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Täglich melden sich bei saldo Dutzende Personen, die im Internet ungewollt Abos gelöst haben. Die jüngsten Fälle.
www.gedichte-server.com: Die Internetseite lockt mit 2000 passenden Gedichten zu jeder Gelegenheit und verspricht erst noch die Verlosung eines Büchergutscheins im Wert von 500 Euro. Wer die Anmeldemaske ausfüllt und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht liest, löst ein Dreimonatsabo für 39,95 Euro. Nach der Anmeldung wird der Zugriff per Mail bestätigt - auch hier erfährt man nichts von den Kosten.
Betreiberin der Seite ist eine Netcontent Limited in Frankfurt mit einem Hauptsitz in England. Netcontent betreibt viele weitere Seiten, die nach demselben Muster funktionieren: Every-game.com, Grafik-archiv.come, Gruss karten-versand.com usw.
www.genealogie.de: Lockt mit Namens- und Ahnenforschung. Wer sich anmeldet, löst ein einmaliges Jahresabo für 60 Euro. Hinter der Seite steckt eine Genealogie Ltd in Frankfurt - und als Hauptsitz figuriert dieselbe Adresse wie bei Gedichte-server.com.
www.iqfight.de: Versprochen wird ein Intelligenztest mit ausführlicher Auswertung und Analyse. Nur wer auf der Anmeldeseite ganz nach unten scrollt, sieht, dass der Test 30 Euro kostet. Unter dem Namen www.iqbattle.de lief bereits letztes Jahr eine identische Seite, die in der Zwischenzeit eingestellt wurde. Iqbattle.de wurde von der Firma Netstrategies Ltd. in Lüneburg betrieben, Iqfight.de von einer Vita Active Ltd. in Frankfurt. Beide haben eine identische Hauptsitzadresse in England.
www.routenplanung-heute. com: Wer auf diesen Routenplaner hereinfällt, löst ein Zweijahresabo für monatlich 7 Euro, das mit jährlicher Vorausrechnung zu bezahlen ist. Besonders trickreich:
Wer unter Google «Routenplanung» eingibt, erhält bei den Resultaten in der rechten Anzeigespalte als Erstes www.routenplaner-ein fach-planen.de. Dieser Link führt direkt zu Routenplanung-heute. com. Wer das Kleingedruckte überliest, löst ein Zweijahresabo für 168 Euro.
Betrieben wird diese Seite von den Gebrüdern Andreas und Manuel Schmidtlein im deutschen Büttelborn, die rund dreissig weitere ähnliche Seiten unterhalten (von Bastelnheute.com über Rauchen-heute.com bis Witze-heute. com).
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So wehrt man sich richtig
Wer sorglos durchs Internet klickt und persönliche Angaben macht, ohne genau hinzuschauen, geht ein grosses Risiko ein. Doch gegen täuschende Angebote kann man sich zur Wehr setzen.
- Grundsätzlich gilt: Der Abovertrag ist nicht verbindlich, wenn der Hinweis auf die Kosten nicht klar hervorgehoben ist oder sogar in den AGB versteckt wird.
- Wer eine Rechnung erhält, sollte sie auf keinen Fall bezahlen und schriftlich reklamieren. Begründung: Das Angebot sei täuschend gewesen, weil die Kosten nicht klar mitgeteilt wurden. Hat sich Ihr Kind angemeldet, ist der Vertrag wegen Minderjährigkeit ungültig. Die verlangte Summe übersteigt das Taschengeld und bedarf der Zustimmung der Eltern.
- Lassen Sie sich durch Mahnungen, Zahlungsaufforderungen oder gar Androhung von Strafanzeigen nicht unter Druck setzen. Die dubiosen Anbieter verzichteten bislang auf Betreibungen und Gerichtsverfahren.
- Gewisse Anbieter haben die Transparenz erhöht: Ist auf einen Blick ersichtlich, dass das Angebot etwas kostet, kann man sich nicht auf Täuschung berufen.
07. Februar 2007
