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Artikel | K-Geld 02/2009

Minergie macht sich bezahlt

Eine Bank-Studie zeigt: Ist ein Haus nach Minergie-Standard gebaut oder saniert, lässt es sich auch teurer verkaufen.

Nach dem Minergie-Standard erstellte Bauten verbrauchen im Vergleich zu den anderen Bauten rund 60 Prozent weniger Energie. Doch energiesparende Investitionen kosten: Der Aufpreis für ein Einfamilienhaus liegt zwischen 5 und 10 Prozent. Kürzlich hat die Zürcher Kantonalbank den Markt für Minergie-Wohngebäude im Kanton Zürich analysiert. Die Studie zeigt, dass Käufer schon heute bereit sind, den Mehraufwand für energieeffiziente Gebäude zu zahlen.

Die höhere Zahlungsbereitschaft liegt nicht in erster Linie daran, dass der gesenkte Energieverbrauch Kosten spart. Denn die Autoren haben berechnet, dass die Einsparungen erst bei einem deutlichen Anstieg der Energiepreise zum Tragen kommen. Das sind laut Studie die Gründe, warum Hauskäufer trotzdem bereit sind, einen höheren Preis für Minergie-Bauten zu bezahlen:

  • Für die Zukunft gehen viele Käufer von deutlich höheren Energiepreisen aus – trotz des gegenwärtig wieder deutlich gesunkenen Ölpreises.
  • Hauskäufer rechnen mit einer Verschärfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Mit der Einhaltung des Minergie-Standards wären diese sicher auch in Zukunft bereits erfüllt und somit ein Verkaufsvorteil.
  • Ein weiteres Plus ist die hohe Wohnqualität in solchen Häusern und Wohnungen. So sorgt die Komfortlüftung – das Kernstück jedes Minergie-Hauses – für eine optimale Luftqualität, die vor allem auch Allergiker anspricht.
  • Bei umweltbewussten Hauskäufern spielen zudem ideelle Gründe mit, die zu einer höheren Zahlungsbereitschaft führen.
  • Banken gewähren gegen Vorweisen des Minergie-Zertifikates spezielle Zinsvergünstigungen für Hypotheken von bis zu 1 Prozent, was eine deutlich schnellere Amortisation der Zusatzkosten ermöglicht.


Trotz dieser guten Aussichten ist der Anteil von Minergie-Wohnhäusern mit rund 1 Prozent in der ganzen Schweiz noch gering. Ein Grund dafür liegt wohl bei den hohen administrativen Hürden, um das Minergie-Zertifikat dieser privatwirtschaftlich organisierten Institution zu erhalten.

29. März 2009 | David Eppenberger


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