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Artikel | K-Geld 03/2009

Indirekte Amortisation: Rechnung geht nicht auf

Banken raten zur indirekten Abzahlung der Hypothek über ein Säule-3a-Konto. Das spare Steuern. Davon profitieren aber nur Spitzenverdiener – und auch sie nur unter idealen Bedingungen.

Die Theorie tönt gut: Statt die Hypothek direkt der Bank zurückzuzahlen, überweist man das geschuldete Geld in die Säule 3a des Hypothekargebers. Dieses Vorgehen bezeichnet man als «indirekte Amortisation». Das 3a-Säule-Bankkonto oder auch eine gebundene Vorsorgepolice 3a (Lebensversicherung) dient der Bank als Sicherheit und Pfand, falls der Hypothekarnehmer zahlungsunfähig wird. Nach der vereinbarten Laufzeit des Kredits, meist 15 bis 20 Jahre, wird dann die Säule 3a aufgelöst und die Hypothek auf einen Schlag zurückbezahlt.

Dank diesem Vorgehen profitiere ein Wohneigentümer gleich doppelt, verkünden die Banken. Der Grund: Die Einzahlungen in die Säule 3a darf ein Immobilienbesitzer vollumfänglich von seinem steuerbaren Einkommen abziehen. Und der in der Steuerrechnung zusätzlich abzugsfähige Schuldzins bleibt über die ganze Laufzeit gleich hoch, weil der Hypothekarbetrag während der gesamten Laufzeit nicht abnimmt. Die steuerliche Abzugsfähigkeit ist tatsächlich der grosse Pluspunkt der privaten Vorsorge 3a. Bei einer jährlichen Einzahlung von 6000 Franken spart man 1500 bis 2500 Franken Steuern.


Positive Bilanz erst bei 3a-Zinsen ab 2 Prozent

Doch liegt das Geld einmal im Vorsorgetopf, geht diese Rechnung für Normalverdiener nicht auf, wie das in der ersten Tabelle aufgeführte Beispiel eines Ehepaars mit niedrigem steuerbarem Einkommen (75’000 Franken) zeigt. Das Paar hat bereits 60’000 Franken Hypothekarschuld indirekt über die Säule 3a amortisiert und beide Ehepartner zahlen weiterhin je 6000 Franken pro Jahr auf ihr 3a-Konto ein.

Langfristig betrachtet liegt der Zinssatz auf 3a-Guthaben im Durchschnitt bei 1,75 Prozent. Die variable Hypothek kostet historisch betrachtet im Schnitt 3,5 Prozent. Davon gehen wegen des Schuldzinsabzugs zwar knapp 0,85 Prozent Steuerersparnis ab (Grenzsteuersatz 25 Prozent). Das sind aber immer noch 0,9 Prozent mehr, als das 3a-Konto bringt. Und auch die Steuerersparnis bei der Einzahlung auf das 3a-Konto wird durch die fälligen Steuern beim Kapitalbezug empfindlich geschmälert.

Das VZ Vermögenszentrum hat ausgerechnet, dass ein Ehepaar unter diesen Voraussetzungen innerhalb von zehn Jahren rund 12’000 Franken verliert (siehe Tabelle im pdf-Artikel «Effekt bei niedrigem Einkommen»). Selbst Spitzenverdiener mit 300 000 Franken Jahreseinkommen und einem hohen Grenzsteuersatz von 43 Prozent erleiden unter den obigen Voraussetzungen einen Verlust von 4250 Franken (vgl. Tabelle «Effekt bei hohem Einkommen»).

Erst wenn der Zinssatz auf dem 3a-Konto auf 2 Prozent steigt und der Hypothekarzins auf 3 Prozent fällt, profitieren Grossverdiener (vgl. Tabelle im pdf-Artikel «Wann lohnt sich die indirekte Amortisation?»). Für normale Verdiener bleibt der negative Effekt aber bestehen, da die Steuerersparnis aufgrund des Schuldzinsabzugs den Zinsverlust nicht kompensiert.


Tipp: Alle 5 Jahre die 3a-Guthaben beziehen

Dennoch hat Adrian Wenger, Leiter der VZ Hypothekarberatung, einen Tipp, wie Wohneigentümer von der Säule 3a profitieren können: «Den Steuervorteil der Einzahlung ausnützen und dann alle fünf Jahre sein 3a-Guthaben beziehen und damit die Hypothek abzahlen.» Das lohnt sich aber nur für 3a-Sparer bei der Bank. «Bei indirekter Amortisation über eine Lebensversicherung schliesst der Kreditnehmer einen Vertrag bis zur Pensionierung ab. Diesen aufzulösen wird mit hohen Rückkaufskosten bestraft», warnt Wenger.

23. Mai 2009 | Fredy Hämmerli, cl, bbs


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