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Artikel | saldo 10/2007

Routenplaner: So finden Sie zuverlässig ans Reiseziel

Routenplaner im Internet erleichtern das Planen einer Reise. Und ersparen erst noch die Anschaffung eines teuren Navigationsgeräts.

Wer eine Reise mit dem Auto plant, will sicher und schnell ans Ziel kommen. Doch der Umgang mit Strassenkarten ist nicht jedermanns Sache. Und teure elektronische Navigationssysteme lohnen sich nur für die wenigsten.
Kostenlos und trotzdem informativ sind Routenplaner im Internet. Sie können vor Reisebeginn zu Hause konsultiert werden. Im Gegensatz zu den mobilen Navigationsgeräten haben sie zudem den Vorteil, dass ihr Kartenmaterial ständig auf dem neusten Stand ist. Technische Voraussetzung für Benützer: Ein ADSL-Zugang sollte vorhanden sein. Sonst ist mit längeren Ladezeiten zu rechnen.
Die Bedienung eines Online-Routenplaners ist einfach: Start- und Zielort werden auf der Internetseite des Dienstes eingetragen. In der Regel genügt die Postleitzahl. Soll von der direkten Route abgewichen werden, können Zwischenstationen angegeben werden.

Via Michelin, Klicktel: Detailkarten zu Abzweigungen
Der saldo-Vergleich zeigt: Im Prinzip weisen die Internet-Routenplaner alle den Weg zum Ziel gleich zuverlässig. Die Unterschiede der verschiedenen Websites liegen im Detail (siehe Tabelle). Alle Routenplaner arbeiten strassengenau, was die Orientierung am Zielort erleichtert. Die berechnete Reiseroute wird sowohl in Textform als auch auf einer Übersichtskarte auf dem Bildschirm dargestellt, lässt sich ausdrucken und mitnehmen. Tipp: Wer am Anfang der Reise den Tageskilometerzähler im Auto auf null stellt, kann sich besser an den aufgeführten Kilometerangaben orientieren.
In die Übersichtskarte lässt sich zudem bis auf einzelne Strassen hineinzoomen, um Nebenstrassen oder Details zu erkennen. Die Routenplaner Via Michelin und Klicktel bieten zu jeder Abzweigung auf der Route eine Detailkarte an, welche die Verkehrssituation verdeutlicht.
Grundsätzlich gilt bei allen Reiseplanern: Routen in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich werden am besten berechnet. Häufiger zu Navigationsfehlern kommt es im Osten Europas. Hier liegen wenig digitalisierte Karten vor.

Routenvarianten: Kurz, schnell oder gebührenfrei
Sämtliche Routenplaner bieten zusätzliche Optionen für die Routenberechnung. So lässt sich zwischen der schnellsten oder der kürzesten Strecke von A nach B wählen. Dabei führt die schnellste Strecke über Autobahnen - der Weg verlängert sich meist um einige Kilometer. Wer im Ausland auf teure gebührenpflichtige Strecken verzichten will, kann den Routenplaner solche Strassen ausschliessen lassen. Die kürzeste Strecke von A nach B dauert meist merklich länger. Sie führt auch über Landstrassen und durch Dörfer - nicht unbedingt zur Freude der Bewohner.
Neben diesen allgemeinen Optionen bieten einzelne Routenplaner angenehme Zusatzfunktionen. So zeigen Map 24 und Falk die Strassen auf der Übersichtskarte nicht nur als abstrakte Linien. Es besteht auch die Möglichkeit, die Strassenkarte mit einer Satellitenaufnahme zu kombinieren. Das macht den Karteneindruck nicht nur realistischer. Es erleichtert insbesondere die Orientierung in bereits bekanntem Terrain.
Via Michelin und Falk berechnen die auf der eingegebenen Reise anfallenden Benzinkosten und Strassengebühren. Beide Dienste bieten dem Nutzer auch die Möglichkeit, sich ein kostenloses Benutzerkonto einzurichten und dort öfter besuchte Ziele abzuspeichern. Die Zeit, die man dadurch das nächste Mal beim Eingeben spart, ist jedoch gering. Die Gefahr ist aber gross, beim Einrichten des Nutzerkontos durch Bekanntgabe der eigenen E-Mail-Adresse noch mehr unerwünschte Werbung zu erhalten.

Praktisch: Schnelle Hotelsuche am Reiseziel
Nützlicher ist da die Funktion, am Ziel nach Hotels suchen zu können. Map 24, Map & Guide und Falk zeigen auf Wunsch sogenannte Points of Interest (POI) auf der Karte an. Dabei kann es sich um Restaurants, Tankstellen, Raststätten oder Sehenswürdigkeiten handeln. Bei Map & Guide lassen sich die Ziele durch maximale Abweichung vom Kurs und zur Verfügung stehende Zeit eingrenzen. Via Michelin zeigt nur die Parkplätze entlang der Route an.
Zum Thema Stau bieten die Internetlösungen systembedingt wenig Hilfe, denn die Angaben wären zwar zum Zeitpunkt der Internetabfrage aktuell, aber nicht mehr dann, wenn der Nutzer tatsächlich die Strecke passiert.
Via Michelin berücksichtigt daher in Italien, Frankreich und Deutschland nur längerfristig angelegte Baustellen sowie saisonale Sperrungen, beispielsweise von Alpenpässen, und blendet sie in die Route ein. Nur Klicktel nutzt die Informationen des digitalen Verkehrsfunks TMC und bietet Nutzern innerhalb Deutschlands an, die Route um Staus herum zu berechnen.

Infos aufs Handy: Aral und Falk sind auch WAP-tauglich
Der Nachteil der Online-Routenplaner gegenüber Navigationsgeräten: Sobald man mit seiner ausgedruckten Routenbeschreibung im Auto sitzt, ist man auf sie angewiesen. Wer sich unterwegs noch etwas umschauen will, durch eine Umleitung vom Weg abkommt oder sich trotz Wegbeschreibung aus dem Computer verfahren hat und falsch abgebogen ist, sollte die klassische Strassenkarte immer dabeihaben. Sonst ist er im Zweifelsfall verloren.
Eine Alternative für Handy-Besitzer: Aral (http://wap. aral.de) und Falk (http://wap. falk.de) bieten abgespeckte Versionen ihrer Routenplaner als WAP-Version an, die fast jedes moderne Handy nutzen kann. Die Seiten werden im WAP-Browser des Handys aufgerufen. Die Dateneingabe erfolgt wie auf der Internetseite. Das Ergebnis wird in Textform und als Karte auf dem kleinen Display angezeigt. Die Routenberechnung selbst ist dabei gratis. Das übertragene Datenvolumen oder die online verbrachte Zeit kostet Geld - je nach Handy-Tarif. Mit einigen Franken pro abgefragter Reiseroute ist zu rechnen.

Vorsicht vor unseriösen Routenplanern
Die von saldo empfohlenen Internetseiten zur Routenplanung sind kostenlos. Gerade in diesem Bereich gibt es aber im Internet diverse Abzockerseiten, von denen man unbedingt die Finger lassen sollte:
- www.routenplanung-heute.com: Wer auf diesen Routenplaner hereinfällt, löst ein Zweijahresabo für monatlich 7 Euro, das mit jährlicher Vorausrechnung zu bezahlen ist. Der Hinweis zur Kostenpflicht findet sich nur in Kleinschrift.
- Trickreich: Wer unter Google «Routenplanung» eingibt, erhält bei den Resultaten als Erstes www. routenplaner-einfachplanen.de. Dieser Link führt direkt zu Routenplanung-heute.com. Wer das Kleingedruckte überliest, löst ein Zweijahresabo für 168 Euro. Betrieben wird diese Seite von den Gebrüdern Andreas und Manuel Schmidtlein in Büttelborn (D), die viele ähnliche Sites unterhalten (von Basteln-heute.com über Rauchen-heute.com bis Witze-heute.com).
- www.routenplaner-server.com: Betrieben von der Firma Online Content LTD in Wiesbaden (D). Hier erfährt man erst in den AGB, dass der Service 59,95 Euro kostet.
Bei all diesen Angeboten gilt: Wer eine Rechnung erhält, sollte sie auf keinen Fall bezahlen und schriftlich reklamieren. Begründung: Das Angebot sei täuschend gewesen, weil die Kosten nicht klar mitgeteilt wurden. Weitere Zahlungsaufforderungen kann man ignorieren.

Infos zu aktuellen Hindernissen
Aktuelle Staus und Hindernisse ziehen die meisten Routenplaner nicht in die Berechnung mit ein. Reisende sollten sich daher vor der Abfahrt auf anderem Weg über Baustellen oder Staus informieren. Infos finden sich etwa auf www. tcs.ch unter dem Stichwort Verkehrsinfos. Weitere Angaben zur jeweils aktuellen Verkehrssituation in der Schweiz und den angrenzenden Gebieten liefert www. truckinfo.ch, eine Seite des Bundesamtes für Strassen.

30. Mai 2007 | Andreas Grote


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