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Wer ein ADSL-Abo abschliesst, sollte nicht allein auf den Preis achten, sondern auch auf die Vertragsdauer.
Eine Familie surft über Breitband bei Sunrise. Die Mindestdauer für das ADSL-Abo beträgt ein Jahr. Doch als sie nach einem Jahr zu einem günstigeren Provider wechseln will, ist die Kündigungsfrist von zwei Monaten bereits verstrichen. Der Vertrag hat sich automatisch um zwölf weitere Monate verlängert - so stehts im Kleingedruckten. Will man den Vertrag trotzdem auflösen, verlangt Sunrise für den vorzeitigen Ausstieg 250 Franken.
Seit 2004 massive Verschlechterung der Vertragsbedingungen
Hätte die gleiche Familie ihr Abo vor 2004 abgeschlossen, hätte sie kundenfreundlichere Konditionen bekommen. Bis dahin konnten Abonnenten bis einen Monat vor Ablauf der festen Vertragsdauer kündigen. Verpassten sie den Termin, verlängerte sich das Abo lediglich um drei Monate. Strafgebühren waren im Kleingedruckten noch nicht vorgesehen.
Inzwischen setzen die meisten ADSL-Anbieter nach dem Vorbild der Handy-Branche auf sogenannte Rollover-Verträge - also langjährige, sich automatisch verlängernde Verträge. Ohne Mindestdauer geht es nirgends mehr. Die Bedingungen für die Zeit danach sind unterschiedlich (siehe Tabelle). Für Kunden lohnt sich ein Vergleich. Während manche Anbieter nach einem Vertragsjahr den Ausstieg innert Monatsfrist ermöglichen, binden andere die Kunden gleich für ein weiteres Jahr und verlangen bei einem vorzeitigen Vertragsende happige Gebühren. Den meisten Anbietern ist es übrigens egal, ob der Kunde von sich aus kündigt oder ob ihm die Dienstleistung wegen schlechter Zahlungsmoral gesperrt wird. Strafgebühren verlangen sie in beiden Fällen.
Dass ihre Firma den Ausstieg erschwert, rechtfertigt Sunrise-Sprecherin Muriel Mathis damit, dass der ADSL-Bereich mit dem Swisscom-Monopol auf der letzten Meile mit laufenden Kosten verbunden sei. Trotz der nun beschlossenen Aufhebung dränge sich eine Änderung der Praxis nicht auf, so Mathis.
Häufig Pflicht: Surfen und Telefonieren beim gleichen Anbieter
«Gebunden» werden die Kunden auch anderweitig: Sunrise, Bluewin, Tele 2, Econophone und teilweise auch Cablecom verlangen zusätzlich, dass der Kunde auch über sie telefoniert. Weil die Preise gerade im Telefonmarkt nach wie vor in Bewegung sind, kann sich das rächen. Günstige Surf-Tarife rentieren unter dem Strich nicht, wenn man monatelang mit einem teuren Provider telefoniert.
Handy: Bussen über 500 Franken
Automatische Vertragsverlängerungen sind auch bei Handy-Abos gang und gäbe. Je nach Aboart verpflichten sich die Kunden für bis zu zwei Jahre. Der frühzeitige Ausstieg ist auch hier teuer: Bei Swisscom Mobile muss man die Monatsgebühren bis Vertragsende weiterbezahlen. Sunrise verlangt eine Strafgebühr von bis zu 550 Franken, Orange bis zu 500 Franken. Trotzdem hält Orange-Sprecherin Therese Wenger diese Rollover-Verträge für nicht kundenfeindlich. «Der Kunde muss sich nicht immer mit neuen Preisplänen herumschlagen.»
Abonnenten, die ihren Vertrag nicht erneuern möchten, können den Erinnerungsservice unter www.comparis.ch/telecom/mobile/service/contracttermination.aspx in Anspruch nehmen. Per E-Mail wird der Nutzer rechtzeitig daran erinnert, dass der Vertrag bald ausläuft.
29. März 2006 | Mirjam Fonti
