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Artikel | Gesundheits-Tipp 3/2007

Mit Rapsöl gegen den Herzinfarkt

Rapsöl ist sehr gesund - das zeigt auch der Test des Gesundheitstipp. Doch: In einigen Produkten fanden sich Transfette. Und im Geschmack überzeugten nicht alle.

Rapsöl macht dem Olivenöl Konkurrenz. Kein Wunder: Es ist viel billiger und ebenso gesund: Es enthält viel Omega-3-Fettsäuren und wenig gesättigte Fettsäuren. Zudem ist Rapsöl reich an Vitamin E und dem Pflanzenstoff Lutein. Dieser soll vor einer verbreiteten Augenkrankheit schützen - der altersbedingten Makuladegeneration.

Der Gesundheitstipp liess zwölf Rapsöle im Labor untersuchen, und zwar auf Omega-3-Fettsäuren, die Vitamine A und E, Lutein sowie auf die schädlichen Transfettsäuren. Vier Experten bewerteten zudem den Geschmack der Öle: Lebensmittelsensorikerin Gabriela Perret, Andrin C. Willi von der Ess-Zeitschrift «Marmite«, Christoph Saredi, Fachlehrer der Hotelfachschule Belvoirpark, und Thomas Hebeisen, Leiter Qualitätskontrolle Raps der Forschungsanstalt Agroscope.


Platz 1 für Bio-Rapsöl von Coop

Die kaltgepressten Öle schnitten deutlich besser ab als die raffinierten Testprodukte (siehe Tabelle). Sie überzeugten geschmacklich, aber auch in Bezug auf die Inhaltsstoffe: Durch das schonende Verarbeiten bleiben ein grosser Teil der Vitamine und des Luteins im Öl erhalten. Am besten schnitt das Bio-Rapsöl von Coop ab.

Erfreulich: Die besten Öle enthielten 8 Prozent Omega-3-Fettsäuren, das schlechteste immer noch 5,4 Prozent. Das Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sollte zudem maximal 1 zu 5 sein. Alle Öle erzielten Werte zwischen 1 zu 3,4 und 1 zu 4,5. Laut Marion Wäfler von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung ist dies «sehr gut». Der Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren betrug bei allen Rapsölen rund 65 Prozent.

Vitamin E bekämpft schädliche und krebsauslösende Stoffe. Am meisten natürliches Vitamin E enthielt das Rapsöl von IP-Suisse (Migros). Das raffinierte Öl von Coop enthielt zwar 50 Milligramm pro 100 g - doch hatte der Hersteller das Vitamin künstlich hinzugefügt.

Künstliche Vitamine finden sich auch im Sabo Rapsplus (Volg und Coop): Das Öl enthält 17-mal so viel Vitamin A wie die anderen. Ernährungsberaterin Wäfler hält den hohen künstlichen Vitamin-A-Zusatz für «unnötig».

Die höchsten Lutein-Werte fand das Labor im Biofarm-Rapsöl aus dem Reformhaus sowie im Bio-Rapsöl von Coop. Der Pflanzenstoff steckt sonst vor allem in grünen Blattgemüsen. In den raffinierten Ölen ist kein Lutein vorhanden: Die Hitze der Behandlung hat es zerstört.


Raffinierte Öle eignen sich für alles in der Küche

Alle Rapsöl-Produkte enthielten Transfettsäuren, wenn zum Teil auch nur minime Mengen. Transfette erhöhen das Herzinfarkt-Risiko. In der Schweiz gibt es keinen Grenzwert. Anders in Dänemark: Dort darf kein Nahrungsmittel mehr Transfette enthalten als 2 Prozent des Gesamtfettgehalts. Alle geprüften Öle hielten diesen Wert ein.

Geschmacklich gabs für alle kaltgepressten Öle gute Noten. Zwei Produkte erhielten von den Experten die Bewertung «sehr gut»: das Rapsöl Gulmenhof und das Bio-Rapsöl von Coop. Gabriela Perret: «Sie schmecken sehr nussig und fruchtig - hervorragend.»

Die raffinierten Öle schmeckten alle neutral. Als «zurückhaltend und nichtssagend» bezeichnet sie Gastrokritiker Andrin C. Willi. «Schlecht sind sie deswegen nicht», sagt er. «Man kann sie in der Küche gut als Universalöl einsetzen.» Für geschmacklich «ungenügend» hielten die Experten das Rapsöl von Volg.

Volg wollte zu den Resultaten keine Stellung nehmen. Migros und Coop schreiben, kaltgepresste und raffinierte Öle seien geschmacklich nicht vergleichbar. Die Laborwerte kommentierten alle Grossverteiler ähnlich: Natürliche Schwankungen seien normal.



Gut zu wissen

- Kaltgepresste Rapsöle sind geschmacklich intensiver und gesünder als raffinierte.
- Rapsöl eignet sich für fast alle Zubereitungsarten. Ausnahme: Verwenden Sie Rapsöl nicht zum Frittieren. Die im Öl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sind relativ hitzeempfindlich.
- Bewahren Sie Rapsöl kühl und dunkel auf, optimal ist der Kühlschrank. Nehmen Sie das Öl eine halbe Stunde vor Gebrauch aus dem Kühlschrank, damit es wieder flüssig wird.
- Rapsöl stammt als einziges der gebräuchlichen Speiseöle praktisch nur aus der Schweiz.

21. März 2007 | Gabriela Braun


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