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Wer beim Einkauf Bio-Produkte vorzieht, kommt kaum um Coop und Migros herum. Preislich ist die Migros leicht günstiger. Das zeigt ein saldo-Preisvergleich.
Coop hat 1500 Bio-Produkte im Angebot, bei Migros sind es rund 1000. Tendenz steigend. Denn immer mehr Kunden achten auf Labels wie Naturaplan von Coop oder Migros-Bio. Beide Anbieter bringen deshalb laufend neue Nahrungsmittel auf den Markt. Coop hat bereits eine neue Kundschaft im Visier. Mit «modernen Bio-Produkten» will man auch jüngere Kunden erreichen. Das erste entsprechende Produkt ist bald im Verkauf: Fischstäbchen in Bio-Qualität.
Bio-Artikel: Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe
Bio steht für gesundes Essen und umweltverträgliches Verhalten. Den Grossverteilern bringt das Hochpreis-Sortiment ein besseres Image - und auch mehr Umsatz.
Die Konsumentinnen und Konsumenten liessen letztes Jahr an der Migros-Kasse 294 Millionen Franken für Bio-Artikel liegen, bei Coop waren es 603 Millionen Franken - hier ist allerdings auch noch der Umsatz für Fleisch aus tierfreundlicher Auslaufhaltung inbegriffen.
Ausser bei Coop und Migros ist «bio» kaum ein Thema
saldo hat die Preise von Bio-Produkten unter die Lupe genommen. Ein breiter Vergleich bei Grossverteilern und Bio-Läden zeigte bald: Nur Migros und Coop bieten eine grössere Auswahl an Bio-Lebensmitteln. Aldi hat Gemüse und Früchte in Bio-Qualität im Regal, aber weder Bio-Milchprodukte noch entsprechendes Fleisch. Zu einer allfälligen Erweiterung des Sortiments schweigt Aldi. Sprecher Sven Bradke meint nur: «Wir legen unsere Karten nicht auf den Tisch.»
Carrefour bietet anders als Aldi auch Bio-Milchprodukte an. Werner Siegenthaler von der Abteilung Frischwaren sagt offen: «Aufgrund des kleinen Umsatzvolumens messen wir den Bio-Produkten einen relativ geringen Stellenwert zu.» Das Carrefour-Angebot werde im Moment nicht vergrössert. Denner verzichtet ganz auf Bio-Produkte. Spar dagegen bietet knapp 180 Bio-Lebensmittel an. Und das Angebot in kleineren Bio-Läden ist sehr unterschiedlich.
Ein breiter Preisvergleich war deshalb nur zwischen Migros und Coop möglich. Das Total auf der Basis von 50 Produkten aus den Bereichen Früchte, Gemüse, Milchprodukte und Fleisch zeigt: Die Preise für die beiden Warenkörbe liegen relativ nahe beisammen. Migros-Kunden bezahlen Fr. 7.30 weniger. Die Preise für Bio-Artikel sind beim orangen Riesen in der Regel durchwegs ein wenig günstiger als bei Coop.
So kostet bei Coop ein Liter Bio-Apfelsaft Fr. 2.40, bei der Migros nur Fr. 1.95. Und auch das French Dressing ist bei der Migros 55 Rappen günstiger.
Migros heute nur noch wenig günstiger als Coop
Insgesamt zeigt sich beim Bio-Preisvergleich ein ähnliches Bild wie bei den übrigen Sortimenten. Die Preisunterschiede zwischen Migros und Coop sind zurzeit relativ gering. Der «K-Tipp» hat die Preise der Grossverteiler über Jahre regelmässig verglichen. Das Resultat: Lag die Differenz früher bei gut 10 Prozent, ist Migros heute noch rund 5 Prozent günstiger als Coop.
Coop-Sprecher Takashi Sugimoto relativiert die Ergebnisse des saldo-Bio-Vergleichs: «Dass Coop teurer ist, liegt bei einer Stichprobe im Bereich des Zufalls.» Die Migros hat mit diesem Unterschied gerechnet. Das Resultat zeige, dass der Preisdruck auch bei den Bio-Labels sehr hoch sei.
Bei der Recherche ist besonders aufgefallen, dass die kleineren Läden der beiden Grossverteiler nur ein beschränktes Bio-Sortiment führen. Zudem ist in allen Filialen der Anteil an Bio-Fleisch gemessen am gesamten Fleischangebot äusserst klein. Bei Coop sind es 3 Prozent, bei der Migros gerade mal halb so viel. Aufpassen müssen Bio-Freunde bei Coop: Hier wird viel Fleisch unter dem blauen Label Naturafarm verkauft. Dieses garantiert zwar eine tierfreundliche Auslaufhaltung, hat jedoch keine Bio-Qualität.
Übrigens: In der Schweiz können Bauern mit Bio-Produkten auf einen grünen Zweig kommen. Das zeigen die 6200 Bio-Betriebe in der Schweiz. Markus Arbenz, Geschäftsführer von Bio Suisse: «Im Verhältnis zur Anzahl Bauernhöfe ist die Schweiz hinter Österreich das zweitgrösste Bio-Land der Welt.» Gemäss Markus Arbenz sind die Schweizer mit Ausgaben von 170 Franken pro Kopf und Jahr sogar Bio-Weltmeister. Dies könnte allerdings auch an den hohen Schweizer Preisen liegen.
13. Juni 2007
