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Seit letztem November unterhält der Thurgau als erster Kanton eine Datenbank für Krankenkassenschuldner. In der Kartei stehen zurzeit 4300 Personen, die ihrer Kasse Geld schulden und von dieser keine Leistungen mehr bekommen. Zugriff auf die Schuldnerkartei haben Ärzte, Apotheker und Spitäler. Diese verlangen von den Betroffenen nun vor einer Behandlung Bares oder ein Depot.
«Das ist eine staatlich verordnete Leistungsverweigerung», kritisiert Margrit Kessler vom SPO Patientenschutz. Die Gesundheitsdirektorin von St. Gallen, Heidi Hanselmann, bezweifelt zudem die «Qualität der Daten», da die Kassen nicht verpflichtet seien, die Aufhebung eines Leistungsstopps zu melden. Der Thurgauer Datenschutzbeauftragte Ernst Frei berichtet auf Anfrage von saldo bereits vom Fall eines Patienten, der nicht rechtzeitig von der Liste gestrichen wurde.
12. Mai 2008
