Aktie und bezahlen mit Rabatt nur 80 Franken dafür. Der Maximalkurs wurde von ihrer Bank auf 110 Franken fixiert. Das Zertifikat verfällt Ende Jahr. Welche Rendite Sie erzielen, hängt davon ab, wie die Muster AG geschäftet. Die Unterschiede zwischen Ihnen als Zertifikatinhaber und einem Aktionär werden an vier Szenarien deutlich:
- Die Muster AG hat Riesenpech. Der Kurs der Aktie stürzt bis Ende Jahr auf 70 Franken. Wären Sie Aktionär, dann hätten Sie pro Aktie 30 Franken verloren. Doch Sie haben ja nicht die Aktie, sondern das Zertifikat für 80 Franken gekauft. Die Aktie wird Ihnen erst Ende Jahr von der Bank geliefert. Wenn Sie sie dann zum Kurs von 70 Franken verkaufen, haben Sie nur 10 Franken eingebüsst. Sie können die Aktie aber auch halten und hoffen, dass sich der Kurs erholt.
- Die Muster AG hat Pech. Der Kurs der Aktie fällt bis Ende Jahr auf 90 Franken. Der Aktionär ist 10 Franken im Minus. Sie bewegen sich noch in der Gewinnzone. Wenn Sie die Aktie zum Kurs von 90 Franken verkaufen, haben Sie 10 Franken vorwärts gemacht.
- Die Muster AG hat Glück. Der Kurs der Aktie steigt bis Ende Jahr auf 108 Franken. Wieder bekommen Sie von der Bank die Aktie ausgehändigt. Wenn Sie sie abstossen, verdienen Sie 28 Franken - deutlich mehr als der Aktionär.
- Die Muster AG hat Riesenglück. Der Kurs der Aktie klettert bis Ende Jahr auf 150 Franken. Das ist mehr als der Höchstkurs von 110 Franken, den Sie mit Ihrer Bank ausgemacht hatten. Deshalb gibt Ihnen die Bank die lucrative Aktie nicht. Sie zahlt Ihnen aber immerhin 110 Franken in bar aus - das vereinbarte Maximum. Damit haben Sie einen Gewinn von 30 Franken er-zielt. Der Aktionär fährt besser: Er hat 50 Franken verdient.
Im Konkursfall gleiches Risiko für Aktie und Zertifikat
Fazit: Das Zertifikat bringt gleich viel oder mehr Rendite als die Aktie, wenn sich die Kurse nur leicht nach unten oder oben bewegen. Die Risiken beider Produkte sind im Extremfall die gleichen: Beide Papiere müssten auf null ab-geschrieben werden, wenn die Muster AG Konkurs ginge. Zertifikatinhaber erleiden zudem einen Totalverlust, wenn die Bank, die das Papier herausgibt, zahlungsunfähig wird. Diese Gefahr ist aber etwa bei einer Grossbank rein theoretisch. Übrigens: Zertifikate werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Wer plötzlich Geld braucht oder sich mit einer bestimmten Wertsteigerung zufrieden gibt, kann seine Papiere auch vor Verfall zum Tageskurs verkaufen.
01. März 2006 | Franco Tonozzi
