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Artikel | Gesundheits-Tipp 5/2006

Genuss ohne Reue

Splenda heisst die neue Hoffnung der Fettleibigen in den USA. Der künstliche Stoff ist 600-mal süsser als Zucker und hat keine Kalorien. Zudem kann ihn der Körper angeblich gar nicht aufnehmen. Deshalb sind bis heute kaum Nebenwirkungen bekannt. Rund 100 Studien belegten das, behaupten die Hersteller. Seit diesem Frühling ist der künstliche Süssstoff in den USA in sämtlichen Lebensmitteln erlaubt, in der Schweiz erst in vereinzelten Produkten.

Immer mehr künstliche Süssstoffe drängen auf den Markt. Die US-Gesundheitsbehörden prüfen zurzeit drei weitere Substanzen. Kein Wunder: Süssstoffe machen es scheinbar möglich, ohne Anstrengung abzuspecken. Sie versprechen ungehemmten Genuss ohne Reue. Und Fettleibigkeit ist zur Volksplage geworden - damit verbunden auch Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und der Schweiz.

Doch viele künstliche Süssstoffe stehen in der Kritik. Weil sie eben doch nicht so gesund sind, wie die Hersteller behaupten. Das gilt auch für herkömmliche, in unzähligen Produkten in der Schweiz enthaltene Substanzen. Kinder sollten deshalb auf Süssstoffe gänzlich verzichten, fordern jetzt Fachleute (siehe Report auf Seite 16). Auch beim neuen Splenda melden sich bereits Kritiker. Denn es handelt sich um eine im Labor hergestellte Substanz. Viele Insektengifte seien nach einem ganz ähnlichen Muster aufgebaut.

Auf Süssstoffe kann man getrost verzichten. Weil niemand ohne Zucker leben muss. Selbst Übergewichtige und Diabetiker dürfen Zucker essen, einfach nicht zu viel. Der Weg zum Abspecken führt auch nicht über neuartige chemische Substanzen wie Splenda - sondern über mehr Bewegung und weniger Essen. Da sind sich die Fachleute einig. Auch Kinder können Süsses geniessen, wenn sie sich genug bewegen und regelmässig die Zähne putzen. Zugegeben: Den Zuckerkonsum in den Griff zu bekommen, ist nicht immer einfach. Doch wer es schafft, der hat dafür den echten süssen Essgenuss. Und erst noch ohne Reue.

10. Mai 2006 | Tobias Frey, Redaktionsleiter


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