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Artikel | K-Geld 02/2009

Firmenpleite mit Ansage

Bereits 2005 hat K-Geld vor der Swisskap AG gewarnt, weil sie viel zu hohe Zinsen versprach. Nun ist die Gesellschaft Pleite.

Als letztes Jahr die Zinszahlungen ausblieben, traute ich der Sache nicht mehr», sagt Hans Arnold aus Granges VS. 2005 hatte er für 15’000 Euro Obligationen der Zürcher Finanzgesellschaft Swisskap gezeichnet. Wie Hunderte weitere Anleger, vor allem aus Deutschland und der Schweiz. Swisskap lockte mit einem Zins von jährlich 5,75 Prozent für ihre 40-Millionen-Euro-Anleihe. Versprochen wurden Investitionen «in wertbeständige, vollvermietete Immobilien». Fünfjährige Kassenobligationen rentierten damals nur mit rund 1,5 Prozent. K-Geld hat 2005 gewarnt: «Es droht der Totalverlust.»

Jetzt ist er da: Ende März 2009 wurde über Swisskap der vorläufige Konkurs eröffnet. Sollte kein Gläubiger den Kostenvorschuss von gut 10’000 Franken leisten, wird das Verfahren vom Konkursamt Dübendorf ZH mangels Aktiven eingestellt. 2008 beliefen sich die eingeleiteten Betreibungen gegen die Gesellschaft auf 17,9 Millionen Franken.

Noch Mitte Februar 2009 hatte Swisskap-Verwaltungsrat Patrick Bernhart gegenüber K-Geld vollmundig versprochen, allen «Verpflichtungen nachzukommen». Mittlerweile bleiben Anfragen unbeantwortet. Anfänglich wurden tatsächlich Zinsen bezahlt, dann nur noch an einige ausgewählte Obligationäre. Was Swisskap mit den Anlagegeldern tatsächlich gemacht hat, werden die Gerichte klären müssen. Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt seit 2006 wegen des Verdachts auf Geldwäscherei. Anzeige erstattet hat die Polyreg, eine der Finanzmarktaufsicht Finma unterstellte Selbstregulierungsorganisation der Branche. Und eine deutsche Anlegergemeinschaft will wegen Kapitalanlagebetrugs klagen.

29. März 2009 | Bernhard Raos


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Kommentare (2)

 
  • Pierren10 | 08.06.2009, 17:27

    Swisskap AG

    weitere Infos erhalten unter

    intersearch@internet.lu
  • Ihringer | 23.04.2009, 00:31

    Vorsätzlich und Kriminell

    K-Geld und andere Profis warnten frühzeitig vor Swisskap
    Anleihen, da das ganze Konzept undurchsichtig und wenig seriös
    wirkte und die Gewinnaussichten einfach zu hoch angesetzt waren. Ob
    die Anleger, die diese Warnungen in den Wind schossen, auch dann
    investiert hätten, wenn Sie gewusst hätten
    1) dass der Präsident des Verwaltungsrates der Swisskap AG, Urs
    Martin Romer, sich gerade ein Jahr vorher in Deutschland wegen
    verschlepptem Konkurs vor Gericht verantworten musste und durch diesen
    Konkurs sowohl Lieferanten, als auch langjährige Mitarbeiter Geld
    verloren;
    2) dass dieser Urs Martin Romer zusammen mit einigen internationalen
    Partner u.a. aus Deutschland und Singapur mal gerade 3 Jahre vorher
    einige Millionen Dollar in den Sand gesetzt hatte, die man von
    Investoren rekrutiert hatte, um eine Internetplattform für den
    Zentraleinkauf von Krankenhäusern aufzubauen. Doch außer
    recht hohen Zahlungen an Oracle, immensen Gehältern für die
    Manager in der Schweiz (Romer), Deutschland und Singapur sowie einigen
    ersten rudimentären Ansätzen im Internet kam bei der Sache
    nichts raus - und dann war das Geld weg.
    3) dass dieser Urs Martin Romer nach dem Aus der Internet-Firma und
    zur Zeit des Konkurs der Made in Europe GmbH in Deutschland vorgab,
    völlig pleite zu sein, was unter den gegebenen Umständen
    zumindest glaubhaft erschien.
    4) dass die Geschichte der Swisskap nicht im Gründungsjahr der
    AG 1926 als Rego AG begann. Die Rego AG hatte von den
    Besitzverhältnissen bis zur den Firmenaktivitäten und Zielen
    sowiel mit der Swisskap zu tun, wie der Verwaltungsrat Patrick
    Bernhart und Urs Martin Romer mit einem ehrenhaften Geschäftsmann
    oder wie der Himmel mit der Hölle. Hier wurde einfach eine
    stillgelegte AG für wenig Geld gekauft. Einziger Wert der Firma
    ist tatsächlich das Gründungsjahr. Dies schafft Vertrauen in
    die Swisskap AG, denn wenn eine Firma ja schon so lange existiert
    ............. Tja, wenn ..........
    5) dass in der Anfangsphase der Swisskap AG - die im übrigen
    dann erst einmal als Pan Helvetia (vom 7.6.04 bis 4.8.04) eingetragen
    wurde die Revisionsstelle vom vom 25.2.2004 bis 4.8.2004 bei Rolf
    Ihringer, von Widnau lag. In dieser Zeit "entstand" auch die
    im Swisskap abgedruckte Bilanz. Honi soit qui mal y pense! - Tatsache
    ist, dass lt Aussage des Vollstreckungsamtes Fällanden, Schweiz,
    Herr Ihringer seit einige Zeit im Ausland im Gefängnis sitzt.
    6) dass dieser Herr Ihringer seit ca 2004 teilweise als Revisor, als
    Bevollmächtiger oder einfach als Mitinhaber bei den
    verschiedensten Aktivitäten und Firmen für oder mit Herrn
    Urs Martin Romer auftrat.
    und last but not least, dass 7) die Swisskap Erfinder, Urs Martin
    Romer, Patrick Bernhart und Rolf Ihringer für die Idee, den
    Prospekt, die rechtlichen Notwendigkeiten inkl der Vorlage bei der
    Finanzaufsichtsbehörde etc. Model namen an der
    Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG, (WBG) und tatkräftige
    Unterstützung erhielten von deren Geschäftsführer
    Jürgen Schlögel, der irgendwann denn auch mal hinter
    deutsche, schwedische Gardinen geriet. Interessant in diesem
    Zusammenhang ist auch der Spiegel Artikel in Ausgabe 28/2006 mit dem
    Titel "Schweizer Schneebälle" in dem es u.a. heisst:
    "Eine vielleicht heiße Spur führt in die Schweiz, zur
    SwissKap Holding AG mit Sitz im Steuerparadies Zug. Zwischen ihr, der
    WBG und der DM sollen in den vergangenen
    Jahren andere Firmen munter hin- und hergeschoben worden sein."
    Klingt wie ein Krimi - und bei derart vieler kriminieller Energie
    lässt sich dieses Kapitel wahrscheinlich unendlich fortsetzen.

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