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Am vergangenen Sonntag erhielt Muhammad Yunus aus Bangladesh den Friedensnobelpreis für seine Arbeit mit Mikrokrediten. Auch Privatanleger können in die Mikrofinanz investieren.
Mikrokredite sind Kleinstkredite bis rund 1000 Franken an Gewerbetreibende, überwiegend in Entwicklungsländern. Die von Nobelpreisträger Muhammad Yunus gegründete Grameen Bank in Bangladesh zeigte, dass das Geschäft mit den Armen solide und rentabel ist.
Für die Kreditvergabe selbst sind spezialisierte Mikro?nanzinstitutionen zuständig. Sie unterstützen die Kundschaft vor Ort - meist sind es Frauen - mit kleinen Krediten bei der Gründung eines Geschäfts. Weltweit gibt es Tausende derartige Institutionen. Sie sind so erfolgreich, dass sie die Geldvergabe durch immer höhere Eigenmittel absichern müssen. Diese sogenannte Re?nanzierung übernehmen meist Banken, aber auch die Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit mit Sitz in Holland und Zweigstellen in mehreren Ländern Europas. Die aus Kirchenkreisen entstandene Oikocredit ist mit einer Kreditvergabe von rund 300 Millionen Euro weltweit ein wichtiger Mitspieler.
Die Rendite eines Engagements bei Oikocredit war in den letzten Jahren etwas besser als jene des Responsability Global Micro?nance Fund (siehe Tabelle). Dieser von Banken lancierte Fonds ist neben Oikocredit die zweite Möglichkeit für Privatanleger in die Mikro?nanz zu investieren.
Die Geldanlage bei Oikocredit ist im Unterschied zum Kauf von Fondsanteilen relativ kompliziert, weil das Unternehmen keinen Bankenstatus hat. Und die Mittel bleiben die ersten drei Jahre fest gebunden. Dafür entstehen ausser jährlichen 25 Franken Mitgliederbeitrag keine Depot- und andere Gebühren, wie sie bei Fonds fällig sind.
13. Dezember 2006 | Guntram Rehsche
