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Artikel | K-Geld 01/2010

Migros Bank verärgert Kunden

Die Migros Bank hat im Krisenjahr 2009 viele Neukunden gewonnen. Bestehende Klienten ärgern sich derweil über pannenanfällige Neuerungen beim E-Banking.

Die Migros Bank schreibt schwarze Zahlen: Der Bruttogewinn nahm 2009 um rund 9 Prozent auf 254 Millionen Franken zu. Dank einer «starken Vertrauensbasis» habe sich der Bestand an Kundengeldern zudem um rund 6 Prozent auf 25,5 Milliarden Franken erhöht. Bei Stefan Streit (46) aus Bremgarten BE hat die Migros Bank ihr Vertrauen aber verspielt. Schuld daran sind ärgerliche Pannen beim Online-Banking.

Ende Oktober hat die Migros-Tochter für 100 Millionen Franken die Informatik-Plattform erneuert. Die Bank schreibt dazu: «Der Schritt ist vergleichbar mit dem Umzug in ein moderneres und grösseres Haus. Zunächst erscheint Ihnen manches vielleicht etwas ungewohnt, doch bestimmt wird Ihnen unser neues Haus schon bald sehr vertraut vorkommen.»

Für Chiropraktiker Streit ein frommer Wunsch. Das neue Haus war nämlich während der Bauphase für ganze drei Tage nicht begehbar. So lange blieb allen Kunden der Zugang zum Online-Banking verwehrt. Für Streit besonders ärgerlich: «Die Umstellung wurde auf Monatsende vorgenommen. Genau dann müssen Arbeitgeber Zahlungen erledigen.» Albert Steck, Sprecher der Migros Bank, schreibt K-Geld dazu: «Die Informatik-Migration entsprach in Bezug auf den Zeitpunkt und die Dauer dem in der Bankenbranche üblichen Standard.»

Leider entsprach das neue «Haus» aber nicht dem gewohnten Komfort von Stefan Streit. Er stellte Mängel fest: «Meine rund hundert Zahlungsvorlagen wurden mit der Umstellung unwiderruflich gelöscht.» Streit musste alle Zahlungsvorlagen neu erfassen.

Bank-Sprecher Steck bestätigt, dass nicht alle Zahlungsvorlagen auf Anhieb ins neue M-BancNet übernommen worden sind. Man habe dieses Problem aber schnell erkannt und die restlichen Zahlungsvorlagen nachträglich transferiert.  Davon ausgenommen waren gemäss Steck aber «veraltete oder fehlerhafte» Vorlagen. Ein weiteres Problem der neuen Online-Plattform: Die elektronischen Dokumente konnten aus «technischen Gründen» während Wochen nicht angezeigt werden (siehe Bild im pdf-Artikel). Bank-Sprecher Steck dazu: «Bei gewissen Fällen von Bevollmächtigungen standen die E-Dokumente zwischenzeitlich nicht zur Verfügung.»


Probleme beim Anmelden mit dem M-IDentity-Stick

Im Zuge der Neuerungen erhielten 2009 die E-Banking-Kunden der Migros Bank einen speziellen UBS-Stick für mehr Sicherheit beim Online-Banking. Aber der Zugang zum M-BancNet mit dem M-IDentity-Stick klappte bei Streit während Monaten nicht. «Entweder erkannte das System den Pin-Code nicht oder verlangte immer wieder die Kundennummer.»

K-Geld weiss aus mehreren Zuschriften: Die Pro-bleme mit M-IDentity sind kein Einzelfall. Pressesprecher Albert Steck sieht das anders: «Der Anteil der Kunden, bei denen das System nicht funktioniert, liegt im sehr tiefen Promillebereich.»

Wer wie Streit technische Probleme mit dem E-Banking hat, wird an Randzeiten allein gelassen. Die Hotline ist am Samstag ab 12 Uhr geschlossen und am Sonntag bleibt die Leitung tot. Ein Problem für Kleinunternehmer wie Streit, die meist am Wochenende ihre Zahlungen erledigen müssen. Streit hat sich mittlerweile ein «solideres Haus» gesucht und wird seine Bankbeziehung kündigen.


Tipps: Sicheres Online-Banking

  • Öffnen Sie den Webbrowser fürs E-Banking jeweils neu.
  • Klicken Sie nicht auf einen Adress-Link in E-Mails. Tippen Sie die Webadresse der Bank immer von Hand ein.
  • Wählen Sie ein möglichst langes Passwort mit Zahlen und Buchstaben. Wechseln Sie es häufig und halten Sie es geheim.
  • Kontrollieren Sie, ob die Verbindung verschlüsselt ist (Schlosssymbol oder gelb gefärbte Adresszeile) im Browser.
  • Beachten Sie Fehlermeldungen oder Warnhinweise. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall Ihre Bank.
  • Löschen Sie nach dem Online-Banking jedesmal den Cache des Browsers.
  • Weitere Tipps finden Sie auf der Webseite der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani).

31. Januar 2010 | Bernhard Bircher, Redaktor K-Geld


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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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