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Artikel | K-Geld 01/2010

Altgold-Verkauf: Preisdifferenzen bis 4000 Franken

Wer Goldschmuck verkaufen will, muss mehrere Offerten einholen. Denn die Preisunterschiede sind enorm. Das zeigt eine K-Geld-Stichprobe. Und: Ein Verkauf in Deutschland lohnt sich nicht.

Kleinanzeigen mit Werbesprüchen wie «Jetzt Altgold verkaufen» oder «Altgold ist Bargeld!» treffen momentan den Nerv vieler Goldbesitzer. Der Zeitpunkt ist in der Tat günstig, aus Familienschmuck Bargeld zu machen. Seit dem Jahrestief vom 15. Januar 2009 stieg der Goldkurs  um 53 Prozent auf ein Allzeithoch Anfang Dezember bei über 1220 Dollar je Unze (= 31,1 Gramm). Seitdem ist der Preis des Edelmetalls leicht gesunken.

K-Geld wollte wissen, wie viel Bargeld für Altgold geboten wird. Ein K-Geld-Mitarbeiter, der anonym auftrat, holte dazu insgesamt zehn Offerten in der Schweiz und Deutschland ein. Den Goldankäufern wurden eine Goldkette und ein Armband angeboten – Gesamtgewicht rund 350 Gramm (siehe Bild im pdf-Artikel).

Das Fazit der Stichprobe: Die Preisunterschiede sind enorm, und der Goldankauf ist ein wenig transparentes Geschäft. Für Laien sind die branchenüblichen Preisangaben oft verwirrend. Und: Nicht alle Händler, die einen Rekordpreis versprechen, gewähren ihn auch.


Preis nach Gewicht und Goldgehalt

Die meisten Ankäufer bezahlen die Schmuckstücke nach Gewicht und Goldgehalt – das Aussehen spielt dabei keine Rolle. Danach liefern sie den Schmuck an eine sogenannte Scheideanstalt. Diese schmilzt und reinigt das Altgold und verkauft es weiter.

Am Tag der Stichprobe lag der Goldpreis bei rekord-verdächtigen Fr. 39 370.– pro Kilo. Davon darf sich ein Schmuckbesitzer aber nicht blenden lassen. Dieser Preis bezieht sich nämlich auf Feingold in Barrenform mit einem Reinheitsgrad von 999 Promille. Das entspricht 24 Karat. Goldschmuck besteht jedoch meist «nur» aus 18-karätigem Gold mit einer Reinheit von 750 Promille. Um den Schmuck stabiler zu machen, wurde das Feingold mit anderen Metallen vermengt.

Wirbt ein Goldhändler mit Höchstpreisen, sollte sich der Verkäufer vorgängig immer erkundigen, ob sich der Preis auf Feingold oder verarbeitetes Gold bezieht. In der Regel gilt er für reines Gold von 24 Karat. Der Preis für Altgold ist meis-tens niedriger. Konkret: Für Goldschmuck von 18 Karat gibt es rund 25 Prozent weniger Geld. Den Goldgehalt des eigenen Schmucks entnimmt man dem Prägestempel: Die Zahl 750 entspricht 18 Karat; 585 entspricht 14 Karat.


Unwissenheit der Kunden wird ausgenutzt

Am Tag der K-Geld-Stichprobe hält ein Branchenkenner Fr. 22.– pro Gramm für Gold mit einer Reinheit von 18 Karat für einen fairen Preis. Umgerechnet auf das Gesamtgewicht von rund 350 Gramm ergäbe dies einen Preis von Fr. 7700.–.

«Es ist wichtig, dass der Verkäufer weiss, wie viel der Schmuck ungefähr wert ist», sagt der Branchenkenner. Das Unwissen der Schmuckbesitzer werde ausgenützt: «Unter den Ankäufern tummeln sich auch schwarze Schafe, die enorm tiefe Preise zahlen.»

Miserable Offerten erhielt auch K-Geld zur Genüge (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Für die schwere Kette und ein Armband – zusammen 348,87 Gramm 18-Karat-Gold – wurden höchst unterschiedliche Preise geboten.


Angebote zwischen 4900 und 8900 Franken

Die tiefste Offerte machte ein Ankäufer an einer noblen Adresse: Das Goldhaus in der Zürcher Bahnhofstrasse bot bei Barauszahlung lediglich Fr. 14.– pro Gramm, total Fr. 4883.–. Den tiefen Preis rechtfertigt Marianne Hopsch vom Goldhaus so: «Weil wir das Gold erst Wochen später zum Schmelzen bringen, müssen wir auch einen sinkenden Goldpreis auffangen können.»

Einen fast doppelt so hohen Preis wie beim Goldhaus erzielte der Schmuck an einer viel weniger prominenten Adresse: bei der Erwin Dietrich AG in Zürich. Für den Schmuck offerierte Dietrich Fr. 8891.–, was einem Preis von Fr. 25.50 je Gramm entspricht. Auf den Rekordpreis angesprochen, sagt der Ankäufer: «Viele Leute sagen, wir bezahlen die besten Preise.»

Ein Ankäufer muss in seine Kalkulation die Schmelzkosten, einen Schmelzverlust von zwei Prozent sowie Lohnkosten und das Risiko für Kursschwankungen einbeziehen.» Denn: Im Gegensatz zum Kunden, der das Geld beim Ankäufer gleich bar auf die Hand bekommt, erhält der Händler von der Scheideanstalt die Abrechnung erst nach erfolgtem Schmelzen. Zudem bringen Ankäufer mit wenig Umsatz ihr Gold nur alle paar Monate zur Scheideanstalt, was das Risiko der Kursschwankungen erhöht.


Miese Preise bei deutschen Goldhändlern

K-Geld holte auch beim grossen Nachbarn Deutschland Offerten ein. In den grenznahen Städten Lörrach und Singen boten die Händler für den Schmuck umgerechnet lediglich zwischen Fr. 6150.– und 7050.–. Die Preise lagen damit unter dem vom Sachverständigen als fair bezeichneten Preis. Auch die beste deutsche Offerte liegt damit mehr als Fr. 1850.– unter dem Schweizer Höchstgebot. Für den Branchenkenner ist klar: «In der Schweiz spielt der Markt viel besser. Hier gibt es einige bedeutende Unternehmen, die grosse Mengen handeln und entsprechend kalkulieren können».


Eine detaillierte Abrechnung verlangen

Mehrmals machte K-Geld zudem die Erfahrung: Bei den Ankäufern kommt es nicht gut an, wenn ein Verkäufer mitteilt, dass er noch andere Offerten einholen wolle. Um einen Höchstpreis zu erhalten, sind aber genau diese Vergleiche der zentrale Punkt (siehe unten). Die Ankäufer fragen oft scheinheilig: «Welchen Betrag haben Sie sich denn vorgestellt?»

Ausserdem ist das Goldgeschäft für die Kunden häufig undurchsichtig: Die Ankäufer bieten lediglich einen Totalbetrag. Erkundigt sich ein Verkäufer nach der Berechnung und den Grammpreisen, geben sie sich zugeknöpft. Im Rahmen der Stichprobe stellte sich heraus, dass viele Altgoldankäufer an der legalen Herkunft des Schmucks zweifelten. Die Au Bijou GmbH in Basel verlangte zum Beispiel einen  Herkunftsnachweis für den Schmuck oder eine von der Familie ausgestellte Verkaufsermächtigung.

Bei den Goldankäufern gilt denn auch in den meisten Fällen  eine Ausweispflicht. Zudem muss ein Kunde vor dem Vertragsabschluss in der Regel mit seiner Unterschrift bestätigen, dass er legal in den Besitz des Goldes gekommen ist. Für den Zürcher Goldschmied Peter Loosli ist dieses Vorgehen sinnvoll: «Ein beachtlicher Teil des Goldes, das den Ankäufern von unbekannten Personen offeriert wird, wurde wahrscheinlich illegal erstanden.» Um Probleme zu vermeiden, nähmen viele Ankäufer daher nur Gold von Kunden an, die sie persönlich kennen.   


Tipps: So machen Sie Gold zu Geld

  • Ermitteln Sie den Goldgehalt. Auf echtem Schmuck ist eine Zahl eingeprägt, die den Edelmetallgehalt anzeigt. 750 steht für 18 Karat Gold, 585 für 14 Karat. 
  • Informieren Sie sich vorgängig über die aktuellen Edelmetallkurse (Banken, Zeitung, Internet, Teletext). 
  • Holen Sie mehrere Offerten ein.
  • Nehmen Sie zum Verkauf Ausweispapiere mit. Bei grossen Mengen verlangen Ankäufer manchmal einen Herkunftsnachweis oder eine Verkaufsermächtigung.
  • Altgold lässt sich auch an Antiquitätenhändler oder via Online-Börsen verkaufen.
  • Oftmals nehmen Juweliere beim Kauf von neuem Schmuck alte Erbstücke in Zahlung.

 

31. Januar 2010 | Sandro Spaeth


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Altgold-Verkauf: Preisdifferenzen bis 4000 Franken
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Kommentare (2)

 
  • Saldiert | 12.04.2011, 23:59

    Gerzner Goldverkauf wirklich mühsam

    Dieser Gerzner ist wirklich mühsam, er wirft seine Werbezettel
    in Briefkästen wo gut sichtbare "Bitte keine Werbung"-Kleber
    angebracht sind!

  • helli | 14.05.2010, 17:37

    unseriöser Goldankauf Herr Gerzner/ Hotel Victoria Basel

    scheint mir sehr unseriös. Macht auf irgendwelchen
    Restaurant-Zetteln, mit Bleistift geschriebene, Aufstellungen. Der
    angebotene Preis wird nur als Total angegeben, wobei der Preis per
    Gramm zwischen CHF 12.50 und CHF 16.50 bei 18 Krt. variiert. Dies
    beim heutigen Goldpreis(Ankaufspreis 999,9Krt.) von CHF 37.--. Auch
    wird keine Quittung ausgestellt. Die Firma Goldrausch (Lütolf)
    hingegen ist total gut. Korrekte Abrechnung, Gewicht und Preis stimmt.
    Sehr zu empfehlen.
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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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