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Artikel | K-Tipp 6/2006

Coop und Migros fast gleich teuer

Von Aldi Schweiz haben sich viele niedrigere Preise erhofft. Viel günstiger ist der deutsche Discounter jedoch nicht. Das zeigt der K-Tipp-Preisvergleich.

Bereits zum siebten Mal vergleicht der K-Tipp die Preise der Grossverteiler - zum ersten Mal ist Aldi dabei. Und die Deutschen schlagen die etablierten Anbieter auf Anhieb. Doch die Preisunterschiede sind nicht so gross, dass sich lange Umwege lohnen würden.

Der K-Tipp-Warenkorb besteht diesmal aus 33 Lebensmitteln und 7 Non-Food-Artikeln. Bei Aldi kostet die Ware Fr. 76.02 (siehe Tabelle). Dahinter folgen Carrefour (3,8 % teurer), Denner (+9,9 %), Migros (+14,2 %), Coop (+15,4 %) und Spar (+28,2 %).

Auffallend dabei: Coop hat den Rückstand auf die Migros weiter verkleinert. Die beiden grössten Detaillisten sind inzwischen praktisch gleich teuer. Und: Der Sieger des Preisvergleichs vom April 2005, Spar, liegt abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Vor einem Jahr war mehr als die Hälfte des Spar-Warenkorbs Aktionsware. Die Konkurrenten sprachen damals von einem «Zufallsergebnis». Und sie sollten damit Recht behalten.


Coop holt immer stärker auf

Geschäftsleiter Guido Staubli ist jedoch überzeugt, dass Spar schon beim nächsten Preisvergleich besser dastehen wird: «Wir sind gegenwärtig daran, unsere Billiglinie "Unser tiefster Preis" weiter auszubauen. Das wird das Ergebnis stark verändern», verspricht er.
Jörg Ledermann, Coop-Direktionsmitglied, sieht sich vom K-Tipp-Preisvergleich bestätigt. «Auch unsere Berechnungen zeigen, dass wir inzwischen mit der Migros gleichauf sind. Und unser Abstand zu Denner mit seinem eingeschränkten Sortiment ist bemerkenswert klein.»

Coop kritisiert aber den K-Tipp-Warenkorb, der nur Produkte enthält, die auch bei Aldi erhältlich sind. Der Alltag sehe für den Konsumenten anders aus, sagt Coop-Sprecher Jörg Birnstiel. Das Aldi-Sortiment mit nur 700 Artikeln reiche dem Konsumenten nicht. Deshalb gehe er dann trotzdem noch zu Coop oder Migros. Wer Fahrkosten berücksichtige, merke rasch, so Birnstiel, «dass die Preiseinsparung bei Aldi weiter bröckelt».

Auffallend ist, dass die Grossverteiler immer wieder auf die Qualität ihrer Ware hinweisen. Spar findet den K-Tipp-Preisvergleich fragwürdig, weil «nicht Gleiches mit Gleichem» verglichen werde. So seien etwa der Kakao-Anteil im Frühstücksgetränk und der Fruchtanteil in der Konfitüre unterschiedlich.


Aldi Deutschland: 13 Franken billiger

Aldi weist darauf hin, dass sein Kaffee nicht am billigsten sei, weil er «100 Prozent Arabica-Bohnen» enthalte. Und auch Denner schreibt, dass «die teils grossen qualitativen Unterschiede einen direkten Vergleich» verunmöglichten.

Tatsächlich handelt es sich hier um einen reinen Preisvergleich. Aber der K-Tipp testet auch in jeder Ausgabe die Qualität von Waren: Oft erhalten günstige Produkte die besten Noten.

Der K-Tipp hat übrigens auch untersucht, was die gleichen Produkte bei Aldi in Deutschland kosten. Dabei zeigt sich, dass der Warenkorb ennet der Grenze gut dreizehn Franken billiger ist als bei Aldi Schweiz. Wer allerdings mit dem Auto hinfährt, tut gut daran, erst einmal die gefahrenen Kilometer zu messen und diese mit 70 Rappen zu multiplizieren.

Mitarbeit: Stephan Dietrich



K-Tipp-Preisvergleiche: Carrefour, Denner und Migros belegten bisher die ersten Plätze

Zum siebten Mal hat der K-Tipp die Preise von 40 Lebensmitteln beziehungsweise Non-Food-Artikeln verglichen. Der Warenkorb wurde jeweils leicht verändert. Eingekauft hat der K-Tipp stets die günstigsten Produkte ohne Berücksichtigung der Qualität.
Bei den bisherigen Vergleichen waren Carrefour, Denner und Migros in wechselnder Reihenfolge immer vorne (siehe Tabellen). Nur im April 2005 schob sich Spar, der damals viele Waren in Aktion anbot, vor die günstigsten drei.
Auffallend ist, dass Coop den Rückstand auf Carrefour, Denner und Migros kontinuierlich verringert hat. Der Grund dafür ist die Einführung der Billiglinie «Prix Garantie». Deren Produkte kosten etwa gleich viel wie diejenigen der Migros-Billiglinie «M-Budget».

22. März 2006 | Marco Diener - marco.diener@ktipp.ch


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