SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | Haus & Garten 4/2007

Damit das Feuer lange brennt

Ein Cheminée-Feuer sorgt im Winter für wohlige Wärme. Doch wer viel Brennholz verbraucht, kauft besser nicht bei Grossverteilern ein.

Holz ist heimelig – das finden selbst Anhänger des coolen Designs, wenn das Holz als flackerndes Feuer im Cheminée brennt. Cheminées und Schwedenöfen gibt es in allen Formen und für fast jedes Budget. Und das nötige Brennholz ist mittlerweile an jeder Ecke zu haben – beim Grossverteiler, im Baumarkt, beim Holzhändler, aber auch direkt ab Bauernhof oder gar bei der Wohngemeinde.

Jedoch: Wer gedankenlos beim nächstbesten Anbieter einkauft, zahlt zu viel. Das ergaben Stichproben von Haus & Garten bei diversen Holzverkäufern. Und nicht jede Holzart eignet sich gleich gut fürs Kaminfeuer.

  • Birke gilt als das Cheminéeholz schlechthin: Mit seiner weissen Rinde sieht es hübsch aus, es ist leicht entzündbar, brennt gleichmässig und riecht gut. Aber: Birkenholz ist leicht, hat keinen besonders hohen Brenn- und Energiewert. Zudem ist es teurer als andere Holzarten. Auch ist es nicht überall erhältlich.
  • Buche ist das Brennholz, das am meisten angeboten wird – und es ist etwas günstiger als Birke. Das Hartholz brennt lange und hat einen hohen Heizwert. Dasselbe gilt auch für Hölzer wie Eiche, Zwetschge und Pflaume. Letztere sind jedoch selten im Verkauf.
  • Hartholz gemischt besteht aus Hölzern mit verschiedenen Heizwerten. Im Jumbo sind zum Beispiel Ulme, Buche und Esche in der Standardpackung. Mischholz ergibt eine eher wilde Flamme. Empfohlen wird es für geschlossene Feuerstellen.
  • Nadelholz (meist Tanne, Fichte) ist in den Läden normalerweise als Anfeuerholz angeschrieben: Es brennt schnell und entwickelt eine grosse Hitze. Da es Harz enthält, kann es Fun-ken sprühen. Nadelholz ist als Hauptbrennstoff für ein Cheminéefeuer ungeeignet und bei offenen Feuerstellen wegen des Funkenschlags sogar gefährlich.

Wer sein Cheminée möglichst preiswert befeuern will, wählt seinen Anbieter sorgfältig aus und kauft in grossen Mengen ein: So fährt er um einiges günstiger als Konsumenten, die nur ab und zu einen Sack Brennholz nach Hause schleppen mögen.

Teuer ist Cheminéeholz in der Regel beim Grossverteiler respektive im Baumarkt. Denn hier gibts Brennholz nur in Kleinmengen. Bei Migros kosten 15 Kilo Buche im Sack Fr. 11.50, bei Coop Fr. 9.90 und bei der Landi Fr. 8.95. Die gleiche Menge Birkenholz ist wiederum bei Migros mit Fr. 14.– am teuersten, Coop verlangt Fr. 11.90 und Landi Fr. 9.90. Jumbo bietet lediglich Hartholz gemischt an – 15 Kilo kosten Fr. 13.25.


Günstiges Holz bei Bauern und Gemeinden

Nur halb so viel oder noch weniger zahlt, wer gleich per
Ster einkauft. Ein Ster entspricht einem Kubikmeter respektive rund 500 Kilo Holz. Sehr güns-tige Angebote fanden sich bei der Stichprobe sowohl im spezialisierten Holzhandel, bei Bauern als auch bei Gemeinden.

So bietet zum Beispiel Holzhändler Stefan Holdener aus Pfäffikon ZH im Internet ein Ster Buchenholz für Fr. 130.– an. Umgerechnet auf die Kleinmenge von 15 Kilo ergibt das einen Schnäppchenpreis von Fr. 3.90.

Bei Bauer Halter im aargauischen Beinwil am See kostet ein Ster Buchenholz ab Hof Fr. 160.–. 15 Kilo kosten also nur Fr. 4.80. Denselben Preis wie Halter offeriert die Bürgergemeinde Basel. Bei der Stadt Zürich kostet ein Ster Buche gespalten und in 33 cm lange Stücke geschnitten Fr. 185.–, das macht Fr. 5.50 pro 15 Kilo.

Nachteil des Grosseinkaufs: Der Transport frei Haus kann je nach Anfahrtsweg Zusatzkosten verursachen. Es ist deshalb ratsam, das Holz möglichst in der näheren Umgebung einzukaufen. Und vor allem: Um einen Kubikmeter Holzscheite zu lagern, benötigt man einen entsprechenden Lagerplatz (siehe Kasten Seite 19). Wer Platzprobleme hat, kann sich mit
anderen Cheminée-Besitzern zusammentun und die grosse Menge aufteilen.

 

Brennholz richtig lagern

Holz muss man luftig und trocken lagern – auch dem Klima zuliebe. Verwenden Sie nur Holz, das zuvor zwei Jahre lang fachgerecht gelagert wurde. Die Cheminéeholz-Scheite, die im Handel sind, erfüllen nach Angaben der Anbieter diese Bedingungen.

Wer grössere Mengen Brennholz aufs Mal kauft, benötigt einen trockenen und luftigen Lagerplatz. Keller eignen sich kaum – es droht Schimmelgefahr. Besser ist ein Platz im Freien, der vor Schnee und Regen geschützt ist.

Holzscheite trocknen besser als ungespaltene Holzrugel. Wichtig ist ferner, dass die Luft zirkulieren kann. Deshalb nicht mit einer Plastik-Plane abdecken – sonst kann sich Kondenswasser bilden.

 

Problem Feinstaub: Tipps für Cheminée-Fans

Weil der Rohstoff Holz nachwächst, gilt Holzenergie als CO2-neutral. Die Luft wird trotzdem belastet: Holzfeuerungen sind in der Schweiz für rund
8 Prozent der gesamten Feinstaub-Emissionen verantwortlich. Hier einige Tipps, wie Sie beim Feuern den Schadstoffausstoss in Grenzen halten können:

  • Verbrennen Sie nur naturbelassenes Holz.
  • Je trockener das Holz, desto besser brennt es. Feuchtes hingegen qualmt – und beim Verbrennen entstehen mehr Russ und Schadstoffe.
  • Verwenden Sie zum Anfeuern wenig und feines Holz.
    Es wird am besten auf etwas gröberes Holz gelegt und so
    angezündet, dass das Feuer von oben die darunterliegenden Holzscheite entfacht.
  • Sobald das Holz voll brennt, immer nur wenige Scheite trockenes Holz nachlegen.
  • Verbrennen Sie keine Abfälle – weder im Cheminée noch im Freien.

Seit Anfang September gelten in der Schweiz verschärfte Staubgrenzwerte für Holzfeuerungen. Unter anderem dürfen kleine Holzöfen und offene
Cheminées für den Privathaushalt ab 1. Januar 2008 nur noch verkauft werden, wenn sie den Normen der Europäischen Union entsprechen. Diese strengeren Anforderungen sind identisch mit dem Qualitätssiegel, das der Verein Holzenergie Schweiz (ein Zusammenschluss von Gemeinden und Betrieben der Wald- und Holzwirtschaft sowie von Holzfachleuten) für Holzfeuerungen vergibt.

kurzem gibt es ein Filtersystem, das Feinstaub in Cheminées und Kachelöfen grossenteils eliminiert (Infos siehe www. ruegg-cheminee.com). Der Nachteil: Der Filter kostet rund 2000 bis 3000 Franken. Gemäss den neuen Bestimmungen des Bundes müssen in Betrieb stehende Cheminées, Speicheröfen und Holzheizungen für bis zu vier Wohnungen nicht mit einem Filter nachgerüstet werden.

27. November 2007 | Bennie Koprio


Beitrag als PDF
Damit das Feuer lange brennt
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
So bleiben Sie ganz sicher auf dem Teppich «Die Revolution des Möbelmarktes» Kleine ganz stark
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Darf mein Chef Beiträge an AHV, IV und EO abziehen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten