|
(0) |
Die Firma Streif ist einer der grössten deutschen Ersteller von Fertighäusern –und auch in der Schweiz tätig. Nicht immer zur Zufriedenheit des Kunden.
Vor rund einem Jahr hat Markus Hardegger in Buochs NW ein Grundstück gekauft. Der Optiker mit eigenem Geschäft in Stansstad wollte für sich und seine Familie ein Haus bauen – ein Fertighaus.
Hardegger kontaktierte unter anderem die deutsche Firma Streif. Sie hatte bereits das Haus für Hardeggers rundum zufriedene Eltern erstellt. «Die Firma genoss bei mir einen grossen Sympathiebonus», sagt Hardegger, «und ihr Angebot war sehr attraktiv. Ich habe deshalb nur das Streif-Projekt weiterverfolgt.»
Daraufhin begannen die Probleme. Hardegger erinnert sich: «Ich konnte meinen Streif-Ansprechpartner zum Teil während Wochen nicht erreichen, obwohl er Antworten und Abklärungen versprochen hatte.»
Die Pläne des Architekten kosteten Hardegger 6000 Franken. Die Offerte hielt fest, dass das Geld bei Zustandekommen des Projekts zurückerstattet werde.
Hardegger unterschrieb die Offerte. «Mein Ansprechpartner versprach mir, dass ich – nach Prüfung der Offerte durch das Mutterhaus – die Unterlagen gegengezeichnet innert sieben bis zehn Tagen zurückerhalten werde.»
Die Offerte traf aber erst rund vier Wochen später ein. Als Hardegger sie sichtete, erschrak er: Die vom Streif-Mitarbeiter berechnete Summe für den Bau war ohne Begründung durch einen 100 000 Franken höheren Betrag – 633 000 Franken – ersetzt worden. Hardegger war damit nicht einverstanden.
Auf seine Nachfrage hin begründete Streif die Differenz mit falschen Berechnungen des Mitarbeiters. «Der Vorgesetzte meines Ansprechpartners hat sich mit keinem Wort entschuldigt – er hat mich sogar ausgelacht», sagt Hardegger.
«Ich habe ihn gebeten, die Unterlagen zu studieren und mich eine Woche später anzurufen, um mir die Gründe für die Differenz zu erläutern.» Hardegger erhielt jedoch keinen Anruf mehr. Auch seine Beschwerde an die Direktion blieb unbeantwortet.
Streif reagierte erst Monate später, nachdem sich Hardegger an K-Geld gewandt hatte; er wollte zumindest das Architektenhonorar zurück. Streif-Vorstand Martin Tegt lehnte ab, weil seine Firma die Annahme des Vertrags verweigert habe – obwohl der Vertrag von einem Streif-Mitarbeiter aufgesetzt worden war.
Streif sei jedoch bereit, «Entgegenkommen zu zeigen» und 3000 Franken zu zahlen. Hardeggers Kommentar: «Das war wohl der letzte Akt in diesem Trauerspiel!»
03. Februar 2008 | Philipp Lütscher
