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Eine deutsche Firma bietet Geschlechtstests ab der achten Schwangerschafts- woche an. Kritiker sagen, dies fördere Abtreibungen.
Die deutsche Firma Plasmagen kann das Geschlecht von ungeborenen Kindern frühzeitig feststellen - schon ab der achten Schwangerschaftswoche. Frauenärzte müssen Schwangeren nur eine Blutprobe entnehmen und ins Plasmagen-Labor nach Köln schicken. Der Geschlechtstest kostet 149 Euro und bietet laut Plasmagen «99-prozentige Sicherheit».
In der Schweiz sind solche Tests verboten, sofern sie nicht aus medizinischen Gründen nötig sind. Schwangere Frauen können sie aber ohne weiteres bei Ärzten ennet der Grenze machen lassen.
Fachleute sind entsetzt über das Angebot. Mario Litschgi, Gynäkologe am Kantonsspital Schaffhausen, sagt: «Es gibt keinen Grund, bereits in der achten Woche einen Geschlechtstest zu machen. Das Geschlecht kann man auch mit Ultraschall bestimmen, wenn auch erst ab der 16. Woche.» Und Franziska Wirz von der Beratungsstelle Appella kritisiert: «Dieser Test öffnet Tür und Tor für Schwangerschaftsabbrüche, wenn ein Embryo nicht das von den Eltern gewünschte Geschlecht hat.»
Florian Funken, Vorstandschef von Plasmagen, bestreitet dies: «Studien haben gezeigt, dass in Deutschland und in der Schweiz kein Bedürfnis nach Geschlechterwahl besteht. Um Missbräuche auszuschliessen, teilen die Ärzte das Testresultat den Eltern erst nach der zwölften Schwangerschaftswoche mit - also nach dem Ablauf der Frist zum straffreien Schwangerschaftsabbruch.» Der Test erleichtere den Eltern die Wahl des Namens und den Kauf von Babyartikeln.
Diese Begründung überzeugt die Kritiker nicht. «Ich glaube nicht, dass die Ärzte das Testresultat immer erst nach der zwölften Woche bekannt geben», sagt Mario Litschgi. «Die Gefahr des Missbrauchs ist gross.»
(ag)
16. Mai 2007
