|
(0) |
Ein Cheminée-Feuer sorgt im Winter für wohlige Wärme. Doch wer viel Brennholz verbraucht, kauft besser nicht bei Grossverteilern ein.
Holz ist heimelig – das finden selbst Anhänger des coolen Designs, wenn das Holz als flackerndes Feuer im Cheminée brennt. Cheminées und Schwedenöfen gibt es in allen Formen und für fast jedes Budget. Und das nötige Brennholz ist mittlerweile an jeder Ecke zu haben – beim Grossverteiler, im Baumarkt, beim Holzhändler, aber auch direkt ab Bauernhof oder gar bei der Wohngemeinde.
Jedoch: Wer gedankenlos beim nächstbesten Anbieter einkauft, zahlt zu viel. Das ergaben Stichproben von Haus & Garten bei diversen Holzverkäufern. Und nicht jede Holzart eignet sich gleich gut fürs Kaminfeuer.
Wer sein Cheminée möglichst preiswert befeuern will, wählt seinen Anbieter sorgfältig aus und kauft in grossen Mengen ein: So fährt er um einiges günstiger als Konsumenten, die nur ab und zu einen Sack Brennholz nach Hause schleppen mögen.
Teuer ist Cheminéeholz in der Regel beim Grossverteiler respektive im Baumarkt. Denn hier gibts Brennholz nur in Kleinmengen. Bei Migros kosten 15 Kilo Buche im Sack Fr. 11.50, bei Coop Fr. 9.90 und bei der Landi Fr. 8.95. Die gleiche Menge Birkenholz ist wiederum bei Migros mit Fr. 14.– am teuersten, Coop verlangt Fr. 11.90 und Landi Fr. 9.90. Jumbo bietet lediglich Hartholz gemischt an – 15 Kilo kosten Fr. 13.25.
Günstiges Holz bei Bauern und Gemeinden
Nur halb so viel oder noch weniger zahlt, wer gleich per
Ster einkauft. Ein Ster entspricht einem Kubikmeter respektive rund 500 Kilo Holz. Sehr güns-tige Angebote fanden sich bei der Stichprobe sowohl im spezialisierten Holzhandel, bei Bauern als auch bei Gemeinden.
So bietet zum Beispiel Holzhändler Stefan Holdener aus Pfäffikon ZH im Internet ein Ster Buchenholz für Fr. 130.– an. Umgerechnet auf die Kleinmenge von 15 Kilo ergibt das einen Schnäppchenpreis von Fr. 3.90.
Bei Bauer Halter im aargauischen Beinwil am See kostet ein Ster Buchenholz ab Hof Fr. 160.–. 15 Kilo kosten also nur Fr. 4.80. Denselben Preis wie Halter offeriert die Bürgergemeinde Basel. Bei der Stadt Zürich kostet ein Ster Buche gespalten und in 33 cm lange Stücke geschnitten Fr. 185.–, das macht Fr. 5.50 pro 15 Kilo.
Nachteil des Grosseinkaufs: Der Transport frei Haus kann je nach Anfahrtsweg Zusatzkosten verursachen. Es ist deshalb ratsam, das Holz möglichst in der näheren Umgebung einzukaufen. Und vor allem: Um einen Kubikmeter Holzscheite zu lagern, benötigt man einen entsprechenden Lagerplatz (siehe Kasten Seite 19). Wer Platzprobleme hat, kann sich mit
anderen Cheminée-Besitzern zusammentun und die grosse Menge aufteilen.
Brennholz richtig lagern
Holz muss man luftig und trocken lagern – auch dem Klima zuliebe. Verwenden Sie nur Holz, das zuvor zwei Jahre lang fachgerecht gelagert wurde. Die Cheminéeholz-Scheite, die im Handel sind, erfüllen nach Angaben der Anbieter diese Bedingungen.
Wer grössere Mengen Brennholz aufs Mal kauft, benötigt einen trockenen und luftigen Lagerplatz. Keller eignen sich kaum – es droht Schimmelgefahr. Besser ist ein Platz im Freien, der vor Schnee und Regen geschützt ist.
Holzscheite trocknen besser als ungespaltene Holzrugel. Wichtig ist ferner, dass die Luft zirkulieren kann. Deshalb nicht mit einer Plastik-Plane abdecken – sonst kann sich Kondenswasser bilden.
Problem Feinstaub: Tipps für Cheminée-Fans
Weil der Rohstoff Holz nachwächst, gilt Holzenergie als CO2-neutral. Die Luft wird trotzdem belastet: Holzfeuerungen sind in der Schweiz für rund
8 Prozent der gesamten Feinstaub-Emissionen verantwortlich. Hier einige Tipps, wie Sie beim Feuern den Schadstoffausstoss in Grenzen halten können:
Seit Anfang September gelten in der Schweiz verschärfte Staubgrenzwerte für Holzfeuerungen. Unter anderem dürfen kleine Holzöfen und offene
Cheminées für den Privathaushalt ab 1. Januar 2008 nur noch verkauft werden, wenn sie den Normen der Europäischen Union entsprechen. Diese strengeren Anforderungen sind identisch mit dem Qualitätssiegel, das der Verein Holzenergie Schweiz (ein Zusammenschluss von Gemeinden und Betrieben der Wald- und Holzwirtschaft sowie von Holzfachleuten) für Holzfeuerungen vergibt.
kurzem gibt es ein Filtersystem, das Feinstaub in Cheminées und Kachelöfen grossenteils eliminiert (Infos siehe www. ruegg-cheminee.com). Der Nachteil: Der Filter kostet rund 2000 bis 3000 Franken. Gemäss den neuen Bestimmungen des Bundes müssen in Betrieb stehende Cheminées, Speicheröfen und Holzheizungen für bis zu vier Wohnungen nicht mit einem Filter nachgerüstet werden.
27. November 2007 | Bennie Koprio
