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Die steigenden Rohstoffkurse sind für Anleger verlockend. Doch zu hohe Investitionen sind riskant. saldo sagt, worauf man achten muss.
Edel- und Industriemetalle, Erdöl sowie Agrarrohstoffe erleben Höhenflüge wie seit Jahren nicht mehr. Der Goldpreis stieg seit dem Jahr 2003 um weit mehr als das Doppelte. Das Gleiche gilt für den Rogers Commodity Index, der einen Mix verschiedener Rohstoffwerte abbildet (siehe Grafik im pdf-Artikel). Umgekehrt ist die Börsenentwicklung noch immer unsicher. Soll man nun Geld in Rohstoffen anlegen?
Markus Lackner, Finanzanalyst des VZ Vermögenszentrums, rechnet mit einer anhaltend hohen Rohstoff-Nachfrage – trotz sich abschwächender Weltwirtschaft. Seiner Meinung nach ist es aber nicht nur jetzt, sondern in jeder Marktsituation sinnvoll, in Rohstoffe zu investieren. Grund: Rohstoffe haben den Vorteil, dass sich ihr Preis weitgehend unabhängig vom Aktienmarkt entwickelt. Sie sind deshalb ein gutes Diversifikationsmittel und geben einem Portfolio mehr Stabilität.
Mehr als 5 bis 10 Prozent sollten Anleger laut Lackner aber nicht in Rohstoffe investieren. Ihre Preisentwicklung ist nämlich kurzfristig sehr unregelmässig. Rohstoffe allein genommen betrachtet der VZ-Analyst deshalb als eine risikoreichere Anlage als Aktien.
Reales Gold: Verlustrisiko beim Wiederverkauf
Eine beliebte Rohstoffanlage sind zurzeit Edelmetalle – allen voran Gold. Wer will, kann sich Goldbarren kaufen und diese zu Hause oder in einem Bankschliessfach horten. Das ist aber nicht zu empfehlen: Die Differenz von An- und Verkaufspreis von physischem Gold ist nämlich relativ gross. Bei einem Wiederverkauf ist mit saftigen Abschlägen zu rechnen.
Besser ist es, auf Edelmetall-Exchange-Trade-Funds (ETFs) zu setzen. Das sind Anteile an physisch hinterlegtem Metall. Die Zürcher Kantonalbank bietet solche ETFs an. Seit kurzem sind – je nach Metall – auch Anteile ab einem Betrag zwischen 1500 und 3500 Franken erhältlich, was sie auch für weniger betuchte Privatkunden interessant macht.
Rohstoff-Fonds: Breit abgesichert, dafür weniger Rendite
VZ-Experte Lackner rät zudem zu Anlagen in Rohstoff-Fonds. Eine sinnvolle Anlagemöglichkeit für Privatpersonen sieht er in breit angelegten Fonds, die nicht in einzelne, sondern in eine Vielzahl von Rohstoffen investieren. Allerdings sind hier die Ertragschancen geringer. Ein guter Kompromiss zwischen Rendite und Diversifikation sind laut Lackner etwa Fonds, welche die Entwicklung des Rogers International Commodity Index abbilden (siehe Grafik im pdf-Artikel).
12. Mai 2008 | Thomas Lattmann
