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Artikel | K-Tipp 04/2010

Knospe geht gehörig ins Geld

Bio-Produkte sind beliebt, aber teilweise doppelt oder dreimal so teuer wie konventionelle Lebensmittel. Das zeigt ein Kassensturz-Vergleich.

Wer jetzt Bio-Broccoli kauft, muss ein hartgesottener Anhänger von umweltgerecht hergestellten Produkten sein. Im Coop kosten 500 Gramm Fr. 3.35. Für die gleiche Menge konventionell angebauten Broccoli zahlt man den Aktionspreis von Fr. 1.13, also nur ein Drittel. Massiv ist der Preisunterschied auch bei den Zwiebeln: 500 Gramm Bio-Zwiebeln kosten Fr. 2.40, für konventionell angebaute werden hingegen lediglich Fr. 1.05 verlangt – also weniger als die Hälfte.

Der Kassensturz verglich 22 Bio-Lebensmittel (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Fazit: Sie sind im Schnitt fast 40 Prozent teurer – die 15 Gemüse und Früchte 50 Prozent, die 5 Milchprodukte 40 Prozent. Im vergangenen Jahr kauften Konsumenten für rund 1,5 Milliarden Franken Bio-Produkte. Marktführer ist mit einem Anteil von 50 Prozent Coop. Der Grossverteiler setzt auf das bekannte und strenge Knospe-Label von Bio Suisse. Weil der Aufwand grösser ist, erhalten die Bauern für ihre Knospe-Produkte mehr Geld als für konventionelle Ware.


Bio-Suisse verhindert echten Wettbewerb

Allerdings: Die Preisunterschiede sind teilweise gewaltig – und übersteigen das, was die Landwirte zusätzlich bekommen. Davon profitieren vor allem die Verarbeiter und der Handel. Beispiel: Bei konventioneller Milch schöpfen sie 50 Prozent ab, bei Bio-Milch 55 Prozent. Marktleader Coop sagt aber, im Bio-Geschäft gebe es keine hohen Margen. Es herrsche Wettbewerb.

Wettbewerb? Schön wärs! So sucht man bei Aldi und Lidl vergeblich nach der Bio-Knospe. Grund: Bio-Suisse verbietet ihnen die Benützung des Labels. Geschäftsführer Stefan Flückiger: «Die Knospe passt nicht in die Tiefpreisstrategie der Discounter. Wir wollen keinen Preiskampf. Dieser schadet den Produzenten.» Deshalb müssen Aldi und Lidl ihre Bio-Produkte bis auf die geschützten Markenprodukte unter eigenen Labels verkaufen, obwohl sie ebenfalls nach den Bio-Suisse-Richtlinen produzieren lassen.

Ein Vergleich der vier Detailhändler zeigt, wie weit die Preise auseinanderliegen: 1 Kilogramm nach den Knospe-Richtlinien produzierte Rüebli kosteten bei Aldi und Lidl Fr. 2.49. Coop verlangt Fr. 3.40, Migros Fr. 3.60. Aber: Die Discounter zahlen den Produzenten nicht weniger. Die Marge der Grossverteiler ist also grösser – in diesem Beispiel bis zu 45 Prozent.


In der Westschweiz 68 Prozent teurer

Die Westschweizer Konsumentenorganisation FRC verglich kürzlich die Preise von Bio- und konventionellen Produkten der Grossverteiler Coop und Migros. Fazit: Die 44 untersuchten Bio-Produkte waren mehr als 68 Prozent teurer als normale Waren.

21. Februar 2010 | Christian Schürer, Daniel Jaggi


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Knospe geht gehörig ins Geld
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Kommentare (1)

 
  • chrege | 02.03.2010, 08:43

    Schwachsinniger Vergleich

    Der Artikel suggeriert, bei Aldi kriege man exakt die gleichen
    Bio-Produkte zu einem viel tieferen Preis. Ein Augenschein bei Aldi
    Gretzenbach zeigt, dass dieser genau vier einheimische
    Gemüseprodukte und eine Obstart führt: Kartoffeln, Karotten,
    Wirz, Äpfel und einen Suppengemüse-Mix sowie. Dazu Butter,
    Pastmilch und Bio-Mozzarella aus der Ostschweiz. Gemäss Werbung
    gibt es die Produkte "solange Vorrat".
    Dies hat nichts, aber auch gar nichts mit einem umfassenden
    Bio-Engagement zu tun. Aldi profitiert von den nachhaltigen
    Aufbauarbeiten von Bio Suisse und Coop und pickt ein paar
    imagefördernde Rosinen. Reines Trittbrettfahrern, that's it!
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