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Artikel | saldo 5/2007

Mit Abschalt-Automatik halb so hoher Stromverbrauch

Kaffeemaschinen brauchen vor allem im Bereitschaftsmodus viel Strom. Geräte mit Abschalt-Automatik verhindern diese Verschwendung.

Kaffeemaschinen sind Stromfresser. Gemäss Hochrechnungen der Energieagentur Safe brauchen die knapp 3 Millionen Geräte in der Schweiz pro Jahr rund 400 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von 110 000 Durchschnittshaushalten. Der Hauptgrund: Viele Geräte werden erst abends oder gar nicht abgeschaltet. Drei Viertel des Stroms verpuffen deshalb für den Stand-by-Betrieb und vor allem für den Bereitschaftsmodus - wenn Wasser und Tassenablage warm gehalten werden.

Dabei gäbe es massives Sparpotenzial, wie neuste Messungen von Safe zeigen: Eine normale Kaffeemaschine, die täglich während 12 Stunden im Bereitschaftsmodus steht und mit der pro Jahr 2000 Tassen Kaffee zubereitet werden, braucht jährlich über 200 kWh Strom. Ein Gerät, das genau gleich genutzt wird, aber dank einer Abschaltautomatik jeweils nach einer Stunde Nichtgebrauch in den Stand-by-Modus wechselt, braucht nur halb so viel Strom. Die besten Geräte, die Safe testete, kamen sogar auf einen jährlichen Stromverbrauch von nur 60 bis 70 kWh.

Das Problem: «Die Hersteller informieren die Kunden nicht über den Energieverbrauch und weisen auch nicht deutlich auf die Auto-off-Funktionen hin», kritisiert Eric Bush von Safe. Kommt hinzu, dass die Sparfunktionen nicht immer selbsterklärend sind und man mühsam die Bedienungsanleitung studieren muss. Auch in den Läden erhält man häufig keine Auskunft.


Energiedeklaration: Hersteller sollen freiwillig mitmachen

Besserung lässt auf sich warten. Zwar kündete Michael Kaufmann, Vize-Direktor des Bundesamtes für Energie (BFE) vor zwei Jahren an: «Unser Ziel ist es, eine Energieetikette für Kaffeemaschinen im 2006 einzuführen.» Bei der Ankündigung ist es bis heute geblieben. Folge: Beim Kauf kann man sich nach wie vor nicht über den Energieverbrauch der Geräte informieren.

Grund der Verzögerung laut Kaufmann: «Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco hat uns wegen möglicher Handelshemmnisse gebremst.» Laut Felix Frey, Leiter Marktbereich Elektrogeräte beim BFE, ist man deshalb daran, mit der Gerätebranche eine freiwillige Vereinbarung für eine Energiedeklaration auszuarbeiten. «Ich bin zuversichtlich, dass das bis Ende Jahr zustande kommt», sagt Frey.

Eine Deklaration für die Konsumenten ist dringend, denn der Markt für Kaffeemaschinen boomt: Gemäss den Statistiken des Fachverbands Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe wurden im Jahr 2004 rund 386 000 Geräte verkauft, im 2006 waren es schon 555 000 Maschinen.

Energieeffiziente Kaffeemaschinen sollten laut Safe im Stand-by nicht mehr als 3,5 Watt und im Bereitschaftszustand nicht mehr als 35 Watt aufnehmen. Zudem sollte die automatische Abschaltfunktion auf 1 Stunde oder besser noch kürzer programmierbar sein. Safe testete neun Kaffeemaschinen mit Abschaltautomatik aus dem Sortiment von Migros und Coop. Immerhin sechs haben die Kriterien erfüllt: Die Miostar Intermezzo, die Jura-Typen Impressa C 5, E 890 und F 50 II sowie die Magnifica EAM 4400 von De Longhi und die Coffee Perfect von Satrap.

Weitere Informationen zu den getesteten Geräten unter: www.topten.ch.



Stromsparen bei der Zubereitung

- Für Kaffeemaschinen ohne Abschalt-Automatik gilt: Wenn das Gerät nicht im Gebrauch ist, stets den Hauptschalter ausschalten. Falls es keinen solchen Schalter hat, kann man das Anschlusskabel mit einem Kippschalter ausrüsten.
- Beim Kauf eines neuen Gerätes darauf achten, dass es über eine automatische Abschalt-Funktion oder einen Energiesparmodus verfügt. Lassen Sie sich die Funktion genau erklären.
- Achtung: Diese Auto-off-Funktion ist bei vielen Geräten vom Werk her auf die Maximaldauer programmiert. Ein vernünftiger Wert für den Privatgebrauch ist 1 Stunde.

21. März 2007


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