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Fernsehen via Satellit ist im Vormarsch. Die wichtigsten Tipps für den Umstieg.
Seit einigen Jahren steigen immer mehr Fernsehzuschauer vom Kabelempfang auf das günstigere Satelliten-TV um. 2006 lebten laut einer Erhebung von Publica Data bereits rund 12 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer in einem Haushalt mit TV-Satellitenschüssel. Folgende Punkte sollten Sie beim Umstieg auf Satellitenempfang beachten:
Kabelabo kündigen
Informieren Sie den Kabelnetz-Anbieter und den Vermieter schriftlich, dass Sie den Kabelanschluss kündigen. Besteht keine vertragliche Vereinbarung, kann der Anschluss mit einer angemessenen Frist (meistens auf Ende des Monats) gekündigt werden.
Der Vermieter muss dann mit der Betreiberin des Kabelanschlusses Kontakt aufnehmen, damit der Anschluss in der Wohnung plombiert wird. Diese Kosten dürfen nicht dem Mieter aufgebürdet werden.
Bitten Sie den Vermieter anschliessend auch, die Nettomiete beziehungsweise die Nebenkosten auf den nächsten Kündigungstermin um den Betrag der Kabelgebühr zu senken.
Standort und Installation
Freie Sicht nach Süden ist Voraussetzung. Denn in dieser Richtung befinden sich die beiden wichtigsten Satelliten, Hotbird (Eutelsat) und Astra. Bäume, Berge und Gebäude können die Signale stören. Die Faustregel besagt: Die Distanz der Antenne zu einem Hindernis muss doppelt so gross sein wie die Höhe des Hindernisses.
Mieter benötigen für das Installieren der Schüssel am Fenster, an der Fassade oder auf dem Dach die Einwilligung des Eigentümers – ausser sie findet auf dem Balkon Platz. Die gleiche Einschränkung gilt für Stockwerkeigentümer.
In Gebieten, die unter Ortsbild- oder Landschaftsschutz stehen, sind TV-Schüsseln meistens verboten. Die Basler Firma CATV (www.catv-sat.ch) bietet für solche Fälle «Tarnboxen» an. Allerdings können diese den Empfang der Signale beeinträchtigen.
Satellitenschüssel
Eine Parabolantenne für den Fernsehempfang überträgt Internet oder Radio- und TV-Programme, die von einem Satelliten auf einer geostationären Erdumlaufbahn ausgestrahlt werden. Um die Signale zu empfangen, braucht es heutzutage Parabolantennen mit einem Durchmesser von mindestens 80 cm – dies die Empfehlung der SRG.
Astra und Hotbird
Über die Satellitensysteme Astra und Hotbird (Eutelsat) können gegenwärtig über 400 Radio- und rund 600 TV-Sender empfangen werden. Für die wichtigsten deutschsprachigen Sender muss man den Satelliten Astra anpeilen. Die Schweizer Fernsehsender sind hingegen nur via Hotbird zu empfangen. Für den Empfang beider Satellitensignale braucht man aber nicht zwei Schüsseln, sondern ein zusätzliches Empfangsteil. Daher sollte man beim Kauf angeben, dass man zwei Satellitensignale empfangen will.
Zur Entschlüsselung der von der SRG ausgestrahlten Fernsehprogramme ist eine Sat-Access-Karte nötig – eine Chipkarte, die am Satellitenempfänger eingesteckt wird. Nicht verschlüsselt sind hingegen der Wiederholungskanal SF Info sowie alle SRG-Radio-programme. Im Jahr 2006 verkaufte die SRG rund 370 000 solcher Chipkarten zum Preis von 60 Franken.
Noch kann man die meisten Sender via Satellit kostenlos empfangen. Die Pläne einzelner deutscher Privatsender (so der RTL-Senderkette), ihre Programme zu verschlüsseln, sind vorläufig schubladisiert. Lokale Fernseh- und Radioprogramme sind über Satellit nicht zu empfangen.
Bildqualität
Sofern die Satellitenschüssel korrekt und am richtigen Standort installiert ist, liefert sie TV-Bilder in sehr guter Qualität. Zudem bietet die Schüssel die Möglichkeit, sich Programme in High-Definition-Qualität anzusehen.
Kosten
Günstig-Angebote inklusive TV-Schüssel, Receiver (Empfänger), Kabel und Installationsmaterial gibt es ab 200 bis 300 Franken, ein gutes Set kostet 400 bis 800 Franken. Eine Schüssel kann mehrere TV-Geräte beliefern, jedes Gerät braucht jedoch einen eigenen Receiver. Die Kosten sind schon nach wenigen Jahren amortisiert, da die Abo-Gebühren für den TV-Empfang entfallen.
26. November 2007 | Stefan Christen
