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Wo mehrere PCs stehen, ist ein zentraler Datenspeicher sinnvoll. Nur so können alle Nutzer auf Musik, Fotos und andere Daten zugreifen. Eine Festplatte im Netzwerk machts möglich – und bietet viele zusätzliche Vorteile.
Früher hiess es zu Hause: «Wer hat meine Stones-Platte geklaut?» Und heute: «Auf welchem PC ist das neuste Ochsner-Album?» Auch Fotoalben stehen nicht mehr im Büchergestell, sondern stecken in digitalen Ordnern, um dereinst wieder einmal als Diashow abgespielt zu werden.
Vernetzte Festplatte statt Strom fressender PC
Da heute alle Rechner in einem Haushalt auf das Internet zugreifen wollen, sind sie in der Regel untereinander vernetzt. So können mit wenigen Mausklicks Daten auf der Festplatte für andere Personen zugänglich gemacht werden.
Wenn Sohn Linus seinen Ordner mit MP3-Songs freigegeben hat, kann auch Tochter Sarah diese Musik auf ihrem Notebook abspielen. Aber: Sobald Linus seinen PC ausschaltet, verstummt der Sound bei Sarah. Entweder kopiert man die Daten mehrfach auf Rechner im Heimnetzwerk oder degradiert einen PC zum Strom fressenden «Dauerläufer».
Eine clevere Lösung für die gemeinsam genutzten Daten sind Netzwerkfestplatten. Diese unterscheiden sich äusserlich kaum von üblichen USB-Festplatten. Sie verfügen jedoch über einen Ethernetanschluss und können einfach mit dem Internet-Router verbunden werden. Die Netzwerkfestplatte erscheint dann als zusätzliches Laufwerk auf dem Rechner.
Man kann beliebige Daten mit den üblichen Programmen darauf abspeichern und lesen. Wenn also alle Familienmitglieder jeweils die neuen Fotos im Ordner «Familienalbum» ablegen, können Gross und Klein jederzeit diese Bilder an ihrem eigenen PC oder Notebook betrachten. Zusätzlich lassen sich auf dem zentralen Speicher auch private Ordner für jedes Familienmitglied einrichten. Die Eltern haben so ein gemeinsames Bild- oder Filmarchiv, auf das nur sie zugreifen können.
Viel Speicherplatz und automatische Backups
Die Speicherkapazität der Netzwerkfestplatten kennt kaum Grenzen. Einstiegsmodelle werden meist mit einer internen Speicherkapazität von 500 oder 1000 Gigabyte ausgeliefert. Reicht der Platz nicht mehr aus, kann man die Netzwerkdiener mit üblichen USB-Festplatten ergänzen. Edelmodelle beinhalten sogar bis zu vier Festplatten in ihrem Gehäuse und bringen es so auf 4 Terabyte (4000 Gigabyte) Speicherplatz.
Die Netzwerkfestplatten bieten aber mehr als nur sehr viel Speicherkapazität. Die Hersteller liefern meist einfache Backup-Programme mit, welche die Daten sämtlicher PCs im Netzwerk automatisch auf die zentrale Speicherplatte kopieren. So ist das Problem der regelmässigen Datensicherung endlich gelöst. Bei einem Defekt des Rechners gehen keine wertvollen Daten verloren. Einige Luxusmodelle sichern die PC-Daten sogar automatisch doppelt auf mehrere Festplatten.
Komfortabel ist auch die USB-Copy-Funktion einzelner Modelle: Dabei wird an der Netzwerkbox ein beliebiger USB-Speicher (Stick, Kamera) angeschlossen und dessen Inhalt auf Knopfdruck auf die Netzwerkfestplatte kopiert.
Einige Netzwerkboxen können sogar selbständig Daten aus dem Internet herunterladen. Ein spezielles Programm (Bittorrent-Client) saugt so über Nacht einen ganzen Spielfilm auf die Netzwerkfestplatte.
Auch ein Drucker lässt sich via USB direkt an die Box der Netzwerkplatte anschliessen und steht dann allen Familienmitgliedern immer zur Verfügung. Allerdings werden dabei nicht alle Modelle unterstützt.
Internetfreundlicher Multimedia-Server
Die meisten Netzwerkfestplatten dienen zu Hause auch als Multimedia-Server. Die gespeicherten Musikstücke oder Filme lassen sich dann auf vernetzten Fernsehern, Internetradios, Spielkonsolen oder über Adapter direkt an der Stereoanlage abspielen. Wer seine Ferienfotos den Kollegen im Büro zeigen will, kann bei den meisten Netzwerkspeichern auch eine Türe ins Internet öffnen. Über eine spezielle mit Passwort geschützte Web-Adresse kann man so direkt über jeden Internetzugang die Fotobibliothek anzeigen. Noch weiter gehen Netzwerkfestplatten, die als echte Webserver arbeiten. Man kann dann die Familienwebsite direkt auf der Box betreiben und ist nicht auf einen Webspace-Provider angewiesen.
Komfort und STROMVERBRAUCH
Beim Kauf einer Netzwerkfestplatte sollte man neben dem Funktionsumfang auch auf den Stromverbrauch und Komfort achten. Konkret: Die Festplatte(n) in der Netzwerkbox sollte(n) möglichst leise und sparsam arbeiten. Gute Modelle kommen ohne Lüfter aus und erzeugen keine Geräusche.
Der Stromverbrauch der guten Modelle bewegt sich zwischen 10 und 20 Watt im Betriebszustand. Ein PC verheizt im Vergleich meist über 100 Watt Strom. Werden keine Daten benötigt, sollte die Box in einen Schlummermodus verfallen, die Festplatte(n) automatisch ausschalten und dann deutlich unter 10 Watt Strom konsumieren. Sinnvoll sind Geräte, die sich über einen Timer beispielsweise um 23 Uhr ab- und um 7 Uhr morgens wieder einschalten.
Einige dieser Rund-um-die-Uhr-Arbeiter lassen sich sogar als digitale Wachhunde einsetzen. An die Netzwerkbox von Synology lässt sich eine Videokamera anschliessen, die dank Bewegungssensor automatisch Videoaufnahmen auf der Festplatte speichert, wenn sich im Sichtfeld der Kamera zur Unzeit etwas bewegt.
23. November 2008 | Kurt Haupt
