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Wer in Schwellenländer investiert, will von den hohen Wachstumsraten profitieren.
Doch die Risiken werden oft unterschätzt, wie die jüngsten Kurseinbrüche zeigen.
Anlagen in Schwellenländern sind risikoreich. Das zeigen die jüngsten Kurs-
einbrüche, die in den Schwellenländern viel deutlicher ausfielen als in Europa oder den USA.
Grund dafür sind die kleineren Handelsvolumen an den betreffenden Börsen, die dürftige Transparenz vieler Unternehmen, die instabilen Finanzmärkte, die unberechenbare Politik und die grosse Abhängigkeit von Industriestaaten.
Doch damit nicht genug: Viele Anleger wissen nicht, dass sie aufgrund der einseitigen Ausrichtung vieler Schwellenländer-Aktienmärkte ein erhebliches Klumpenrisiko eingehen. Die Diversifikation ist besonders an den Börsen rohstoffreicher Schwellenländer mangelhaft, wie neue Studien der Zürcher Kantonalbank (ZKB) zeigen.
Russland: 70 Prozent im Energiesektor
Der russische Aktienmarkt beispielsweise besteht zu über 70 Prozent aus Energiefirmen, und in Brasilien entfallen 60 Prozent auf den Energie- und Rohstoffsektor.
An Taiwans Börse dominieren hingegen Aktien aus dem Technologiebereich mit einem Anteil von 60 Prozent, während in Indien 20 Prozent auf die IT-Branche entfallen.
Die Aktienmärkte der Philippinen, der Türkei und Polens bestehen rund zur Hälfte aus Finanztiteln, und in Mexiko machen die Telecomwerte 40 Prozent aus.
Aktien aus diesen beiden Sektoren gehörten in den vergangenen Jahren fast in allen Schwellenländern zu den Gewinnern. Grund: Die Mittelklasse wächst in diesen Ländern schnell. Und wer es zu etwas Wohlstand gebracht hat, kauft sich ein Handy und legt sein Geld bei einer Bank an.
«Das Risiko ist bei globalen oder zumindest regionalen Schwellenland-Fonds deutlich tiefer, da hier auch die Branchen diversifiziert sind», lautet deshalb der Tipp von Beat Schumacher von der ZKB-Research.
31. August 2007 | Zoltán Tamássy
